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Bihlafingen: Burgen und St. Theodul

Der Ort Bihlafingen bei Laupheim mit seinen Burgställen und der Kirche St. Theodul.

Nördlich eines ausgestreckten Waldes befindet sich die kleine Ortschaft Bihlafingen, welches über eine schöne Spielwiese verfügt.

St Theodul Bihafingen

St Theodul Bihafingen

Geschichte und Burgen der Ortschaft Bihlafingen bei Laupheim

Das Dorf im Schmiechental tritt erstmals 1129 mit einer mittelalterlichen Urkunde ins Licht der Geschichte. Damals als Pilolvingen bezeichnet, verrät der Ort mit der Endung “-ingen” seine alemannische Herkunft. Der Ortsname referiert vermutlich auf eine Person namens Bilolf.

Der kleine Ort soll über zwei Burgställe verfügen. Einer der Herrschaftssitze soll bei der heutigen St. Theodul Kirche gelegen sein. Konkret 500 Meter nordwestlich davon, wohin der Weg “Burghalde” führt.  Die Burg wurde 1472 erwähnt. Schon damals soll sie nicht mehr existent gewesen sein. Es war eine Wasserburg, deren Graben mit dem Wasser der Schmiech angefüllt gewesen soll. Wo genau die Burg stand, ist unbekannt. Heute lässt sich davon nichts mehr erkennen

Die andere Burg Bihlafingen soll um 1268 entstanden sein. Sie ist ebenfalls bereits abgegangen und nicht mehr genau lokalisierbar. Sie stand fast sieben Kilometer nördlich der Ortschaft. Es ist überliefert, dass sie von den Herren von Bihlafingen erbaut und später in den Besitz des Adels von Ehrenstein überging.

Ein Ritter Conrad von Bihlafingen wurde 1268 und 1275 als Vasall der Herren von Eichen, dem heutigen Illereichen, genannt. Der Adel stand aber wohl im Dienst der Grafen von Kirchberg. Sie übereigneten das Dorf den Ulmer Ungeltern, die es ihrerseits im 15. Jahrhundert an das Kloster Wiblingen übergaben.

Ab 1472 erhielt Bihlafingen das Gerichtsrecht, das zuvor in Hüttisheim lag. Die hohe Gerichtsbarkeit hatte der Graf von Kirchberg noch bis ins 18. Jahrhundert inne. Anschließend wurde das Recht an das Kloster Wiblingen übergeben. Nach der Säkularisierung fiel Bihlafingen an Bayern und 1806 an Württemberg.

Kirche St. Theodul Bihlafingen

Die Kirche St. Theodul in Bihlafingen entstand 1443, wobei die Kirche bis 1596 Maria (unserer lieben Frau) und dem Heiligen Erhard gewidmet war. 1519 wurde es zu einer eigenen Pfarrei, das aber nur bis 1541 so blieb. Erst 1753 wurde die selbstständige Pfarrei wieder eingeführt. Das Patronat hatte das Kloster Wiblingen inne.

Ursprünglich war das Gotteshaus eine Kapelle im Stil der Spätgotik, was sich noch im Chor exemplifiziert. Der Stuck dort ist aber von 1934. Ein weiteres gotisches Relikt ist die Sakristei. Erst 1789 entstand die heutige Kirche mit dem Kirchenschiff wegen einer Legende, die den Ort zu einem Wallfahrtsort machte. Der Turm wurde 1881 erhöht und im 20. Jahrhundert investierte man viel Geld für die Renovierung der Kirche.

Legende zur Wallfahrt | St. Theodul Bihlafingen

Im Jahr 1749 wurde die Kirche zu einem Wallfahrtsort für Kranke. Das geht auf eine Geschichte zurück, nach der der Schneidermeister Matthias Eberle von Bihlafingen ein Gnadenbild errichtete. Er wollte damit seiner Frau Ursula ein Wunder zuteilwerden lassen, die kaum laufen konnte. Er hielt an dem Gnadenbild Andacht und seine Frau gesundete. Kaum machte die Geschichte die Runde, setzte die Wallfahrtstätigkeit ein.

Wo befindet sich die Kirche St. Theodul?

  • Kirchstraße 21
  • 88471 Laupheim
  • GPS: 48.26181372957789, 9.95638707943554

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