Moosburger Steg durch das Banngebiet Staudacher am Federsee

Ein unberührter Moorwald kann mit seiner ganzen Schönheit über den Moosburger Steg erkundet werden.

Wenn man durch das nördliche Federsee-Ried wandert, was eine absolute Empfehlung ist, dann sollte man unbedingt den Moosburger Steg durch das Banngebiet Staudacher mitnehmen. Auch geschichtlich interessant: einst lag entlang des Wegs die geheimnisvolle Moosburg.

Schautafel neben Moosburger Steg Banngebiet Staudacher

Der Moosburger Steg

Das Terrain fasziniert vom ersten Blick an. Im flachen Land des Federseebeckens führt ein Steg durch das Banngebiet Staudacher. Zu beiden Seiten streifen die weiß-dunklen Stämme der Birken senkrecht den Blick und lassen die anderen Sumpfpflanzen unter sich. Das Bunte, das zwischen den unterschiedlichen Grüntönen hervorleuchtet, sind zuweilen recht seltene Blüten. Auf einer Länge von 900 Metern taucht man in eine andere Welt ab – erkundet auf einem Holzsteg den seit über 100 Jahren unberührten Moorwald am Federsee. Hierin haben einige Pflanzenarten seit über 10.000 Jahren ihre Heimat gefunden und selbstverständlich die angepasste Tierwelt. Tafeln informieren über das Gebiet und seine wunderschönen Besonderheiten. Der Steg ist nicht zu verwechseln mit dem Federsee-Steg, der auf das Wasser führt.

Das Banngebiet Staudacher

Schon 1911 hat es ein Vorgänger des NABU gekauft, um es der Natur zu überlassen. Daher ist das Betreten abseits des Wegs nicht nur verboten, sondern auch feucht und sumpfig. Da es der Natur überlassen ist, gibt es kein Wasserleitsystem, was Wege erlaubt.

Das Inventar an Flora und Fauna ist daher beachtenswert. Neben Fledermäusen tummeln sich die typischen Wasserbewohner wie Froscharten, Sumpfschrecke, Argusbläuling (Schmetterling) und unterschiedliche Libellen oder auch Vögel, deren Singwelt vor allem im Frühjahr betört.

Im Frühsommer kann man hier das Breitblättrige und das Gefleckte Knabenkraut sowie den Sumpf-Stendelwurz sehen. Dabei handelt es sich um Orchideenarten, deren schöner Anblick so manch Besuchenden verzaubert. Auch die Sumpf-Veilchen und die Wasserschwertlilien zwischen Klee und Moosen tragen dazu bei.

Die erwähnten Gewächse, die seit über 10.000 Jahren hier überleben, sind beispielsweise das Karlszepter, die Strauchbirke und die Kriechweide.

Das zugrunde liegende Moor hat, wie der Federsee, seinen Ursprung in einem abgebrochenen Gletscher, bzw. einem Gletscher, der nicht abfließen konnte. Und hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Übergangsmoor – mit den Elementen des Flach- als auch des Hochmoors. Ein Flachmoor wird vom Grundwasser gespeist und ist nährstoffreich, ein Hochmoor entsteht durch Regenwasser und ist nährstoffarm, aber stark versauert.

Das Hochmoor begünstigt das Wachstum von Torfmoosen, die das Wasser in sich aufsaugen. Aus den abgestorbenen Überresten entsteht der Torf, der einst in weiten Teilen Oberschwabens abgebaut wurde.

Der Federseekanal

Der Federseekanal, der den Federsee an seiner Südwestspitze entwässert, wurde 1787 angelegt und 21 Jahre später vertieft worden. Die Aktion sollte dem Moor Ackerland abringen, doch die Erde blieb zu feucht für eine landwirtschaftliche Nutzung. Dabei senkte sich der Wasserspiegel um zwei Meter. Seit 1972 wird der Kanal gestaut, um den Abfluss des Wassers zu reduzieren. Dennoch verliert der See weiterhin Wasser. Übrigens maß der Federsee 1787 noch 1077 Hektar und lag 1990 bei 135 Hektar. Inzwischen konnte ein weiterer Wasserablauf gestoppt werden.

Bilder der Stegs und der Umgebgung

Wo befindet sicher Moosburger Steg?

  • Moosburg am Gasthaus Adler den Feldweg hinab zum Wald
  • Steg beginnt beim Wald
  • 88422 Bad Buchau
  • GPS: 48.08271496293594, 9.59875939976992
Schwoable

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