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Kirche Owingen & Geschichte des Ortes im Bodenseekreis

Owingen in der Nähe des Bodensees: Seine Geschichte und die der Kirche St. Peter und Paul.

Es gibt zwei Owingen in Baden-Württemberg, das eine auf der Schwäbischen Alb und das andere im Linzgau in der Nähe des Bodensees. Dieser Artikel hier behandelt das Owingen im Linzgau, wobei es der Kategorie Deggenhauser Tal zugeordnet ist.

Turm und Langhaus Kirche Owingen

Geschichte des Ortes Owingen (Linzgau)

Der kleine Ort Owingen liegt in der Nähe von Überlingen am Bodensee und hat heute mehr als 4.000 Einwohnende. Bereits die Alamannen – darauf deutet schon das -ingen  in Owingen- fühlten sich hier wohl und siedelten im 5. Jahrhundert in dem Gebiet. Der Ort besteht aus zwei Siedlungskernen: Owingen im Westen und Pfaffenhofen im Osten.

Von den Alamannen gegründet, wird der Ort erstmals im 12. Jahrhundert aktenkundig, wobei man schon seit dem 10. Jahrhundert von Ouwingin spricht, respektive schreibt. Der Name des Ortes hat mit einem Personennamen zu tun, dem ein -ingen angehängt wurde.

Schon 990 soll es, so die Urkunden aus dem 13. Jahrhundert, einen Verkauf in Owingen gegeben haben. Damals hat das Kloster Peterhausen (heute in Konstanz) einen Hof an das Kloster Salem verkauft. Das war der erste Schritt der Zisterzienser sich hier breit zu machen.

Urkundlich erwähnt wird auch der ortsansässige Adel. Die Ritter von Owingen waren Ministeriale im Dienste des Markgrafen von Baden. Deren Burg stand westlich von Owingen im Gewann Eggen südlich des Mädlerhof. Nach dem das Kloster Salem hier aber mehr und mehr aufkaufte, wurden sie die Herren des Ortes.

Sie erwarben die Güter nicht nur vom Markgrafen von Baden. Der Besitz war zum Teil bereits an die von Frickingen veräußert worden. Ab 1205 kauften sie einem Albert von Frickingen große Teile von Owingen ab. Im Jahr 1207 wird der Verkauf der Mühle von Elisabeth von Owingen an das Kloster Salem erwähnt. 1273 kamen Güter inklusive der Rechte von Reichenau dazu. Diese hatten ihre Güter an den Grafen von Helfenstein verliehen, der es an die von Bodman übergab. Im Jahr 1280 gehörte alles zu Salem, wo es als eigenes Oppidum bezeichnet wird.

Der Ort Pfaffenhofen war schon im Mittelalter in Owingen aufgegangen. Der Name rührt wohl daher, dass es ein Besitz des Chorherren­stifts Kreuzungen war. Der  Ort wurde noch 1192 als Phafenhoven erwähnt.

Auch hier gab es Adel, genannt wurden 1228 und 1263 ein Albert und sein gleichnamiger Sohn von Pfaffenhofen. Deren Burg wird auf dem Bohlerhof vermutet. Es gab aber noch eine Burg, die denen von Ramsberg gehörte. Sie stand wohl auf der Höhe Kappel-Linz an der Straße nach Hohenbodman. Zerstört wurde sie von Rudolf von Ramsberg im Jahr 1222, vermutlich auf Wunsch des Klosters Salem.

Diesen Besitz hatten sie 1214 von Heinrich von Randeck und dem Grafen von Montfort gekauft. Im Jahr 1270 erwarb Rudolf von Bodman den Kreuzlinger Hof, der ihn jedoch 1259 wieder eingetauscht hatte. Dazu gehörten auch die Herrschaftsrechte darüber. Die Grundhoheit hatte aber das Kloster Salem.

Der Dreißigjährige Krieg führte zur kompletten Zerstörung des Ortes durch die Schweden auf Seiten der Protestanten. Neun Jahre später plünderten die Franzosen – auf katholischer Seite – den Ort. Seit 1803 gehört der Ort zu Baden.

In der jüngeren Geschichte wurde der Ort auch bekannt, weil über ihm zwei Flugzeuge in einander krachten. Dies wurde als die Flugzeugkatastrophe von Überlingen bekannt. Dabei verloren 71 Menschen ihr Leben.

Kirche St. Peter & Paul in Owingen

Die Kirche steht im westlichen Teil (siehe oben) von Owingen, wo seit 1205 eine Kapelle stand. Das Kirchengebäude in Pfaffenhofen gehörte zur seiner Gründung zu Bambergen, Billafingen und Hohenbodman. Es war eine Eigenkirche in Pfaffenhofen, was bedeutet, dass sie war nur dem Adel vorbehalten war. Erstmals erwähnt wurde das Gotteshaus in Owingen im Jahr 1205, vermutlich ist es aber schon älter.

Die Kirche St. Peter und Paul war eine Pfarrkirche, das heißt sie war für alle offen. Das Patronat gehörte zum Lehen des Kaisers und wurde 1292 bis 1296 an Heinrich von Tettingen an die Deutschordenskommende Mainau übergeben. Dort wurde die Kirche 1353 inkorporiert.

Die Kirche St. Peter und Paul ist vor allem im Stil der Gotik geprägt und verfügt über einen Turm aus dem Jahr 1360. Dieser steht seitlich neben dem Langhaus, das von 1498 ist. Das Schiff wurde in den 70er Jahren verlängert und saniert. Den gotischen Touch sieht man noch am Chor und am Gewölbe. Der Turm und der Chor sind die ältesten Teile der Kirche und sind teilweise aus dem 13. Jahrhundert. Auch hier hinterließ das Erdbeben von 1911 einige Spuren.

Der Barock zog 1780 hier ein, aber nur im Inneren. Dies sieht man vor allem am Deckenstuck und den Pilastern, sowie den Figuren am Hochaltar. Der Rosenkranzaltar und die Madonna in der katholischen Kirche sind von J. Zürn, einer Künstlerfamilie aus Oberschwaben.

Wo befindet sich die Kirche St. Peter und Paul?

  • Hauptstraße 49 Ecke Friedhofstraße
  • 88696 Owingen
  • GPS: 47.810278, 9.175556

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