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Stiegelesfelsen Donautal: Naturschutzgebiet & Burgen

Das Gebiet um den Stiegelesfels im Donautal steht unter Naturschutz und auf dem Fels standen einst zwei Burgen.

Wenn man die wunderschöne Strecke zwischen Tuttlingen und Sigmaringen entlang der Donau befährt oder bewandert, dann kommt man auch an den Steilwänden des Stiegelesfelsen vorbei. Von dort oben hat man einen prächtigen Blick auf das Tal, den schon die Ritter des Mittelalters genossen, denn ihre Burgen standen dort oben.

Stiegelesfelsen Donautal

Stiegelesfelsen Donautal

Burgruine Stieglesfels

Auf dem Gipfel des Felses im Donautal stand im Hochmittelalter eine Burg. Auf 770 Metern Höhe hatte man eine dominierende Position, die aber kaum einzunehmen war. Die Burg wurde vor 1150 erbaut und bestand aus zwei Teilen.

Die Unterburg, die mit ihrer Umgrenzung als Vorburg genutzt wurde, und die Kernburg als Oberburg. Dort lebte vermutlich der Burgherr. Allerdings gibt es keine Informationen darüber, wer die Burg erbaut oder sie erworben oder gar zerstört hat. Zuletzt war wohl die Stadt Friedingen im Besitz des Herrschaftssitzes.

Von der Unterburg sind heute nur noch wenige Mauerreste zu sehen. Diese sind etwa sieben Meter lang und stellenweise bis zu drei Meter hoch.

Burgstall Stein und Burgstallhöhle

Direkt nebenan stand einst die Burg Stein, ebenfalls eine Spornburg, die sich auf 755 Metern Höhe befand. Auch von dieser Burg ist kein Erbauer bekannt. Zudem gibt es hier auch eine Burgstallhöhle, also eine befestigte Höhle. Vielleicht die erste Burg auf dem Berg, allerdings gibt es dafür keine Hinweise.

Wie schon die Burg auf dem Stiegelesfels, entstand die Burg Stein zwischen 1100 und 1150. Von dieser Burg weiß man zumindest, dass sie schon nach rund 150 Jahren aufgegeben wurde. Vielleicht waren es dieselben Burgbesitzer, vielleicht waren es Brüder einer geteilten Erblinie oder es waren Gegner, die sich gegenseitig belauerten. Das alles gab es in Oberschwaben.

Im Jahr 1381 ging die Ruine an das Haus Habsburg in Österreich, da das Haus Hohenberg an Österreich fiel. Das Lehen wurde 1409 an Hans von Wildenfels übergeben. Er nennt die Burg Stein zu Friedlingen und Kallenberg. Damit wird diese Burg, wenn es sich tatsächlich um diese handelte, ein Mal in den mittelalterlichen Urkunden erwählt. Aber es gibt noch eine Reihe weiterer Burgställe in der Gegend, die dafür in Betracht gezogen werden könnten.

Von der Burg Stein existiert noch ein Mauerrest mit den Ausmaßen 32 Meter in der Länge und bis zu sechs Meter in der Höhe. Es stellt die Burgmauer dar. Ein weiterer Burgrest war einst der Bergfried, wovon noch drei auf zweieinhalb Meter erhalten sind. Auch das Wohnhaus des Adels, der Palas, ist in seinen Ausmaßen von zwölf Meter mal neun Meter erkennbar. Derart maß die Burg etwa 20 Meter auf 60 Meter, geschützt von einem Felsen und einem Graben.

Weitere ehemalige Adelssitze in der Nähe sind die Burgruine Kallenberg, die Ruine Roggenbusch und das Schloss Bronnen.

Naturschutzgebiet Stiegelesfels

Der nicht ganz unbeschwerliche Aufstieg auf den Stiegelesfelsen bringt aber einen atemberaubenden Ausblick mit sich. Vor allem im Herbst, wenn das Laub bunt ist oder abends, wenn die Sonne untergeht, ist es den Aufstieg wert. Aber man kann hier noch viel mehr entdecken, denn es gibt hier seltene Flora und Fauna.

Vor allem Tiere und Pflanzen, die sich sonst eher im Alpenraum ansiedeln, haben hier ein Domizil gefunden. Dazu zählen beispielsweise die Apfel-Rose, das Österreichische Federgras, das Heideröschen, das Milchweiße Mannsschild, die Pfingstnelke und der Salzburger Augentrost.

Relativ neu ist jedoch die Gams im oberen Donautal. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg machte sie es sich hier bequem und sorgt seither für einige Schäden an den geschützten Pflanzen. Andere Tiere, die man hier antreffen kann, sind: der Berglaubsänger, der Eisvogel, die Hohltaube, beide Milanarten, der Uhu und der Wanderfalke.

Der weiße Jurastein bietet Platz für Bäume und artenreichen Magerrasen. Aber auch wo nichts wächst, finden sich Rückzugsräume für die Natur, die schützenswert sind. So die zahlreichen Höhlen, wie die Ziegelhöhle, die Buttentalhöhle oder die Bronner Höhle sind sehenswert und wurden teilweise bereits von den Menschen der Steinzeit genutzt.

Heute siedeln vor allem Fledermäuse in den Felsaussparungen. Dazu zählen das braune Langohr, die Fransen- und die Nordfledermaus.

Wo befindet sich der Stieglesfels?

  • Donautal zwischen Friedingen und Buchheim
  • GPS Burg Stieglesfels: 48.0163, 8.9495
  • GPS Burg Stein: 48.017366, 8.946441

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