Kapelle Unsere Liebe Frau Herrot.
Südlich des Ellerazhofer Weihers liegt der kleine Ort Herrot, der zur Gemeinde Kißlegg gehört. Der Ort im Allgäu bietet eine tolle Aussicht über das Rottal im Westen und blickt selbst auf eine recht lange Geschichte zurück.
Die Geschichte des kleinen Orts am Rande des Rottals beginnt urkundlich bereits im 9. Jahrhundert. In den Archiven St. Gallens soll es bereits 861 oder 871 als Roto erwähnt worden sein. Das Kloster St. Gallen erhielt viele Güter von alemannischen Adeligen überschrieben. Sie versuchten damit einer Enteignung durch die Franken zu entgehen, welche seit dem 6. Jahrhundert über Alemannien herrschten. Doch die Franken machten in Cannstatt kurzen Prozess.
Der Name Herrot dürfte von dem Fluss herrühren, der sich westlich durch das Allgäu schlängelt. Ein Personenname lässt sich aber nicht ausschließen.
Erst im Jahr 1418 tauchte Herrot wieder in den mittelalterlichen Urkunden als Gut der Herren von Rot auf. Im Jahr 1593 übernahmen die Herren aus Kißlegg, das Haus Sulzberg-Paumgartner den Ort. Im Jahr 1794 verödete Herrot, weshalb sich Kaspers und Mundstückle herausbildeten.
Die Kapelle entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Unklar ist, ob es schon zuvor ein Gotteshaus an der Stelle gab. Beim Hochaltar mit dem Abbild Mariens weiß man um die Jahreszahl der Erstellung: 1628 – es war die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs.
Neben Maria mit dem Jesuskind im Arm sind auch die Heiligen Agnes (mit Lamm) und die Heilige Katharina (mit Schwert) als spätgotische Figuren aufgestellt. Agnes steht für Keuschheit und Schutz vor Vergewaltigung und auch Katharina ist Schutzpatronin der Jungfräulichkeit. Die Figuren von Rochus und Sebastian sind Schutzheilige bei Pest und Seuchen. Das referiert vermutlich auf die Schrecken des Religionskriegs dieser Zeit.
Die Marienkapelle war früher eine Wallfahrtskirche. Sie wurde 1757 ausgebaut und zuletzt im 20. Jahrhundert renoviert.
Die Geschichte der alten Pfarrkirche St. Mauritius in Langenenslingen. Der Ort Langenenslingen liegt am Rande…
Für Baienfurt hatte die Wolfegger Ach eine grundlegende Bedeutung und damit auch die Mühlen im…
Ein frühkeltisches Wagengrab mit einer womöglich etruskischen Reiterfigur - ein seltenes Zeugnis der keltischen Hochkultur…
Seit Jahren fahre ich durch meine Heimat Oberschwaben und habe bereits etwa 1.000 Sehenswürdigkeiten besucht…
Das heutige Paul-Fagius-Haus in Isny im Allgäu war einst das mittelalterliche Altersheim: das Heilig-Geist-Spital am…
Die Lourdeskapelle von Oberreute bei Kißlegg im Allgäu. Wer durch das Allgäu bei Kißlegg wandert,…