Burgstall Liebenhofen Gruenkraut Ravensburg
Versteckt hinter Häusern und einem kleinen Wäldchen liegt die Stelle, wo die Burg Liebenhofen einst stand.
Auch in dem kleinen Örtchen Liebenhofen, ein Teilort von Grünkraut, stand im Mittelalter eine Burg. Doch das Areal war Eigentum verschiedenster Adelshäuser und Bürger.
Die urkundliche Geschichte des Ortes Liebenhofen ist überschaubar. Es ist bekannt, dass es damals noch “Libenhoven” geschrieben wurde. Genannt wurde der Ort erstmals 1219, da es der Papst Honorius III als Besitzung des Klosters Weißenau bestätigte. Im Jahr 1228 gelangte es als Tauschobjekt in den Besitz des Klosters Weingarten. Aber auch das Kloster Baindt hatte hier Rechte, wie eine Urkunde von 1257 bezeugt. 1269 erhielt das Kloster Baindt zudem einen Hof von Hermann genannt Wildeman. Zudem waren auch Bürger aus Ravensburg, Tettnang, Buchhorn, Lindau, Wangen, Memmingen und Augsburg hier begütert. Weitere Besitzungen hatten der Bischof von Konstanz, die von Waldburg, von Hornstein und von Lochen. 1349 wird der dazugehörige Maierhof erwähnt, der zu jener Zeit von Cuonradus der Maiger betrieben wurde. Auch er wurde noch in diesem Jahr ein Bürger von Ravensburg.
Im Jahr 1446 veräußerte der Graf Ulrich von Montfort das Vogtrecht, das Kirchenlehen und die Gerichtsbarkeit an Ital Humpis aus Ravensburg. 1556 kauft er auch noch den Burgstall, der bereits im Familienbesitz war. Damals war noch das Gewässer vorhanden. In den folgenden Jahren erwarb man weitere Güter. Qua Hochzeit der Anna von Hundbiß (Humpis) gelangte der Besitz an Wolfgang Gremlich von Bettenreute und Hasenweiler. 1529 erbte Georg Ratolt von Augsburg das Gelände, dessen Tochter es 1560 an das Kloster Weißenau verkaufte.
Auch ein Adel, ein Albert von Liebenhofen, ist für den Ort im Jahr 1257 vermerkt. Er war damals Zeuge in Weißenau. Ein weiterer Ritter von Liebenhofen war Friedrich im Jahr 1269, der aber noch in diesem Jahr zum Bürger in Ravensburg wurde. Dieser Adel muss auch einen Sitz, eine Burg gehabt haben. Diese Burg stand damals in einem Weiher, der heute nicht mehr existiert. Allerdings kann man die Insel und die absenkte Fläche darum noch ausmachen. Diese Insel maß etwa 10 Meter im Quadrat, worauf vermutlich eine Motte (einfache Turmburg) stand. Um 1560 wurde die Burg noch mal erwähnt, allerdings waren die Bewohnenden damals noch unbekannt. Auf einer Karte von 1774 ist der quadratische Grundriss der Anlage noch zu erkennen.
Der Adel, vermutlich der Ortsadel, erbaute die Burg um das Jahr 1200. Die Herren von Liebenhofen versahen ihren Dienst vermutlich im Gefolge des Grafen von Montfort. Die von Liebenhofen hatten von 1200 und 1446 auch Besitzungen in dieser Region, obwohl der Adel seit 1269 nicht mehr erwähnt wurde. 1356 verkaufte Heinrich der Minner, Sohn des Cunrad seinen halben Hof, der seinem Onkel Hagenach gehörte. Auch Heinrich wird später Bürger der Reichsstadt Ravensburg.
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