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Neues Schloss Meersburg

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Das Neue Schloss in Meersburg bietet einen barocken Blick über den Bodensee.

Die Stadt Meersburg verfügt über die Burg oder Altes Schloss und das Neue Schloss, das nur wenige Meter von dem alten Bau entfernt am Hang steht. Am Hang wird Wein angebaut und von oben hat man einen wunderbaren Blick über den Bodensee.

Neues Schloss Meersburg vom Bodensee aus

Neues Schloss Meersburg – Barocker Residenzbau

Wo heute das Neue Schloss steht, war zuvor die Vorburg der Alten Burg Meersburg und dort stand ein sogenannter Lustgarten, den man im 16. Jahrhundert angelegt hatte. Auch drei Häuser mussten dem Repräsentanzbau weichen.

Die Planungen von Johann Christoph Gessinger, der auch im Schloss Tettnang mitwirkte, für den barocken Residenzbau für die fürstlichen Bischöfe aus Konstanz begannen vermutlich schon 1707 – doch das sollte nicht der Weisheit letzter Baustein gewesen sein. Der Baubeginn startete 1710 unter dem Fürstbischof Johann Franz Schenk von Stauffenberg. Es sollte im Stil der Zeit ein Verwaltungsgebäude werden.

Schon 1712 war man mit dem Bauwerk zwar schon weit fortgeschritten, jedoch konnte lediglich die mittlere Etage genutzt werden. So blieb es noch bis 1740, als der neue Fürstbischof, Damian Hugo von Schönborn, den Bau ändern ließ.

Der neue Architekt, Balthasar Neumann, und der Baumeister, Baumeister Johann Georg Stahl, machten sich vor allem an das Treppenhaus und formten die Kapelle (von 1741 bis 1743 gebaut, 1766 eingeweiht). Im Inneren sieht man die Freskenmalereien von Gottfried Bernhard Göz und den Stuck des bekannten Künstlers Joseph Anton Feuchtmayer, der ebenfalls in vielen Schlössern Oberschwabens mitwirkte

Der Bischof starb drei Jahre später und der neue Bischof, Kasimir Anton von Sickingen, ließ die Bauarbeiten einstellen. Für einige Jahre wurde der Bau als Kanzleigebäude genutzt.

Unter der Leitung des Franz Anton Bagnato, dessen Familie viele Bauten prägte, wurde aber das Treppenhaus renoviert und der Vierflügel-Anlage ein Einflügel-Schloss. Und wie so oft kann man es bereits an der Farbe erkennen.

Bis 1762 schufen Künstler die Verzierungen des Treppenhauses, daher bestellte Bischof Franz Konrad von Rodt, Guiseppe Appiani für die Malereien (die dominierenden Deckengemälde sind von ihm) und Carlo Luca Pozzi erarbeite den Stuck. Zudem hat man größere Fenster eingebaut und Giebel hinzugefügt, was dem Stil des Spätbarock, dem Rokoko, entspricht. Erst im Jahr 1762 konnte der Bau bezogen werden, obwohl man noch sieben Jahre lang an dem Neuen Schloss bauen sollte. Im Jahr 1763 wurde die Hauptwache gebaut.

Der Fürstbischof Christoph von Rodt, dem Bruder des davorigen Fürstbischofen, beauftrage dann Pierre Michel d’Ixnard, der unter anderem auch am Schloss Bad Wurzach mitarbeitete, mit dem Interieur des Anwesens. 1768 schuf Anton Brugger, der auch beim Schloss Salem dabei war, die Orgelempore und die Bilder der Apostel.

Der barocke Residenzbau wurde, rund 33 Jahre nach der Fertigstellung, gemäß der Zeit der Säkularisierung der Familie von Baden zugesprochen, jedoch nutzte die Grande Armée das Gebäude ab 1806 selbst. Im Jahr 1833 wollte man es unter Auflagen verkaufen. Es war sogar teilweise als Gefängnis genutzt worden.

Später war es Mädchenpensionat und es diente auch als Unterkunft für preußische Soldaten. 1863 wurde es zu einer Schule für Seeleute und später als Schule für Gehörlose.

Auch im Dritten Reich wurde es als Schule genutzt, nach dem Krieg war es erneut eine Kaserne der französischen Armee. Das Land Baden-Württemberg besitzt den barocken Bau seit 1955. Ab 1962 wurde es immer wieder renoviert, zuletzt bereits im neuen Jahrtausend.

Das Neue Schloss Meersburg beherbergt heute ein Museum in der zweiten Etage. Ausgestellt werden neben der barocken Pracht, auch die Lebensgewohnheiten der Menschen im 18. Jahrhundert – sei es die Jagd, die Musik oder die Partygewohnheiten.

Schlossgarten und Interieur Neues Schloss Meersburg

Ein Highlight ist die frei betretbare Terrasse zum Bodensee hin. Hier hat man einen fantastischen Ausblick über die Stadt und den Bodensee. Den angelegte Garten erreicht man über eine Treppe oder man geht durch das Erdgeschloss des Schlosses. Das einflügelige Schloss hat eine Rokoko-Fassade, was auch die Symmetrie betrifft, mit Risaliten auf insgesamt 19 Achsen.

Auf der Fassade zur Seeseite prangt das Wappen des Fürstbischofs von Rodt. Die Figuren stellen die Tugenden dar: Gerechtigkeit und Beständigkeit. Der Haupteingang ist mit Altan, Mittel- und Seitenrisalite verziert und von einem Dachwalm und den Giebeln abgedeckt.

Die Räumlichkeiten des Schlosses sind zumeist von Wölbungen überdeckt. Auch die Vorhalle ist in diesem Stil geprägt, derart halten Säulen das Gewölbe. Die Figuren im Treppenhaus stellen Götter des Olymp dar, darunter Zeus, Hera und Poseidon; vermutlich von Johann Ferdinand Schratt geschaffen. Die Fresken von Appiana nutzen eindrucksvoll das barocke Mittel der Raumerzeugung.

In der ersten Etage lagen die Räumlichkeiten der Beamten, aber auch Konferenzräume und sogar ein Billiardzimmer. Heute ist es das Dornier Museum und eine Galerie. Die nächste Etage beherbergt Stücke aus der ganzen Region. Im zweiten Stock, der Belétage, befanden sich die Empfangszimmer des Fürstbischofs. Der Saalraum von 1741 vereint Stuck von Feuchtmeyer und Marmor in roter Farbe. Bemerkenswert ist auch der Spieglsaal.

Öffnungszeiten & Adresse des Neuen Schlosses in Meersburg

Geöffnet ist das Museum im Neuen Schloss von März bis Oktober, täglich ab 10 Uhr; an Sonn- und Feiertagen erst ab 12 Uhr. Das Museum kostet 5 Euro Eintritt, was einen Audio-Guide impliziert.

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