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Daugendorf | Kirchen- und Dorfgeschichte

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Von der barocken Kirche St. Leonhard, mit den schönen Barockmalereien, und der bewegten Geschichte von Daugendorf.

Von dieser kleinen Ortschaft in der Nähe von Riedlingen gibt es erstaunlich viel zu berichten und die Quellen gehen zurück auf das 9. Jahrhundert. Die Kirche St. Leonhard, die als Kapelle begann, zeigt eindrucksvolle Malerei aus dem Barock und dient als Blickfang mit dem mosaikartigen Dach.

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Die Geschichte Daugendorfs

Bereits im Jahr 805 wurde die Ortschaft erwähnt. Damals hatten Wago und Chadaloh, die Söhne des Grafen Perahtolds von Alaholfingern, ihre Besitzungen an das Kloster St. Gallen übergeben, dazu gehörte auch Daugendorf. Im November des Jahres 817 überlässt der Graf Chadaloh dem Kloster weitere Gebiete. Die Alaholfingern waren ein alamanischen Adelsgeschlecht.

Das Dorf an der Donau heiß damals Taugindorf oder Taukindorf, was auf eine Person namens Taugo zurückgeht. Das verweist auf einen noch älteren Adel der hier vor den Alaholfingern herrschte.

Im Jahr 1093 bestätigte Kaiser Heinrich IV, aus dem Hause der Salier, den Besitz des Klosters über Daugendorf. Die Gewalt über diesen Ort gehörte zu jener Zeit dem Grafen von Altshausen-Veringen.

Im 13. Jahrhundert erzählt eine Urkunde von einem Ritter Swigger von Gundelfingen, der Güter als Lehen des Klosters Reichenau an das Kloster Salem verkaufte. Auch das Kloster Zwiefalten tauscht 1257 Areale in Daugendorf mit dem Kloster Marchtal. Im Jahr 1282 wird der Ort als Togendorf beschrieben. Eine Frau Hutermerin, die ihr Gut dem Kloster Zwiefalten überschrieben hat, soll dem Kloster bis zum Tod Naturalien in Form von Öl liefern. Wenn sie stirbt geht das auf die Erben über und wenn es keine gibt, wird der Hof eingezogen.

Schon im 13. Jahrhundert hatten auch die Herren von Bossen Güter in Daugendorf, das sie teils an das Kloster Heiligkreuztal übergeben. Vermutlich besaßen die Herren von Bossen schon ab 1210 hier Güter, welche vielleicht von dem Haus Emerkingen  stammen. 1296 schenkte Heinrich von Bossen, genannt Bosso von Mittenhausen, dem Kloster Marchtal weitere Güter, in der Hoffnung aus dem Fegefeuer zu entkommen. Im selben Jahr verzichtet Konrad von Talheim auf Güter in Daugendorf, die fortan zum Kloster Zwiefalten gehörten.

So übten im 14. Jahrhundert neben dem Kloster noch die Herren von Bossen gewisse Herrschaftsrechte aus. Ein anderes Adelshaus, die aus den von Bossen hervorging, waren die von Stein-Pflummern, die auch in Daugendorf begütert waren. Die anderen Güter von Talheim gingen an die von Friedingen im Jahr 1385.

Der Graf von Altshausen-Veringen hielt aber noch bis ins 15. Jahrhundert an der Burg und der Oberhoheit fest. Daugendorf verfügt sogar über zwei Burgplätze. Doch 1415 verkaufte der Graf auch das an das Kloster Zwiefalten. Ab dem 17. Jahrhundert gehörte dem Kloster nahezu alles. 1652 hat auch das Kloster Inzigkofen noch einen Hof in Daugendorf.

Doch es gab auch Streit, so der Prozess des Klosters gegen die Truchsessen von Waldburg im Jahr 1459. Dabei ging es wohl darum, dass der Waldburger die Grenzsteine entfernt hat, was einen Gesetzesverstoß darstellte. Die Waldburger, die oftmals den Vogt darstellten, und gut gegütert waren, machten viel Probleme an der Donau.

Im Jahr 1607 wird die Ratenzahlung mit Jakob Gluitz für eine Weinlieferung vereinbart und 1615 stirbt dieser. Die Rechnung begleicht das Haus Hohenzollern und die Stadt Sigmaringen mit den Erbkämmerer Österreichs Herrn zu Haigerloch und Wehrstein und dem Kloster Zwiefalten. 1693 war die Schuld abbezahlt.

Im 18. Jahrhundert bricht ein weiterer Streit aus. Die Truchsesse Scheer und das Kloster vergleichen sich zu Daugendorf, was aber 30 Jahre später erneut ausbricht. Dabei geht es um eine Wiese und den Donau-Umbau, doch dann scheint es aber geklappt zu haben.

Barocke St. Leonhard Kirche Daugendorf

Was vor der Kapelle an dieser Stelle stand ist nicht dokumentiert. Erstmals erwähnt wird das Gotteshaus in Daugendorf im Jahr 1334. Die Ortschaft war durch eine Filiale mit der Pfarrei Zell verbunden. Schon 1334 war die Kirche dem Heiligen Leonhard, ein fränkischer Martyrer, gewidmet.

Im Jahr 1404 wird aus der Kapelle, die Kirche St. Leonhard. Drei Jahre darauf wurde die Kaplanei gestiftet und die Kirche bekam mehr Rechte. Doch schon 1508 wird die Pfarrei in das Kloster Zwiefalten inkorporiert. Erst 1799 wird die Pfarrei wieder selbstständig.

Im Jahr 1767 wird die Kirche barockisiert, im Auftrag des Abts Nikolaus II von Zwiefalten, und erhält die erstaunlichen Wandmalereien im Inneren. Die Fresken wurden von den Gebrüdern Batolomeo und Carolo Scotti gefertigt und thematisieren das verlorene und das gewonnene Heil. Damals entwickelte sich der erste 3D Effekt, das die Bilder realistischer wirken. Andere Bilder sind von den dem Maler Matthäus Zehender aus dem 17. Jahrhundert. Auch das Treppenhaus des Pfarrhauses ist ein barockes Überbleibsel.

Der Chor wurde 1878 nochmal umgebaut. Der Turm ist aber aus dem 15. Jahrhundert, als es noch eine Kapelle war. Der im Stil war gotisch, was man an den Fenstern des Turms erkennen kann. Die hohe Kirchenmauer und die dünnen Scharten im Turm, lassen vermuten, dass es sich bei der Kirche um eine Wehrkirche gehandelt haben könnte. Vielleicht war das Areal auch ursprünglich Teil der Burganlage.

Wo ist die Kirche St. Leonhard?

  • Kirchenberg
  • 88499 Riedlingen-Daugendorf
  • Gemeindehomepage
  • GPS: 48.182653, 9.489471