Grau Männle auf Schloss Zeil
Die Legende vom grauen Männle und des Todes der Fürsten von Waldburg-Zeil.
Eine Legende erzählt von einem Männle, das erscheint, wenn der Tod sich einen der Adeligen aus dem Hause Waldburg-Zeil holte.
Vor nicht allzu langer Zeit soll es ein geheimnisumwittertes Wesen gegeben haben, das in den Kellergewölben des Schlosses Zeil geisterte. Niemand kannte den Namen des Wesens und es war nur dann zu sehen, wenn ein Fürst des Adels im Sterben lag.
Zeitgleich schlug eine Uhr im Rittersaal, die sonst keinen Mucks von sich gab. Sie schlug nur in der Todesstunde des Fürsten, wenn das Männle sich auf den Weg machte.
Wenn einer der Hausherren im Sterben lag, stampfte das graue Männle langsam aus den dunklen Gewölben unter dem Schloss hervor und lief langsam die Stufen hinauf. Die wenigen Sichtungen des Wesens beschreiben das graue Männle von geringem Wuchs mit einem von langen, grauen Haaren verdecktes Gesicht. Nur ein kleines aschgraues Mäntelchen soll das graue Männle kleiden.
Es stieg dann aus dem Untergeschoss hervor, durchquerte alle Zimmer und kramte sogar in den Truhen, die in den Fluren standen. Doch dann bewegte es sich schnurstracks auf das Gemach des Fürsten zu, wenn es mit ihm zu Ende ging. Doch es trat nicht ein. Es stellte sich vor die Tür und mit dem Tod des Fürsten verschwand auch das geisterhafte Männle.
Aus Angst vor dem Tod ließ eine Fürstin die Uhr richten und bestellte den besten Uhrmacher der Region, doch das alte Getriebe war nicht zu reparieren. Sie fürchtete die Uhr genauso wie sie wegzuwerfen. Also wurde sie in der Hoffnung der Vertreibung des Männles in einer Kammer eingeschlossen.
Und tatsächlich war das Männle verschwunden und kam nicht, als der Fürst im Sterben lag. Doch die Uhr begann zu schlagen als der Fürst das Zeitliche segnete. Sie war so laut, dass sie selbst außerhalb der Schlossmauern zu hören war. Die Witwe jedoch wies an, die Uhr wegzubringen und an einem heiligen Ort zu vergraben. Doch als sie starb, erklang die Uhr wieder – obwohl sie nirgends zu finden war.
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