St Georg Siberatsweiler
Sibratsweiler liegt eingebettet zwischen den Allgäuer Hügeln, südlich der Argen. Die Gegend ist ideal für schöne Wanderungen und Radtouren, wenn auch anspruchsvoll wegen des ständigen Auf und Abs.
Sibratsweiler entstand nach der fränkischen Inbesitznahme. Eine urkundliche Erwähnung von Sibratsweiler als Sigeharteswilare taucht bereits im Jahr 867 auf. Die Besitzer, Priester Willibold und seine Brüder, übergaben es in diesem Jahr an das Kloster St. Gallen. Das Kloster St. Gallen erhielt viele Besitzungen der Alemannen, da es kein Teil der fränkischen Herrschaftsstruktur war. Womöglich waren auch diese Herren Teil des alemannischen Adels oder die Urkunde könnte auch gefälscht worden sein, um einen Anspruch abzuleiten.
Die hochmittelalterliche Erwähnung als Sigebretswilla stammt von 1200 und Sigebrechtswiler wird es im Jahr 1275 geschrieben. Ab wann ist unklar, aber die Grundherrschaft übte die Stiftskirche aus Lindau aus. Später erhielten die Grafen von Königsegg Grundrechte an Achberg und damit über Sibratsweiler, die es 1491 an die Freiherren von Sirgenstein verkauften. Diese erlitten einen Bankrott und verkauften es ihrerseits 1693 an den Deutschen Orden mit der Komturei in Altshausen. Erst mit der Säkularisation 1805 verlor sich diese Bindung.
Die Urkunden berichten auch von einem Disput zwischen dem Pfarrer in Sibratsweiler, Kaspar Brugger, und seiner Gemeinde. Im Jahr 1589 kam es zu einem Gerichtsverfahren, das mit der Klage der Bewohner begann.
Es ging ums Geld, das mit dem 16. Jahrhundert an Bedeutung gewann. Konkret ging es um die Preise für Beerdigungen und Abgaben, die der Pfarrer als Monopolist aufrief. Zudem wollte er Wegegeld. Vermutlich hatte er die Wege für die Bevölkerung gesperrt. Der Streit eskalierte mit Beleidigungen, wohl auf beiden Seiten.
Der Schiedsspruch wurde von drei Männern zusammengetragen: dem Kämmerer des Stifts von Konstanz, Andreas Schmidt, dem fürstlich-erzherzöglichen Rat und Vogt im Auftrag des Klosters St. Gallen, Hektor von Ramschwag zu Siggberg, und Hans Rott, der Ammann von Achberg.
Das Urteil lautete: die Wege blieben offen, aber die Preise des Pfarrers waren gerechtfertigt. Sie müssen die Abgaben leisten, solange der Pfarrer eingesetzt ist. Der Pfarrer wird die Beerdigungen vornehmen und die Angehörigen sollen ihn dafür bezahlen. Und alle Parteien seien erinnert, dass „Wer diesen Vertrag nicht hält, wird von der Obrigkeit mit allen Ungnaden an Leib und Gut bestraft.“
Weitere Geschäfte der Kirche werden aus dem Jahr 1650 belegt.
Die heute barocke Kirche tritt 1275 ins Licht der Geschichte. Damals als gotische Kirche, wurde sie 1424 vom Bischof Otto von Konstanz neu geweiht, womit ein Ablasshandel einherging. Die Kirche war auch für umliegende Gemeinden das Zentrum der Seelsorge, sodass sie eine regionale Bedeutung hatte.
In den Jahren zwischen 1730 und 1732 wurde die Kirche barockisiert, was sich beispielsweise an der Zwiebelhaube exemplifiziert. Seine barocke Pracht eröffnet sich im Inneren mit den Seiten- und dem Hauptaltar.
Neben dem Altar, der unter einem Deckenfresko liegt, sieht man Petrus und Paulus. Sie stehen St. Georg zu Seite, der mit Drachen und Speer dargestellt ist.
Mit dem Übergang zum Deutschen Orden 1693 wechselte die Kirchenzuständigkeit von Konstanz nach Freiburg.
Der Schanzwiesweiher und der Bunkhofer Weiher sind schöne Ausflugsziele im Altdorfer Wald und vor allem…
Die Kirche Wain war ein Spielball zwischen den Konfessionen von evangelisch und katholisch. Die Geschichte…
Es ist ein alter und magischer Ort, der voller Legenden ist, die von Liebe und…
Auf einem Felsvorsprung auf 726 Metern Höhe oberhalb des Salemer Tals stand einst die Burg…
Die Geschichte der Moosburg und des Orts Moosburg im nordöstlichen Federseeried, genauer im Banngebiet Staudacher.…
Ein unberührter Moorwald kann mit seiner ganzen Schönheit über den Moosburger Steg erkundet werden. Wenn…