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Kelten in Karlsruhe

Von den Kelten in Karlsruhe weiß man nur wenig, was auch mit der späten Stadtgründung von Karlsruhe zu tun hat.

Karlsruhe ist die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs und war eine Residenzstadt des Hochadels von Baden. Doch es gab auch keltische Funde in und um Karlsruhe, wovon nur wenig berichtet wird.

Karlsruhe

Natürlich bietet Karlsruhe viele Highlights, sowohl kulturell als auch politisch oder wirtschaftlich. Und wenn man hier ist, dann in der Regel nicht wegen der keltischen Hinterlassenschaften. Kulturtipps und News über die Stadt kann man hier rausfinden. Solche kleinen Portale sind in der Regel direkter an Puls der Zeit, als die großen Zeitungen mit dem weltpolitischen Geschehen. Vom Nachtleben über die haute culture bis zum Essen gehen – die Stadt lässt wohl keine Wünsche offen. Weitere Hinweise findet man auf der offiziellen Seite der Stadt. Aber wenn man schon mal da ist, dann kann man sich auch für die uralte Geschichte der Gegend interessieren.

Die Stadt selbst wurde erst 1715 gegründet und wie man von oben erkennt, war es eine geplante Stadt. Sie wuchs also nicht, wie die klassischen Städte des Mittelalters, sondern wurde von langer Hand geplant. Das zeichnet sich vor allem am Schloss und dessen Umgebung sehr schön ab. Zu Karlsruhe gibt es eine Menge Literatur und viele Einträge, daher will ich die Entwicklung der Stadt nicht näher ausführen. Aber wenn man sich von Oberschwaben aus auf den Weg dorthin macht, kann man sich auch das Kloster Hirsau anschauen, dass auch für Oberschwaben eine enorme Bedeutung hatte.

Kelten in Karlsruhe und Umgebung

Dass es schon vor der Eisenzeit, die Zeit der Kelten, eine Besiedlung der Gegend gab, ist heute nachgewiesen. Auch die Römer machten es sich hier gemütlich. Jedoch interessiert sich dieser Artikel für die Funde der Eisenzeit. Heute findet man schöne Exponate dieser Zeit im Badischen Landesmuseum und das befindet sich im Schloss Karlsruhe, wobei es mehr über die Römer in Baden-Württemberg zu finden gibt. Aber 1911 fand man beispielsweise ein Feld mit Gräbern der Eisenzeit, worin man zehn Bestattungen ausmachen konnte.

Die Ortschaften, wo man Funde der Kelten in der Nähe der Großstadt Karlsruhe gemacht hat, sind mannigfaltig. Hier sei eine kleine Liste erwähnt:

Im Stadtteil Neureut, rund sieben Kilometer vom Zentrum Karlsruhe entfernt, fand man Hügelgräber. Diese befanden sich auf dem Gebiet namens Heidelburg. Die Gräber stammen aus dem 6. und 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und messen rund 20 Meter im Durchschnitt. Sie waren bis zu drei Meter hoch und wurden, wie so oft, durch die landwirtschaftliche Nutzung eingeebnet. Eine Infotafel weist auf die keltischen Hinterlassenschaften hin.

Im Walzbachtal, rund zehn Kilometer westlich von Karlsruhe fand man ebenfalls Grabhügel. Es waren sogar fünf Stück und sie stammen aus der sogenannten La-Tène-Kultur (450 v. C. bis zum Ende der Keltenzeit). Diese Gräber wurden bereits im 19. Jahrhundert entdeckt. Genauer befanden sie sich zwischen Wössingen und Stein. Fährt man von Wössingen in Richtung Stein, findet man sie im Wald vor Stein. Dort gibt es einen Parkplatz auf der linken Seite. Davon geht ein Weg ab, der im 90-Grad-Winkel zur Straße liegt. Dem folgt man, bis man links zum Sulzweg kommt. 200 Meter weiter gibt es am linken Wegesrand eine Sitzgelegenheit und dort fand man die Gräber.

In Karlsruhe-Grünwinkel fand man eine Siedlung, die noch aus der vorrömischen Zeit stammt. Dort wurden Darstellungen der Unterweltsgötter Sucellus und Nantosuelta aufgefunden. Die Götter wurden nach der Okkupation der Römer vereinheitlicht, so wurden sich ähnliche Götter zusammengefasst. Die Götterwelt der Kelten war vielfältig. Es gab nicht nur für jeden Anlass und jede Situation eine Gottheit, es gab auch lokale Götter – quasi für jeden Ort einen eigenen Gott. Auch Gewässer waren in der Regel Götter und die heutigen Namen der Gewässer wurden von den damaligen Göttern übernommen.

Etwas näher an Karlsruhe, in Söllingen im Pfinztal, gibt es zudem noch Ausgrabungen zu den Römern und dem frühen Mittelalter – der Zeit der Merowinger. Auch hierbei handelt es sich um ein Gräberfeld sowie um römische Gebäude.

Bildrechte trialsanderrors via Flickr cc

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