Michaeliskirche von Wain | Spielball zwischen Katholisch und Evangelisch

Die Kirche Wain war ein Spielball zwischen den Konfessionen von evangelisch und katholisch. Die Geschichte der heute evangelischen Kirche St. Michael in Wain.

Nicht alle evangelischen Kirchen haben einen Heiligen als Namenspatron, ist doch die Heiligsprechung und -verehrung ein Ding der katholischen Kirche. Diese Kirche wurde aber auch zum Spielball zwischen den beiden christlichen Konfessionen. Ihr Prunk macht sie zu einer der schönsten Kirchen des evangelischen Glaubens in Oberschwaben.

Kirche St Michael Wain
Kirche St. Michael Wain

Die Geschichte von St. Michael

Die erste Erwähnung der Kirche in Wain ist von 1275. Dabei muss man sagen, dass der Ort erst im Hochmittelalter gegründet wurde. Von dieser Kirche steht heute noch der Turm, während das Langhaus und der Chor sindaus dem Jahr 1687 im Stil der Spätgotik . Im Inneren finden sich Kassettendecken mit gotischem Taufstein und Kanzel, die für den Neubau angeschafft wurden. Das Wappen der Patrizier Ehinger ist von 1698 und aus dem Jahr 1578 sind sowohl Chor als auch die Bänke im Langhaus.

Dass es dem Heiligen Michael gewidmet war, kann man seit 1521 nachweisen. Im Jahr darauf wird die Kirche Teil des Klosters Ochsenhausen.

Die Nähe zu Ulm machte es zu einem wichtigen Beziehungsort für die evangelischen Gläubigen, die ab dem 16. Jahrhundert in Ulm das Sagen haben. Der Kirchenkauf durch die Evangelen stellt sich aber schwieriger dar, als gedacht.

Nach dem erfolgreichen Erwerb der Kirche, bestücken sie sie mit prächtigen Gaben, sodass die Michaeliskirche von Wain eine der schönsten evangelischen Kirchen im Ländle wurde. Die reichen Ulmer Adeligen haben sich malerisch verewigen lassen und ihre Gemälde zieren die Wände.

Eine Tafel erinnert an die Immigration von 300 Protestanten, die 1658 aus Kärnten kamen.

Geschacher um die Kirche St. Michael in Wain

Als die Reformation im 16. Jahrhundert über Oberschwaben kam, gehörte Wain zum Besitz des Klosters Ochsenhausen. Doch Abt Blarer machte riskante Geschäfte. So kaufte er das Kloster Ummendorf samt Leuten und Schloss, was die finanziellen Mittel des Klosters ausschöpfte. Daher musste man andere Güter veräußern.

Die Wahl fiel auf Wain. Doch einzig Ulm, das bereits evangelisch war, wollte kaufen. Daher verabredete man, dass das Kloster das kirchliche Patronatsrecht behalten werde. Damit hatte man das Recht, den Pfarrer zu bestimmen, was die katholische Zugehörigkeit sichern sollte.

Die Ulmer waren bereit, ihren Gottesdienst in einer katholischen Kirche abzuhalten und man war sich einig. Doch Kardinal Markus Sittikus, der auch Bischof von Konstanz war, legte sein Veto ein.

So mussten sich die Ulmer etwas einfallen lassen und beschlossen, den Handel mit einem Mittelsmann vorzunehmen. Im Jahr 1570 überzeugte der Bürgermeister von Ulm seinen Schwager und Katholiken, Eustach von Landfried, Wain zu kaufen. Der Kaufpreis betrug 65.000 Gulden und implizierte auch die Menschen im Dorf.

Schon drei Jahre später bekam Wain einen neuen Vogt: Gabriel Neudörffer war evangelisch. Und jetzt predigte selbstverständlich auch ein evangelischer Pfarrer, und der hieß Dürr.

Wo befindet sich die Michaeliskirche Wain?

  • Kirchstraße 13
  • 88489 Wain
  • GPS: 48.18966955757232, 10.019977609805958

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ads Blocker Image Powered by Code Help Pro

Sie benutzen leider einen Adblocker

Werbung ist nicht toll. Aber leider nötig. Um die Seite nutzen zu können, müssen Sie den Adblocker deaktivieren.

Powered By
100% Free SEO Tools - Tool Kits PRO