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Ehemaliges Kloster Maria Rosengarten in Bad Wurzach

Maria Rosengarten war einst ein Frauenkloster in der Stadt Bad Wurzach.

Noch bis ins Jahr 2007 war in dem Gebäude neben der Kirche St. Verena in Bad Wurzach das Kloster Maria Rosengarten untergebracht.

Kloster Maria Rosengarten Bad Wurzach

Kloster Maria Rosengarten Bad Wurzach

Geschichte des Klosters Maria Rosengarten

Helena von Waldburg, geborene Hohenzollern, gründete im Jahr 1513 den Nonnenorden des heiligen Franziskus. Sie war Gräfin und stammte von dem späteren Preußen-Adel ab. Vor der Gründung des Klosters verlor sie drei ihrer Kinder, ihren Ehemann Hans von Waldburg und gebar Georg III. von Waldburg – genannt der Bauernjörg, der seine blutrünstige Ader während des Bauernkriegs zeigte.

Mit Genehmigung des Papstes erwarb sie 1513 einen Flecken Land neben der Kirche St. Verena in Bad Wurzach, worauf sie das Kloster stiftete, das urkundlich als “Klause zue Wurtzen” in Erscheinung tritt. Zunächst wurde ein Schwesternhaus erbaut, das mit einer Mauer von weltlichen Dingen abgetrennt wurde. An die Stifterin Helene von Waldburg erinnert ein Marmorepitaph in der Pfarrkirche nebenan.

Das Kloster blieb von der örtlichen Herrschaft unberührt, doch sie durften auch keine Grundstücke in der Stadt erwerben. Helena ernannte sich selbst zur Oberin des Klosters und zog mit Schwestern aus Leutkirch und Kisslegg ein. Kein Jahr nach der Gründung, 1514, starb die Stifterin und sicherte die finanzielle Zukunft des Konvents ab: Das Kloster erhielt Zinsleistungen aus dem Haus Waldburg und die Franziskanerinnen konnten gewebte Leinenstoffe veräußern. Des Weiteren war es ihnen erlaubt, drei Kühe und drei Schweine auf der Allmende zu halten.

Das Kloster konnte aufgrund der Einnahmen, die sich auch durch Erbanteile der eingetretenen Schwestern auszeichneten, einigen Wohlstand aufweisen. Neben den Webereien verkauften die Schwestern, die ein Armutsgelübde ablegten, auch Kerzen oder Konfekt und man pflegte die Kranken. Des Weiteren unterrichtete man Frauen und betrieb Landwirtschaft.

Die Krankenpflege war ein integrativer Bestandteil der Tätigkeiten, als es durch den Dreißigjährigen Krieg zu einem dramatischen Bevölkerungsschwund kam. Im vorletzten Kriegsjahr 1637 betrug die Bevölkerungszahl 19 Personen. Des Weiteren richteten die Soldateska starke Schäden am Haupthaus des Klostergebäudes an. Diese Schäden blieben bis ins beginnende 18. Jahrhundert unrenoviert.

Ab 1707 begannen umfangreiche Arbeiten am Kloster. In diesem Jahr entstand zudem ein weiterer Flügel des Klosters. Weitere Arbeiten wurden ab 1763 durchgeführt. Darüber hinaus wurde in diesem Jahr das prachtvolle Treppenhaus, der Konventssaal und Stuck im Stil des Spätbarock erneuert. Das ehemalige Kloster ist eine drei- und bei anderen Gebäuden viergeschossiger Putzbau, der an einem Hang gelegen ist. Der Südflügel verfügt über drei Etagen und ein Walmdach. Schon 1610, so eine Landkarte, war es ein dreigeschossiger Bau mit Satteldach.

Finanziell gut ausgestattet und schuldenfrei erreichte das Kloster die Säkularisierung 1806. Im Juli des Jahres wurde das Kloster durch Fürst Eberhard von Waldburg-Zeil-Wurzach aufgehoben, die Finanzmittel wurden dem Adel zugeschrieben. Wenig später erhob das Haus Württemberg Anspruch auf das Vermögen. Nach Verhandlungen erhielt die Herrschaft Wurzach den Großteil des Geldes.

Der Konvent, bestehend aus 12 Nonnen, blieb aber in dem Gebäude. Die letzte Oberin war Nepomucena von Kolb und die letzte Nonne war Crescentia Leonhardt, die 1849 verstarb. Schon 1821 schrumpfte der Konvent und die Nonnen mussten mit einer Rente vorliebnehmen.

Im Jahr 1855 wurde das Kloster durch die Schwestern vom Hl. Kreuz aus Menzingen in der Schweiz wiederbelebt. Sie machten daraus eine Mädchenschule. Wegen der schweizerischen Staatsgehörigkeit mussten sie das Areal an die Kongregation Unserer Lieben Frau aus Rottenburg verkaufen, die ebenfalls eine Schule für Mädchen einrichteten. Bis 1991 betrieben sie eine Berufsschule für Hauswirtschaft. Sie förderten zudem die Einrichtung als Moorheilbad.

Zuletzt wohnten noch ehemalige Glaubensschwestern in dem Gebäude und in der Seelenkapelle nebenan liegen die sterblichen Überreste der Nonnen. Das Gebäude wurde ab 2007 von der Stadt übernommen und das Kloster wurde aufgelöst. Bis 2011 wurde das ehemalige Kloster mit sieben Millionen Euro saniert. Nur die Kapelle dient noch heute als Gotteshaus. Ein Teil der Anlage ist heute das Naturschutzzentrum Moor Extrem. Des Weiteren teilen sich eine Bücherei, das Archiv und Vereine die Räumlichkeiten.

Kapelle des ehemaligen Klosters Rosengarten

Im barocken Jahr 1711 baute man im Kloster eine eigene Kapelle, obgleich der Konvent auch das Oratorium der Pfarrkirche nutzen konnte. Mit Genehmigung des Bischofs von Konstanz entstand die Kapelle der Heiligen Joseph, Elisabeth, Franziskus, Antonius von Padua und Klara. Die Weihung erfolgte zunächst für Joseph im Jahr 1717. Der barocke Bau wurde 1763 im Stil des Rokoko (Spätbarock) neu dekoriert und mit Figuren der Heiligen Franziskus, Elisabeth, Klara und Antonius von Padua versehen. Die Kunstwerke schuf Johann Jakob Willibald Ruez. Die barocke Kapelle verfügt über filigranen Stuck und barocke Pracht, die sich nicht zuletzt am Altar exemplifiziert. Sie gilt als schönste Kapelle des Rokoko in Süddeutschland.

Kapelle Maria Rosengarten Bad Wurzach. Quelle: bad-wurzach.de

Kapelle Maria Rosengarten Bad Wurzach. Quelle: bad-wurzach.de

Wo befindet sich Maria Rosengarten?

Unterkünfte HIER finden

  • Rosengarten 3
  • 88410 Bad Wurzach
  • Homepage der Stadt
  • GPS: 47.90965428076966, 9.899471557656602

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