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Burgstall Wolfartsweiler (Bad Wurzach)

Die Geschichte der Burg in Wolfartsweiler bei Bad Wurzach.

Etwa ein Kilometer nördlich von Unterschwarzach liegt die kleine Ortschaft Wolfartsweiler, wo einst eine Burg stand. Doch von der Burg ist heute nichts mehr auszumachen, auch wenn man um 1900 noch Reste davon sah. Die Burg war wohl Ausgangspunkt eines ominösen Festes.

Wolfartsweiler Burgstelle

Wolfartsweiler Burgstelle

Burgstall Wolfartsweiler bei Bad Wurzach

Auf einem Gemälde von 1900 sieht man den Ort und die vermuteten Reste einer Turmburg. Früher standen hier noch eine Scheuer, die als Tanzlokal genutzt wurde, und weitere Gebäude. Es war ein recht großes Ensemble von Häusern, die womöglich früher zur Burg gehörten. Viele der abgebildeten Häuser stehen nicht mehr und das Tanzhaus wurde Teil des Bauernhausmuseums Kürnbach. Nur ein Haus des ehemaligen Arrangements steht noch.

Aufgrund des Bildes kann man die ungefähren Maße der ehemaligen Burg in Form eines Turms (Motte) ableiten. Der Turm stand auf einer Fläche von 16 Meter auf elf Meter. Das Gebäude war mit zwei Meter starken Mauern unterkellert. Später wurde daraus eine Wirtschaft und ein Wohnbereich im Obergeschoss. Der obere Bereich bestand aus Sandstein. Später kam noch ein Stall hinzu. In den Urkunden in Ravensburg ist vermerkt, dass man den Turmansatz noch gut ausmachen konnte.

Geschichte der Burg Wolfartsweiler

Dieser kleine Ort taucht erst 1530 als Wolffartschwyler in den historischen Urkunden auf. Die Burg Wolfartsweiler ging durch zahlreich Adelshände. Zunächst war es vermutlich in Besitz der Herren von Wallsee (Bad Waldsee), welche aber 1331 nach Österreich übersiedelten. Anschließend gelangte es an das Haus Hummertsried, das es von den Habsburgern (Österreich) als Lehen erhielt. 1419 ging der Zehnte (Steuern) als österreichisches Lehen an Rudolf von Gunzenhausen zugunsten der Töchter des verblichenen Herren von Hummertsried. Im Jahr 1432 erwarb Hans von Stuben und 1445 das Haus Neideck den Ort.

Zusammen mit vier weiteren Höfen in der Umgebung verkaufte der Ritter Hiltprand Wielin von Winnenden 1446 Wolfartsweiler an Georg II von Waldburg. Zusammen mit Besitzungen in Rettisweiler wurde das Lehen 1508 an Wilhelm von Rothenstein verliehen. Dessen Schwester, Magdalena, heiratete Georg von Honweil. So erhielten die Söhne, Hans und Veit Anton von Honweil, Wolfartsweiler 1529 als Erbe. Bis 1618 blieb es in deren Familienbesitz. Danach ging es als Lehen des Erzherzogs Maximilian zurück an das Haus Waldburg.

Es ist überliefert, dass in dem Wirtshaus, das in der Burg einzog, alljährlich ein Volksfest abgehalten wurde. Dabei bewahrte man wohl eine Tradition aus dem Mittelalter. Das Fest am 24. August (zu Bartholomäus) ging mit einem Hahnentanz und sportlichen Wettbewerben einher. Das Fest gab es noch bis ins 19. Jahrhundert.

Im Jahr 1793 wurde Wolfartsweiler komplett verlassen. Die Kapelle ist übrigens aus dem 18. Jahrhundert. Ob ein vorangegangenes Gotteshaus auch Teil der Burganlage war, ist unklar.

Wo befindet sich der Burgstall?

Unterkünfte HIER finden

  • Wolfartsweiler 6/?
  • 88410 Bad Wurzach
  • GPS: 47.963048993357845, 9.872310564601394

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