Blumen und Legende im Riedwald | Gedenkort der Guten Beth

Ein Stück Park inmitten des Riedwalds: Ein Gedenkort für eine Legende über die seliggesprochene Franziskanernonne Gute Beth.

Im Steinacher Ried, zwischen undurchdringlichem Riedwald und den langen, geradeverlaufenden Straßen, kommt man an einer Kreuzung zu einem parkähnlichen Platz – mitten im Wald zwischen Bad Waldsee und Aulendorf.

Gute Beth Bildstock Ried Park

Parkähnlicher Gedenkort für die Gute Beth

Im Sommer blüht eine Farbenvielfalt auf dieser Kreuzung im Riedwald. Ein unerwarteter und daher umso erstaunlicherer Ort inmitten des Rieds. Eine Bank lädt zum Verweilen ein und ein Naturschrein erinnert mit einem Bildstock an die Gute Beth. Sie gründete mit anderen zu Beginn des 15. Jahrhunderts das Kloster Reute und in Bad Waldsee steht sie einem Brunnen und einem Platz Patronin. Und an diesem Ort soll sich Wunderliches zugetragen haben.

Legende der Guten Beth

Legende des Försters und den Wildsauen

Die Gute Beth von Reute, die Elisabeth Achler hieß und von 1386 bis 1420 lebte, gehörte dem christlichen Mystizismus an. Die Franziskanerin wurde wegen ihrer Volksnähe und einem von Nächstenliebe geprägten Leben verehrt. Sie wurde 1766 von Papst Clemens XIII. seliggesprochen. Für eine Heiligsprechung braucht es ein Wunder – wie jene nachfolgende vielleicht?

In alten Tagen war der Förster des Rieds ein Mann namens Parades. Doch sein Reich durchquerten immer wieder Wallfahrer auf dem Weg ins Kloster Reute. Und tatsächlich führt dieser Weg schnurstracks zu diesem Wallfahrtsort. Also stellte der Förster Schilder auf, aber das hielt die Wallfahrenden nicht auf.

Der Förster wütete und drohte, die „Wildsauen“ zu erschießen, würden sie weiterhin den Waldweg benutzen. So lauerte er eines Tages tatsächlich im Gebüsch den Pilgern auf. Er machte sich schussbereit, als er die ungeliebten Passanten vernahm. Doch keine Pilger, sondern eine Rotte Wildschweine rannten auf ihn zu. Die nackte Panik erfasste ihn. Er ließ die Flinte fallen und kletterte einen Baum hinauf.

Die Wildschweine durchfuhren den Boden. Sie legten bald die Wurzeln frei und rissen an der Standhaftigkeit des Baums. Als dieser schaukelte, drohte der Förster den Wildschweinen zum Opfer zu fallen.

In seiner Not bat er die Gute Beth um Hilfe. Er versprach, die Pilger nicht mehr zu behelligen. Und mit einem Mal verschwanden die Wildschweine so schnell, wie sie gekommen waren. Der Förster hielt sein Versprechen und errichtete an der Stelle ein Bildstöckchen.

Wo befindet sich der Platz?

  • Tannwaldweg Ecke Moorkiefernweg
  • im Steinacher Ried bei Untermöllenbronn
  • 88326 Aulendorf
  • GPS: 47.92906553619496, 9.701981903120096
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