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Höchsten | Erhebung über dem Deggenhauser Tal

Der Höchsten ist, wie der Name schon sagt, ein Berg im Bodenseekreis, bei dem es ordentlich bergauf geht! Und es gibt hier auf dem Berg auch einen schwäbisch-alemannischen Mundartweg. Zum Fuß des Berges liegt das Hotel Berghof Höchsten.

00-Aussichtpavillion-Höchsten

Der Höchsten ist ein wunderbares Wanderziel am Rande des Deggenhauser Tals, mit Blick darauf und auf das Linzgau. Der Höchsten liegt auf 837,8 Meter und auf seinem Rücken befindet sich ein Aussichtspavillon. Auf der anderen Seite des Deggenhauser Tals thront der Heiligenberg mit 833 Metern über Normalnull. Dieser ist etwas über elf Kilometer entfernt.

Auch sehr auffällig und als Orientierungspunkt nützlich, ist der Sendemast; unweit des Pavillons. Dieser von der Telekom genutzte Sendemast sendet das Fernsehbild über Ravensburg und Umgebung. Auch das DVB-T Signal wird von hier ausgestrahlt. Der Sendemast ist übrigens 171 Meter hoch.

Vor allem aber der Ausblick auf die umliegenden Berge und besonders der Blick auf die Alpen (bei gutem Wetter) ist gigantisch. Auch der Schwarze Grat ist bei gutem Wetter sichtbar. Eigens für die Aussichtshöhepunkte hat man feste Röhren installiert, die jeweils auf einen speziellen Berg zeigen. Durchgeschaut und ausgemacht – sehr schöne Idee!

Geschichte des Höchsten im Linzgau

Schon zur Frühzeit, dem sogenannten Mesolithikum, also ungefähr 8.000 bis 5.500 v. Chr., lebten Menschen in dieser Region. Vornehmlich am Bodensee. Aber auch die Kelten lebten hier schon ab 800 vor Chr. Denkbar ist, dass dieser Berg von Kelten ebenfalls genutzt wurde, gefunden wurde aber wohl nichts. Mir ist auch nicht bekannt, ob dort schon einmal gegraben wurde. Interessant ist, dass während der Würmeiszeit der Höchsten nicht mit Eis bedeckt war und somit haben hier Pflanzen überlebt. Das muss auch für die damaligen Menschen ein heiliger Ort gewesen sein. Dass aber die Kelten diesen Ort mochten, dafür sprechen aber zwei Dinge, die Höhe des Bergplateaus und das Vorhandensein von Wasser.

Höchsten | Wasserscheide Rhein-Donau & Sport

Am Höchsten scheidet sich das Wasser. Die Gewässer, die in Richtung Norden fließen, gelangen in die Donau – über beispielsweise den Andelsbach, der über den Illmensee fließt. Das Ziel der Donau ist ja bekanntlich das Schwarze Meer. Nach Süden und Westen fließt das Wasser über die Linzer Aach (wonach die Gegend benannt ist: Linzgau) in den Rhein und damit in die Nordsee.

Der Höchsten ist auch ein beliebtes Skigebiet, vor allem für die Langläufer, denn insgesamt kann man in vier Routen 21 Kilometer weit ins Tal hinab laufen. Außerdem gibt es eine permanente Bergstrecke für Radfahrer. Vom Höchsten (oder andersrum) bis nach Urnau misst eine Radstrecke 8,3 Kilometer.

Auf dem Höchsten steht auch die Wasserversorgung für das Deggenhauser Tal, der Hochbehälter steht auf 812 Metern und fasst 200 Kubikmeter.

Außerdem kann man hier in alle Richtungen durch schöne Wälder wandern oder in das malerische Deggenhauser Tal. Runter geht es gut, nur hoch wird es anstrengend! Das Deggenhauser Tal liegt auf ungefähr 540 Metern. Das ist ein Unterschied von 278 Höhenmeter – auf 2,2 Kilometer (Luftlinie).

Mundartweg auf dem Höchsten

Der Mundartweg zieht sich vom Hotel Höchsten bis zum Aussichtspunkt. Dieser vom Hotel und von Unternehmen aus der Umgebung finanzierte Wanderweg zeigt an vielen Beispielen den Unterschied zwischen dem sogenannten “Bodensee-Alemannisch” und den anderen, variationsreichen Arten des Schwäbischen. Dabei muss ich sagen, dass es dialektisch einen Unterschied im Schwäbischen zwischen beispielsweise Mengen, Biberach und Ravensburg gibt. Darauf gehe ich ein andermal noch genauer ein.

Der Unterschied besteht in der Verwendung der Vokale i, u bzw. iu – die nun zu ei ou oder eu werden. Das vielbenannte Beispiel ist da Haus und das Hus. Diesen Vorgang der Lautverschiebung nennt man Diphthongierung. Auch die schwäbische Verniedlichung, das -le, wie bei Häusle – wird hier schon -li, wie bei Häusli. Das verstärkt sich, je mehr man sich der Schweiz nähert.

Alemannisch soll übrigens das Altschwäbische sein und das heutige Schwäbische ist das moderne Schwäbisch, wenn man so will. Tatsächlich hat mein Vater immer mehr Schweizer Fernsehen gesehen, weil er sagte, dass er da Begriffe aus seiner Kindheit wiedererkennen würde. Das ist aber auch ein weiteres Indiz, dass das Keltische im Schwäbischen weiterlebt, da die Kelten auch in der heutigen Schweiz lebten.

Beispiele für die insgesamt elf Stationen des Mundartwegs sind:

  • Haus und Hof
  • Essen und Trinken
  • Tiere und Pflanzen
  • Technik und Beruf
  • Zeit und Maß
  • Tugenden und Untugenden
  • Liebe und Glaube
  • und natürlich Schimpfwörter

Natürlich sind auch alle Begriffe ins Hochdeutsche übersetzt. Einige Stationen des Mundartwegs zeigen auch Fußabdrücke von Prominenten – regional und überregional. Darunter auch Bundespolitiker und eine Tafel weist auf alle Unterstützer hin.

Am Ende des Weges befindet sich, das darf in Oberschwaben nicht fehlen, ein eingezäunter Kräutergarten und etliche hübsche Blumen findet man im Sommer auf dem Weg. Der Kräutergarten ist ein Kräuter-, Duft und Heilpflanzengarten. Hier wachsen über 100 verschiedene Pflanzen. Führungen hierzu gibt es auch, inklusive eines anschließenden Kräuter-Schlemmerbuffets, und zwar von

  • Juni bis Oktober
  • montags um 18 Uhr

Hotel Höchsten | Ausgangspunkt für schöne Wanderungen

Das Hotel bietet, neben einem köstlichen Essen, selbstverständlich auch Übernachtungsmöglichkeiten. Das Personal ist äußerst zuvorkommend und die Region bietet sich – weit ab von großen Städten – umgeben von der Natur – für Wanderungen und Naturbeobachtungen an. Außerdem gibt es Wellness-Möglichkeiten, wie den Aromawhirlpool und Massagen im Hotel. Das sind doch viele überzeugende Argumente, sich dort ein Zimmer zu buchen!


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