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Der Schwäbische Gruß

Der “Schwäbische Gruß” ist ein Ausdruck der Überraschung und der Beleidigung, und alle kennen ihn.

Aus den Tiefen der Geschichte kommt der eigentliche Zauber, der durch einen Raubritter und einen Dichter zu einem Schmunzler wurde: der Schwäbische Gruß.

Ulmer Muenster

Ulmer Muenster

Was ist der Schwäbische Gruß?

Der Schwäbische Gruß meint “Lecksfiedle” oder das, was Goethe aus dem Satz des Götz von Berlichingen gemacht hat: “Er kann mich im Arsche lecken”. Wobei von Berlichingen, ein Raubritter aus dem fränkischen Teil Baden-Württembergs, die entschärfte Version “Von hinten lecken” gesagt haben soll.

Der vor allem in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz bekannte Ausspruch kommt heute in allen deutschsprachigen Ländern vor. Der Schwäbische Gruß ist in Schwaben und Umgebung nicht immer als Beleidigung gemeint, sondern kann auch Ausdruck von Überraschung, der Gleichgültigkeit oder als abzulehnende Zumutung verstanden werden. Außerhalb des schwäbisch-sprachigen Raums und Umgebung ist der Ausdruck auch nicht immer eine Beleidigung.

Eine weitere kulturelle Verwendung des Euphemismus findet sich im Ulmer Fischermarsch “Leck me hinda, leck me vornà, leck me kreizweis am Arsch“.

Ursprünge des Ausdrucks alias “Schwäbischer Gruß”

Auch am Ulmer Münster soll ein Lecksfiedle zu sehen sein, denn das Zeigen des Hintern soll Dämonen und böse Geister abwehren. Allerdings habe ich Derartiges nicht gesehen. Offenbar rührt der Brauch aus der Antike oder dem Mittelalter her.

Derart findet sich eine entsprechende Symbolik an einigen Kirchen und Stadtmauern. Neben dem Münster in Ulm soll es auch Lecksfiedle in Freiburg und Straßburg geben. Auch in Frankreich oder Salamanca, wo sowohl germanische als auch keltische Vorfahren lebten, gibt es derartige Symboliken.

Das schwäbische Wort “Lecksfiedle” bedeutet auch den Allerwertesten lecken, denn Fiedle ist das Hinterteil im Schwäbischen.

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