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Geschichte des Ortes und der Zweitkirche St. Konrad in Langenenslingen

Die Stadt Langenenslingen und die neogotische Kirche St. Konrad.

Auf der westlichen Seite des Donautals bei Riedlingen liegt der Ort Langenenslingen im Bibertal, der über eine lange Geschichte verfügt. Dort gibt es zwei Kirchen, nämlich die ursprüngliche Pfarrkirche zum Heiligen Mauritius und die neogotische Kirche St. Konrad.

Neogotischer Kirchturm St Konrad Kirche Langenenslingen

Neogotischer Kirchturm St. Konrad Kirche Langenenslingen

Geschichte des Ortes Langenenslingen

Ursprünglich waren es zwei Siedlungsgebiete, die dann zusammenwuchsen, und so entstand Langenenslingen im 15. Jahrhundert. Davor waren es Warmtal und Enslingen oder wie man im Jahr 935 schrieb Ensilingen. Damals wurde der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt und unterstand dem Grafen von Veringen.

Im Jahr 1241 wurde es abermals erwähnt, damals als Enselingen. Bei der Urkunde handelt es sich um eine Übereignung eines Weilers durch die Grafen Ulrich und Eberhard von Württemberg an das Kloster Heiligkreuztal, das sich in der Nähe befindet. In einer Urkunde von 1258 ging es um einen Acker für das Kloster, das zuvor dem Heinrich des Huotters gehörte. Weitere Güter dort bekommt das Kloster in den Jahren 1267 und 1269.

1291 kaufen die Habsburger (Österreich) den Ort, bis auf einen Weingarten, den der Graf von Veringen bis mindestens 1313 besaß. 1306 übernahmen die Grafen von Grüningen-Landau den Ort. 1315 wurde er verpfändet, zunächst an das Haus Veringen, dann an Burkard von Ellerbach und 1330 an den Grafen von Landau. Das Pfand ging 1344 an Württemberg, das es erst 1359 auslösen konnte.

Das Lehen ging dann 1399 und 1409 an die Grafen von Veringen und dann an die Grafen von Werdenberg. Es blieb aber im Herrschaftsbereich der Grafen von Veringen und 1535 gelangt Langenenslingen als Lehen an die Grafschaft Hohenzollern. Im 16. Jahrhundert wurde das Schloss erbaut, das heute als Rathaus dient. Ab 1805 erhält das inzwischen zum Fürstentum aufgestiegene Haus Hohenzollern-Sigmaringen die Hoheit. Daher ist es ab 1850 ein Teil von Preußen. Erst seit 1952 gehört es zum Land Baden-Württemberg.

Ein niederer Adel ist für Langenenslingen ebenfalls bekundet. Die Herren von Enslingen wurden 1241 und 1272 erwähnt und sie sind bis ins 14. Jahrhundert nachzuweisen. Sie standen im Dienst der Grafen von Veringen und der von Grüningen-Landau. Danach gingen sie als Bürger nach Riedlingen. Ein Konrad von Enslingen wurde im 14. Jahrhundert Abt im Kloster Salem und stieg dann zum Bischof von Gurk auf. Es ist bisher nicht bekannt, wo dieser Adel seinen Sitz gehabt hat, möglicherweise jedoch auf der sogenannten “Alten Burg”, wo schon die Kelten zur Hallstattzeit eine Burg errichtet haben.

Der Dreißigjährige Krieg verursachte hier enormen Schaden und löste eine dramatische Migrationswelle aus. Die Pestilenz, der Hunger und der Krieg entvölkerten Langenenslingen gänzlich.

St. Konrad von Langenenslingen

Die ursprüngliche Pfarrkirche ist die St. Mauritiuskirche am östlichen Ortsende. In diesem Abschnitt behandele ich die Kirche St. Konrad, die im Ortskern anzutreffen ist. Diese neogotische Kirche wurde 1893 fertiggestellt und 1961 letztmalig renoviert.

Sie wurde aufgrund der Platzknappheit in der St. Mauritius-Kirche nach Plänen des Architekten Laur aus Sigmaringen gebaut. Dabei wurden Elemente der ursprünglichen Kirche St. Mauritius verwendet. Vor allem wurden gotische aber auch barocke Elemente eingebaut und verwendet.

Die Kirche St. Konrad verfügt über ein rechteckiges Schiff und einen an der Nordseite abstehenden Achteckturm, der von einem spitzen Dachhelm gekrönt ist. Seitlich stehen einige runde Erker und Filialen ab und in der Mitte findet sich das Zeichen der Dreifaltigkeit. Der Chor ist mit seinen drei Seiten geostet. Im westlichen Teil befindet sich eine Empore für den Adel und ein Oratorium.

Ganz im Stil der Gotik erstrahlt der prächtige Chor. Er zieht den Blick auf sich, auch weil das Mittel- und die Seitenschiffe abfallend gebaut sind. Die Kirchenschiffe sind durch die gotischen Spitzbögen und den Säulen markiert. Ein Kreuzrippengewölbe macht den Eindruck der Gotik komplett. Mit viel Liebe zum Detail hat man sich nach den gotischen Vorbildern gerichtet. Das zeigt sich am Bau, am Gewölbe und den bunten Fenstern.

Die Kunst der Figuren und die Gemälde entstammen der neueren Geschichte. Darunter zwei Werke von Johann Joseph Christian aus Riedlingen. Aber es gibt auch barocke Elemente, wie ein Kruzifix und eine Pieta aus dem 18. Jahrhundert, die ursprünglich in der Mauritiuskirche standen.

Wo befindet sich das Gotteshaus?

  • Hauptstraße 66
  • 88515 Langenenslingen
  • GPS: 48.148375, 9.379184

 

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