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Legende der Gründung von Ochsenhausen

Das Kloster Ochsenhausen soll einer Legende nach, wegen eines Schatzes gegründet worden sein.

Das Kloster Ochsenhausen wurde im 11. Jahrhundert gegründet und der Name referiert auf Ohsinhusin, was auf einen Namen hindeutet. Es gibt aber auch eine andere Gründungsgeschichte zum Kloster.

Burghof Kloster Ochsenhausen

Gründungslegende des Klosters Ochsenhausen

Unweit der Stadt Ochsenhausen, in der Nähe des heutigen Klosters, gab es schon vor der Gründung des Klosters Nonnen. Diese lebten nach dem Willen des Ordens und ihres christlichen Gottes. Als die Hunnen angriffen, mussten sie fliehen.

Sie konnten nur wenige Habseligkeiten mit sich nehmen und so vergruben sie die wertvollen Gewänder, Reliquien und Bücher auf einem Feld. Doch sie kamen nie zurück.

Nach einigen Dekaden wurde Hatto von Wolfertschwendi Herr über die Ländereien. Er verpachtete es an die Bauern. Einer rief ihn eines Tages zu sich und erzählte vom Schatz. Die Ochsen hätten eine Furche in den Boden gezogen, als es einen dumpfen Schlag gab.

Der Ochse war auf etwas getreten und er wiederholte sein Stampfen, worauf der Ton erneut kam. Der Bauer wollte aber, dass der Ochse weiterläuft und hat ihn gezogen und angeschrien. Der Ochse blieb aber dennoch einfach stehen.

Dann holte der Bauer eine Schaufel und grub an der besagten Stelle. Nach wenigen Schaufeln fand er den Schatz der Nonnen.

Hatto sah darin einen Wink Gottes und so ließ er an der Stelle eine Kirche St. Georg bauen. Diese schenkte er samt umgebendem Gebiet den Mönchen, welche das Kloster gründeten. Und Ochsenhausen heißt es, um den Ochsen zu ehren, welcher den Schatz gefunden hatte.

Kloster Ochsenhausen

Könnte was wahres dran sein?

Die Geschichte spielt zur Zeit der Hunneneinfälle in Europa bzw. Oberschwaben. Das war damals im 4. oder 5. Jahrhundert alemannisches Land und das Christentum war, wenn überhaupt, nur geringfügig im Ländle vertreten. Es waren also kaum Nonnen bei Ochsenhausen in der Zeit. Die ersten Christen in der Region waren Wandermönche im 7. Jahrhundert.

Tatsächlich gab es aber im Mittelalter schon Funde aus früheren Tagen. So verweist die Legende vom Weißen Fräulein möglicherweise auf einen Schatz der Kelten. Auch die Alamannen versteckten ihre Funde, wenn ihnen die Römer auf den Fersen waren. Einen Schatz konnte es also durchaus gegeben haben.

Hatto von Wolfertschwendi gab es ebenfalls tatsächlich und er stiftete auch das Land zur Gründung des Klosters. Er lebte allerdings im elften Jahrhundert.

Es könnte also dennoch sein, dass man einen Schatz  gefunden hatte, mit dem man dem Kloster eine Starthilfe geben konnte. Doch hätte der Bauer das dem Herrn verraten? Vermutlich gäbe es auch eine urkundliche Erwähnung dazu, denn die Klostergründung ist aktenkundig.

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