Moosburg Burgstall im Bannried Staudacher
Die Geschichte der Moosburg und des Orts Moosburg im nordöstlichen Federseeried, genauer im Banngebiet Staudacher. Steinzeit, Mittelalter und heute.
Man mag seinen Augen kaum glauben, wenn man diesen Burgstall sieht. Inmitten eines Moorwalds, der damals wohl größer war, lag einst die Moosburg. Heute erlauben Stege einen Blick auf die überwachsenen Überreste. Auf dieser kleinen Moorempore stand einst eine Burg. Der Ort am Rande des Federseebeckens entstand erst im 18. Jahrhundert.
Moosburg – der Ort nördlich des Federsees
Im Jahr 1792, nach dem ersten Absenken des Federsee-Wasserspiegels, baute man den Weiler Moosburg auf. Die Absenkung des Wasserspiegels (Fällung) sollte Land für die Wirtschaft generieren. Doch der Wunsch blieb unerfüllt, das Terrain lohnte sich höchstens für Streuobstwiesen. Dafür nahm man einen starken Einfluss auf das Klima des Geländes.
Zu Moosburg gehört auch der Weiler Brackenhofen, der östlich des Orts liegt und bereits im 15. Jahrhundert erwähnt wurde. Der Name von Moosburg bezieht sich auf eine tatsächliche Burg, die aber bereits im Hochmittelalter aufgegeben wurde. Der Ort wurde 1803 Thurn und Taxis und drei Jahre später Württemberg zugeteilt, und war bis 1873 Teil der Gemeinde Betzenweiler.
Burg Moosburg im Federseeried
Die erste Erwähnung der Burg findet sich 1306, und schon damals war die Burg verlassen. Stattdessen war es eine Wiese, die als Weide diente. Der Name tauchte erstmals 1411 als Müsberg und zum Ende des 15. Jahrhundert als Moßpurg auf. Der Name ist schnell erklärt, denn Moos für Ried bzw. Moor gibt es heute noch.
Um 1300 verließen die Besitzer die Burg, von der sogar noch Gräben und Wallansätze zu sehen sind. Diese Burg stand denn auf einer kleinen bebaubaren Insel inmitten des damals noch weiter reichenden Federsees. Die Moorburg dürfte damals über einen Knüppeldamm erreichbar gewesen sein.
Der Adel von Moosburg unterstand ziemlich wahrscheinlich dem Stift Buchau, wenngleich es keine schriftlichen Hinweise gibt. Schon im 15. Jahrhundert gehörte es dem Bürger Simon Brackenhofer, der es aber an das Stift verkaufte. Das Stift besaß im 17. Jahrhundert weitere Güter in Brackenhofen.
Über das Aussehen der Burg lässt sich nur spekulieren. Aber angesichts des geringen Platzes und dem höheren Wasserstand damals, dürfte es sich um einen Turm mit Palisade gehandelt haben. Und angesichts des sumpfigen Terrains und des hohen Mückenaufkommens war das Leben im vorgelagerten Stützpunkt wohl kaum bequem, wenngleich einigermaßen sicher vor Angriffen.
Insele Moosburg im Banngebiet Staudacher in der Steinzeit
Die Steinzeitmenschen waren viel im Federseegebiet unterwegs, wie beispielsweise auch am Schussenursprung. Diese Insel, auf der im frühen Mittelalter eine Burg errichtet wurde, diente den eiszeitlichen Jagdgemeinschaften vor rund 8.000 Jahren (Mittlere Steinzeit) als Lagerplatz. Man fand Überreste der Jagd, der Fischerei und vom Sammeln steinzeitlicher Zutaten. Auch vor 6.000 Jahren tummelten sich die Menschen mit ihren Gerätschaften und Waffen hier – zu jener Zeit, als die ersten Pfahlbauten entstanden.
Wo befindet sich die Burg Moosburg?
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