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Hohenbodman | Mittelalterlicher Aussichtsturm & Grillplatz

Der Hohenbodman ist ein Turm in der gleichnamigen Ortschaft auf dem Gebiet der Gemeinde Owingen, unweit von Salem. Neben dem Turm gibt es einen Grillplatz und von oben sieht man weit über das Linzgau bis über den Bodensee zu den Alpen.

Aussichtsturm HohenbodmanWo einst eine mächtige Burg stand, steht heute noch der Turm von Hohenbodman. Auf dem Turm, bei einer Höhe von 37 Metern, hat meinen einen großartigen Ausblick über das Linzgau bis runter zum Bodensee und bis zu den Alpen (bei gutem Wetter in den Alpen) und über den Aachtobel. Das Gelände liegt schon auf 658 Meter über NN. Der Umfang des Rundturms beträgt unten etwas über 28 Meter, am oberen Ende rund einen halben Meter weniger.

Die Mauern sind über drei Meter dick und im Inneren führt eine Treppe aus Holz mit 141 Stufen auf das Aussichtsdeck.

Der Turm ist im romanischen Stil geblieben, da die dazugehörige Burg im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Der Bergfried der ehemaligen Burg von Hohenbodman wurde vor einigen Jahren restauriert, ist aber in seiner Geschichte nie gotisiert oder barockisiert worden.

Geschichte der Burg von (Hohen)Bodman

Erbaut wurde die Burg damals gegen Ende des 11. Jahrhunderts von den Herren von Bodman. Man weiß von dem Adelsgeschlecht derer von Bodman urkundlich aus dem Jahr 1152; namentlich wurde Eberhardus de Bordemen genannt.

Die von Bodman gehören zu einem alten Adelsgeschlecht, das den Reichsministerialen zugerechnet wird. Sie standen also im Dienst des Kaisers, was zu ihrer Zeit den (Hohen)Staufern zukam. Außerdem war man dem Konstanzer Bischofssitz verpfändet. Im 13. Jahrhundert, so eine Sage derer von Bodman, starb die Familie durch einen Blitzschlag fast völlig aus, nur der jüngste Sohn überlebte den Brand. Das war allerdings auf einer anderen Burg: Die Burg Altbodman.

Die Burg Hohenbodman war ihre Stammburg und obwohl das Adelsgeschlecht recht unbekannt ist, gab es dem Bodensee seinen Namen. Die Familie hatte auch Ländereien am Bodensee, so auch im heutigen Bodman-Ludwigshafen. Zu Beginn des Mittelalters, also zu Karolinger Zeit, war der Teilort Bodman-Ludwigshafen Sitz der Königspfalz und damit Zentrum der Region. So wurde im Deutschen im Gegenteil zu anderen romanischen Sprachen statt dem Lake of Constance (See von Konstanz) der See von Bodman und im Laufe der Zeit der Bodensee.

Die Ortschaft Hohenbodman wurde im Jahr 1325 erstmals aktenkundig, aber schon 1111 wurde die Happenmühle nördlich hiervon aufgeführt. Um 1480 wurde die Burg renoviert und 1507 ging sie in den Herrschaftsbereich des Überlinger Vogts über. Die Stadt Überlingen war zu jener Zeit eine Reichsstadt, wie beispielsweise auch Ravensburg und damit unabhängig. Doch die von Bodman ergatterten sich neue Gebiete, vor allem am Bodensee.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg schließlich total zerstört, nur der heutige Aussichtsturm, der damalige Burgfried, blieb erhalten. Verursacher des Brandes von 1642, sechs Jahre vor dem Westfälischen Frieden, war der protestantische Truppenführer Konrad Widerholt. Die Burg wurde damals niedergebrannt, damit sich die katholischen, respektive Habsburger Truppen nicht darin verschanzen konnten. Die Soldaten von Wiederholt erpressten zudem Geld im ganzen Bodenseeraum.

In den 70er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Rundturm restauriert und gesichert.

Turm Hohenbodmann und Grillplatz

Der Ruhm der Burg ist längst vergangen, aber die Aussicht ist prächtig – sodass man einen Eindruck davon hat, warum hier eine Burg stand; obgleich in ganz Oberschwaben zu jener Zeit alle paar Kilometer eine Burg gestanden haben dürfte. Der Turm ist das Wahrzeichen der Ortschaft Hohenbodman und ein Treffpunkt für Grillfestchen.

Unterhalb des Turms ist ein Parkplatz, hochfahren darf man nicht – der Turm liegt auf einem Bergsporn. Zwar ist der Hohenbodman-Turm ganzjährig geöffnet, doch ab 20 Uhr wird abgeschlossen.

Es gibt auch einen Lichtschalter, denn der Aufgang wäre sonst recht dunkel – auch bei strahlendem Sonnenschein. Der mittelalterliche Turm hat nur einige Schießschächte, aber keine Fenster. Beim Hochgehen sind einige kleine Nischen abgesperrt.

Der Rundum-Blick von oben reicht, wie erwähnt, über den Bodensee zu den Alpen und über das Linzgau. Außerdem hat man einen Blick auf das Naturschutzgebiet Aachtobel. Einige Wanderwege führen an dem Rundturm der ehemaligen Burg vorbei.

Zudem lässt es sich hier prima Vögel-Beobachten. Zwar haben die Tauben den Turm fest im Griff, doch man sieht auch andere Vögel, wie beispielsweise Rotmilane.

Auf dem Platz davor findet man Bänke und eine Grillhütte vor – und natürlich einen Grill. Als zusätzliches Plus für den Grillplatz soll auch das Vorhandensein eines Klo-Holzcontainers erwähnt sein. Wenn man den Grillplatz nutzen will, bedarf es der Anmeldung bei der Ortsverwaltung von Hohenbodmann.

  • Ortsverwaltung
  • Lindenstraße 12
  • 88696 Owingen-Hohenbodman
  • Homepage
  • Telefon: 07557/820399

Adresse des Aussichtsturm Hohenbodman

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  1. Nebelmännle, Newwelmännel & Nebelmännli | Trinity INK - 28. November 2014

    […] Burg, der damaligen Zeit war vermutlich im heutigen Hohenbodman. Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, nur ein Turm steht dort heute […]

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