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Kirche Rißtissen | St. Pankratius & Dorothea

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Die Kirche in Rißtissen ist die Kirche des heiligen Pankratius und Dorothea. Auf ihrer Position befand sich einst ein Tempel für römische Götter.

Die Pfarrkirche in Rißtissen liegt im südlichen Teil der Stadt, in der Nähe des Golfparks, östlich der Riß, die ebenfalls durch die Stadt in die Donau fließt.

Die Stadt Rißtissen ist eine Station auf dem Jakobsweg, was sich auch dadurch erklärt, dass zu Zeiten der Römer, die Stadt Rißtissen ein wichtiges Kastell am Limes war, ähnlich wie in Mengen Ennetach – Donau aufwärts. Damals hieß die Ortschaft Rißtissen noch Tussa und aus dieser Zeit kann man in der Stadt noch einiges sehen und erahnen.

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Rißtissen im Mittelalter

Nach den Römern und nach den Alemannen, im Mittelalter also, wird Rißtissen als Tussa erstmal 838 erwähnt. Ein Pato und seine Frau Cotalinde übergeben (um des Seelenheils willen) unter anderem Rißtissen an das Kloster St. Gallen. Später fügte man dem Tissen noch das Riß hinzu, um es von anderen Orten namens Tussa zu unterscheiden, so wurde auch aus Tussa an der Iller, Illertissen. Möglich ist, dass „Tus“ von einem leisen Plätschern des Gewässers kommt.

Dort wo die Römer siedelten, respektive Anlagen errichteten, sammelten sich auch später die Alemannen und dann unter den Franken die Menschen an diesen Orten. Denn hier gab es Baumaterial und die Verkehrswege waren gut ausgebaut, zumal Karl der Große die Verkehrswege ausbessern ließ Auch die Kirche Rißtissen verfügt über Steine aus dem römischen Kastell.

Rißtissen war in jenen Tagen Teil des Distrikts Ruadolhuntare, was auf eine fränkische Gebietszuweisung deutet. Denn Huntare waren Hundertschaften der fränkischen Armee, die auch die Verwaltung des besiegten Alemanniens übernahmen.

Im Jahr 1127 wird ein Diethelm von Tussin erwähnt, obwohl unklar ist ob dieser Bad Saulgau oder  Rißtissen zuzuordnen ist. Tussin könnte in diesem Zusammenhang auch auf einen Titel hinweisen, einen Amtsträger.

Ab dem 13. Jahrhundert ist für den Ort ein Adelsgeschlecht vermerkt, die Ritter (also niederer Adel) von Rißtissen. Ihr Burg war vermutlich dort, wo heute das Schloss Rißtissen liegt – wohl auch die Burg der späteren Herren der Stadt stand. Diese Herren standen im Dienst des Grafen von Berg, welcher das Areal später an Österreich, also die Habsburger, abtritt. In jenem Jahrhundert verkaufte der Graf viel Land, vor allem an das Kloster Heggbach. 1289 wird noch ein Albrecht von Tüssen als Zeuge bei einer Streitbeendigung qua Testament erwähnt: Der Sohn stritt sich mit seinem Vater, dem Grafen von Kirchberg, über ein Gut bei Balzheim. Im 14. Jahrhundert wird eine Schuldverschreibung dokumentiert, wofür der Herzog Leopold IV. zu Österreich als Lehnsherr die Einwilligung gibt.

1419 geht das Lehen Rißtissen an einen Bürger aus Ulm mit adeligem Ursprung: Herr von Landau. Im nächsten Jahrhundert geht das Lehen an die Familie von Stotzingen, dann an die von Schellenberg und dann an die von Laubenberg – jeweils samt der Hohen Gerichtsbarkeit.

Im 17. Jahrhundert, genauer im Jahr 1613, gelangte Rißtissen durch eine Heirat und durch Geldflüsse an die Schenken von Stauffenberg. Dieser machte sich in den Annalen vor allem mit einer Tat berühmt: In einer Urkunde wird erwähnt, dass 1615 eine Frau beim Gottesdienst nicht mitsingen wollte, vermutlich ob der Zuneigung zur Reformation. Sie wurde vom Schenken gefangen genommen und verprügelt, respektive um es in der Sprache unserer Zeit zu sagen: man hat ihr den Arsch verkloppt. Das führte zur Aufruhr bei dem Vater, eines gebürtigen Ulmers. Im eher protestantischen Ulm zeigte sich sodann auch Aufruhr über die Tat, worauf der Schenk sich schließlich mit den Ulmer einigen musste.

