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Schloss Langenrain | Geschichte des Schlosses und des Gebiets

Die Geschichte des Schlosses von Langenrain und der Ortschaft auf dem Bodanrück.

Das Schloss Langenrain liegt zwischen Liggering und Dettingen auf dem Bodanrück. Das Schloss ist im Stil des späten Barock geprägt.

Schloss Langenrain

Schloss Langenrain

Geschichte von Langenrain

Aus der Antike ist nicht viel über das Gebiet von Langenrain bekannt, jedoch ist eine Besiedlung seit der Steinzeit denkbar. In der Gemarkung Allensbach, zu der auch Langenrain oder das Kloster Hegne gehört, gab Siedlungsfunde aus der Vor- und Frühgeschichte. Nahe des Stöckenhofs bei Langenrain wurden die Überreste einer villa rustica (römischer Gutshof) gefunden.

Urkundlich tritt der Bereich um Langenrain erst im Frühmittelalter ins Licht der Geschichte. Die Alemannen nahmen sich das Land ab dem 3. Jahrhundert von den Römern. Allensbach entstand durch alemannische Siedler im 4. Jahrhundert und wird im Jahr 724 in den Urkunden des Klosters Reichenau erwähnt.

Langenrain selbst dürfte auch in dieser Zeit entstanden sein. Damals wurden hier die ersten Höfe gebaut. Urkundlich erwähnt wird die Ortschaft aber erst im Jahre 1288. Der Grund für die Erwähnung war, dass die Güter des Herren von Bodman, der über das Areal herrschte und dem Bodanrück sowie dem Bodensee ihre Namen gaben, an das Kloster Salem verkauft wurden. Diese hatten das Areal vermutlich vom Bischof aus Konstanz. Die Grundherrschaft hatte das Haus Nellenburg inne. Zudem gab es Ritter, die die Steuern einzogen.

Im Jahr 1515 verkaufte der Adel von Bodman weitere Güter, so auch im Bereich von Langenrain. Schon 51 Jahre später gelangte Langenrain wegen einer Heirat wieder unter der Herrschaft von Bodman. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Region stark verwüstet.

Maria Klara von Bodman heiratete zu jener Zeit Jakob Werner von Ulm zu Griesenberg. So entstand die Linie Ulm-Langenrain, welche auch das Schloss Langenrain erbauen ließen und sich danach benannten. Nach dem Erlöschen der Linie fiel Langenrain wieder an die Herren von Bodman.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Langenrain badisch und seit 1974 gehört Langenrain der Gemeinde Allensbach an.

Geschichte des Schlosses Langenrain

Wie oben erwähnt, erbauten die Herren von Ulm das Schloss Langenrain nach dem Dreißigjährigen Krieg. Auf dem Gelände stand zuvor ein sogenannter Wittumhof. Dabei handelte es sich um ein Gut, das entweder einer adeligen Dame (Witwe) oder einem Priester zugeteilt wurde, sodass der Lebensabend gesichert war. In diesem Fall war es das Gut eines Pfarrers. Einigen Quellen nach soll es an der Stelle aber schon vor dem Schloss einen Adelssitz aus dem 15. oder 16. Jahrhundert gegeben haben.

Der Baubeginn war 1684 und dauerte zwei Jahre. Insgesamt wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder viel gebaut. Der Freiherr Marx Anton von Ulm-Langenrain baute nicht nur das Schloss, sondern ließ weitere Bauwerke in Langenrain errichten. Dazu gehörten eine Ziegelhütte, eine Säge und weitere Bauten. Mit dem Bau der Kirche begann man 1699.

Im 19. Jahrhundert bekamen die Herren von Bodman das Schloss aus Erbschaftsgründen. Sie nutzten es als Witwenhof der Familie. So lebte zuletzt die Gräfin Elisabeth von und zu Bodman bis 1936 hier. Anschließend wurde es als Unterkunft für Förster oder als Jagdschloss des Grafen von Bodman genutzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden französische Soldaten in dem Anwesen untergebracht und anschließend Kriegsgefangene. Ab 1968 wurde es als Hotel umfunktioniert, was es bis 1974 war. Von 1992 bis 2006 diente es als Schulungszentrum der Fachhochschule Konstanz.

Heute, 200 Jahre nach der Säkularisierung, bewohnt wieder eine Adelsfamilie das Gemäuer. Der Graf und die Gräfin von Oppersdorff kauften 2008 das Areal vom Schwiegervater Graf Wilderich von und zu Bodman.

Schloss Langenrain

Das Schloss ist ein Bau auf zwei Etagen mit einem Satteldach. Es wurde im Stil des Barocks errichtet und behielt diesen Stil bis heute bei. Das Wappen der Erbauer befindet sich über dem Eingang, zu dem eine Freitreppe auf der Westseite führt. Im Inneren ist noch der Stuck des späten Barocks zu sehen. Im oberen Geschoss steht auch noch ein Ofen aus dem 18. Jahrhundert, der über bunte Kacheln verfügt, und der Keller wird von einem Kreuzgewölbe getragen.

Das Gebäude, das quer zum Schloss steht und von der Einfahrt her zuerst in den Blick fällt, ist die ehemalige Scheune. Das Fachwerkhaus ist von einem Krüppelwalmdach gekrönt. Ursprünglich gab es weitere Wirtschaftsgebäude, sodass das Gebäudeensemble eine Hufeisenform hatte.

Zu dem Areal gehört auch eine Parkanlage, daran angeschlossen ist die Pfarrkirche von Langenrain. Das Areal kann heute gemietet werden.

Wo steht das Schloss Langenrain?

  • Zum Mindelsee 1
  • 78476 Allensbach
  • GPS: 47.762640, 9.075456

 

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