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Naturschutzgebiet Eriskircher Ried | Am Bodensee

Das Naturschutzgebiet “Eriskircher Ried” zieht sich von der Rotachmündung bei Friedrichshafen, vorbei an Eriskirch bis zur Mündung, wo die Schussen in den Bodensee fließt.

Das Eriskircher Ried ist eine beliebte Wanderstrecke, hier kann man teils sehr seltene Flora und Fauna beobachten. Doch man darf die Wege nicht verlassen, zuweilen wird es sonst auch sehr matschig. Hier kann man sommers wie winters interessante Naturbeobachtungen machen und am Horizont dominieren die Alpen. Im Hintergrund hört man hin und wieder die Bahn, die im nahe gelegenen Bahnhof von Eriskirch hält; es ist also auch ohne Auto gut zu erreichen.

Schilf Naturschutzgebiet Eriskircher Ried

 

Im Zentrum des Eriskircher Rieds steht das Freibad, das an den Bodensee angrenzt. Daneben befindet sich ein freier Seezugang, samt Grillstelle. Außerdem gibt es eine Aussichtsplattform, mit Blick auf das Ried zum Bodensee hin. Tafeln informieren über einige Vögel und Pflanzen, die man hier erspähen kann. Das Naturschutzgebiet gehört zu den schönsten Bodenseestellen am nördlichen Ufer.

Im östlichen Bereich dürfen Fischer ihre Angel ins Wasser werfen. Berufsmäßige Fischer holen den Fisch auch aus der Flachwasserzone. Zum Erhalt des Rieds werden im Winter eingeschleppte Pflanzen, wie die Goldrute, entfernt und die Wiesen gemäht.

Das Eriskircher Ried ist seit 1939 ein Naturschutzgebiet und zieht sich von der Rotach- bis zur Schussenmündung, was rund 550 Hektar Land umfasst. Das Ried wurde durch die Würm-Eiszeit geprägt, wie ganz Oberschwaben; das Eis war an dieser Stelle rund 500 Meter hoch! Das Szenario endete vor rund 15.000 Jahren.

Naturschutzgebiet Eriskircher Ried | Flora und Fauna

Der Rundweg durch das Eriskircher Ried, der sogenannte Bodenseepfad, ist rund vier Kilometer lang und mit Infotafeln wird man über die vielfältige Natur informiert.

Für Freunde der Tierbeobachtung gibt es eine Flachwasserzone, wo man vor allem Wasservögel beobachten kann. Dazu gehören auch die Bruträume seltener Tiere. Die Flachwasserzone ist ein 10 Meter tiefer Bereich, der 14 Prozent der Bodenseefläche ausmacht. Die lichtdurchflutete und sauerstoffreiche Lage, ist der Ausgangspunkt für viele Lebensarten hier.

Neben dem Freibad – im Gebiet Richtung Friedrichshafen – ist eine Grenze für Menschen. Diese darf man im Frühjahr nicht überschreiten, um die Ruhe für die Tiere zu gewähren. Viele Schilder weisen darauf hin!

Die Naturfans, die sich lieber mit Pflanzen beschäftigen, kommen hier auch vollends auf ihre Kosten, vor allem die seltene Schwertlilie blüht hier. Am nördlichen Rand des Eriskircher Sees befinden sich Streuobstwiesen und das hat Tradition, denn Obst wird hier schon seit Jahrhunderten angebaut. Der Apfel kam wohl ursprünglich mit den Vorfahren der Kelten nach Oberschwaben.

Der Wasserspiegel im Ried schwankt und das gehört zum Ablauf der Natur am Bodensee. Im Frühjahr steigt, wegen der Schneeschmelze, der Wasserstand an und überflutet das Ried. Die Natur hat sich darauf eingerichtet. In dieser Zeit erblühen die sibirischen Schwertlilien in Blau und dominieren das Sichtfeld – kurz unterbrochen von anderen Schwerlilien-Arten. Bis in die 1960er Jahren gab es hier auch noch das fast ausgestorbene Bodensee-Vergissmeinnicht.

Heute gibt es aber noch rund 650 verschiedene Pflanzenarten, darunter sehr viele die unter Naturschutz stehen. Hier eine kleine Auswahl, denn alle 650 Arten aufzuzählen wäre zu viel:

  • Ulmen
  • Weiden
  • Schwarz-Erle
  • Eichen
  • Orchideen
  • Lauch
  • Fenchel
  • Bärlapp
  • Binsen
  • Kresse
  • Rucola
  • Ampfer
  • Kamille
  • Johanniskraut
  • Nelken
  • Sellerie
  • Wasserschierling (giftig)
  • Mädesüß
  • Gänsefuß
  • Einbeere
  • Hahnenfuß
  • Wilder Hopfen
  • Diestel
  • Schwarzwurzel
  • Schafgarbe
  • Kreuzblume
  • Laichkraut
  • Moschuskraut
  • Knabenkraut
  • Waldhyazinthen
  • Schlüsselblumen
  • Labkraut
  • Weinrose
  • Mistel
  • Veilchen
  • Wolfsmilch
  • Herbst-Zeitlose
  • Königskerze
  • Enziane
  • Klee

An Tieren kann man im Eriskircher Ried viele sehen, hier ebenso eine kleine Liste:

  • Frösche
  • Hecht
  • Rotfeder
  • Karpfen
  • Libellen-Arten
  • Heuschrecken
  • Schmetterlinge
  • Ringelnatter
  • Spinnenarten
  • Wasserfledermaus
  • Rohrammer
  • Eisvogel
  • Enten & Schwäne
  • Eulenarten
  • Falkenarten
  • Drosselrohrsänger & Gelbspötter
  • Habichte, Mäusebussarde, Milane und Adler
  • Fasan, Rebhuhn, Wachtel
  • Kormorane
  • Blesshuhn & Haubentaucher
  • Möwenarten
  • Reiherarten
  • Schwalben
  • Spechte
  • Eichhörnchen

… und viele, viele weitere Pflanzen und Tiere gibt es im Naturschutzzentrum im Eriskircher Ried zu beobachten.

Adresse des Naturschutzgebiets Eriskircher Ried

Das Ried kann durchwandert oder mit dem Fahrrad erschlossen werden. Mit dem Auto kommt man aber bis zum Freibad, wo man auch parken kann – an heißen Badetagen ist das Parkplatzangebot allerdings knapp!

  • Parkplatz Strandbad
  • 88097 Eriskirch
  • 47.622504, 9.520336

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