Rißtissen erfuhr in den Jahren danach, wie fast alle Ortschaften im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648), viel Unheil. Die Schweden zerstörten 1633 die Stadt und übertrugen die Herrschaft kurzzeitig an den Ritter Chanowsky. Doch schon ein Jahr später, nach dem Abzug der Schweden, erlangten die von Stauffenberg wieder die Oberhoheit über Rißtissen. Doch inzwischen lebten kaum 70 Leute hier, daher förderte der Habsburger Herzog die Zuwanderung aus Österreich.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, mit dem Einmarsch der französischen Armee unter Napoleon, gab es viel Verwüstung, auch rund um das Schloss der Stadt.

Barocke Kirche in Rißtissen | Oberschwaben

In der Antike soll an der Stelle der Kirche ein römischer Tempel gestanden haben. Wann und wie lange dieser Tempel stand ist nicht bekannt. Der Ansturm der Alamannen könnte ein Grund für dessen Zerstörung gewesen sein. Die barocke Kirche in Rißtissen ist aber nicht Teil der bekannten Oberschwäbischen Barockstraße.

Die Kirche ist wohl schon bei der Ersterwähnung im 9. Jahrhundert errichtet gewesen, doch wird sie erstmals 1275 erwähnt, da man damals eine Kreuzzugssteuer abführen musste. Der erste Geistliche für die Kirche wird 1322 urkundlich genannt: Heinrich Fulhin.

Im 15. Jahrhundert entstand eine gotische Kirche die nicht abbrannte, sondern schlicht und ergreifend baufällig wurde. Und dass obwohl Rißtissen im Dreißigjährigen Krieg weitgehend verwüstet wurde. Auch die damalige Kirche war, wie heute, dem heiligen Pankratius gewidmet, was auch in Ostrach der Fall ist. Die heilige Dorothea, übrigens, ist eine Jungfrau-Märtyrerin. Sie gab einem heidnischen Fürsten einen Korb und starb jungfräulich für ihren Glauben.

Von der ehemaligen Kirche ist nur noch der Turm erhalten und wurde neu bedacht. Dieses Turmdach ist typisch barock in seiner Zwiebelform. Der Unterbau des Turms dürfte sogar noch romanisch sein.

Im Jahr 1784 begannen, unter Leitung des Reichsfreiherrn Hugo Damian Anton Schenk von Stauffenberg, die Renovierungsarbeiten mit Steinen der alten Kirche und sogar vom römischen Tempel, die dort gefunden wurden. Die Bauzeit zog sich über drei Jahre bis ins Jahr 1787 hin, was auch daran lag, dass man den Friedhof verlegen ließ; dort wo heute die Sankt Leonhardskapelle steht. Die Bauarbeiten leitete Johann Georg Fischer, ein Schüler der Tiroler Schule.

An der Ostseite ist die Gruft der Familie Familie Stauffenberg. Grabsteine des inzwischen nicht mehr existierenden Adelsgeschlechts der Laubenberger sind ebenfalls bei der Kirche zu sehen.

Kunstwerke und Sehenswertes der Kirche in Rißtissen | Oberschwaben

Wenn man die Kirche betritt fällt das Augenmerk schnell auf das Deckengemälde was im Jahr 1915 entstand. Die Altäre, einer in der Apsis, zwei jeweils seitlich davor sind im Stil des Barock, genauer gesagt dem Barockstil der Franziskaner. Der zentrale Altar stammt womöglich aus dem aus dem Vorbau des 15. Jahrhundert.

Außen sieht man auch die eingelassenen, grauen Steine, die aus der Zeit der Römer stammen, vermutlich aus dem zuvor etablierten Tempel der antiken Italiener. Solche Steine heißen Votivsteine, welche hier wohl aus dem Jahre 201 nach Christus stammen. Diese Votivsteine dienten auch schon der gotischen Kirche, die hier zuvor stand, als Mauerwerk.

Adresse und GPS Daten der Kirche Rißtissen | St. Pankratius & Dorothea

  • Rißstrasse 5
  • 89584 Ehingen-Rißtissen
  • 48.26795°N 9.83144°O


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