St Sebastian Kapelle Mittelurbach
Der heilige Sebastian ist in dieser Gegend öfters vertreten, so auch in dem kleinen Ort Mittelurbach bei Bad Waldsee. Neben ihm sind aber noch zwei weitere Bauernheilige in dem Gotteshaus vertreten.
Geschichte der Kapelle Mittelurbach
Die Kapelle schloss eine Lücke für die Bauern, die nicht mehr nach Waldsee mussten und sie daher auch finanziert haben. Per Umlage mussten größere Höfe doppelt so viel bezahlen wie die Kleineren. Der Rest kam über Spenden herein.
Den Bauauftrag für die Kapelle in Mittelurbach erhielt der Waldseer Rebholz. 1854 wurde sie mit vieleckigem Chor und einem achteckigen Dachreiter fertiggestellt und im Oktober eingeweiht. Die Kapelle war damit den Auftraggebern vorbehalten. Das änderte sich erst 1903, als die St. Sebastianskapelle öffentlich zugänglich wurde.
Kunstwerke in der St. Sebastianskapelle in Mittelurbach
Die Kunstwerke in der Kapelle wurden secondhand erworben. So ist der Altar ein Werk des Barocks, genauer von 1730. Er stand ursprünglich in der Kapelle in Steinach, die damals noch kein Teil von (Bad) Waldsee war.
Die ebenfalls barocken Figuren der Heiligen Peter und Paul verweisen auf die Nähe zur Kirche in Bad Waldsee.
Die Mariendarstellung stammt vom Kloster Reute, wo die Säkularisierung einige religiöse Kunstwerke preisgab. Ein Gemälde der Klostergründerin, Gute Beth, in der Kapelle ist auch eine Referenz und wurde 1770 gemalt. Aus dieser Zeit stammt wohl auch das Wandkreuz.
Für christliche Volkskunst steht die Figur des heiligen Johannes (Evangelist). Sie und auch die Marienfigur sind aus dem 19. Jahrhundert.
Selbst das Dach wurde mit Platten der Kirche St. Peter 1970 erneuert und 2012 saniert.
Bauernheiligen der Bauernkapelle St. Sebastian Mittelurbach
Mittelurbach war zum Ende des 19. Jahrhunderts wie weite Teile Oberschwabens sehr landwirtschaftlich geprägt. Damit war die Wahl der Schutzheiligen vermutlich schnell gefunden. Besonders ist aber an dieser St. Sebastianskapelle, dass ihr zwei weitere Schutzheilige zur Seite gestellt wurden.
Der heilige Wendelin und die heilige Notburga (von Eden) kommen selten in der Kombination mit dem heiligen Sebastian vor. Ob sie erst in der Nachkriegszeit in die Kapelle einzogen oder zuvor nicht erwähnt wurden, bleibt unklar. Dennoch sind sie ein Produkt des 19. Jahrhunderts.
Die heilige Notburga von Eden, dargestellt mit Sichel, Brot und Milchkrug, ist die Schutzpatronin für Mägde und steht als einzige Heilige für Arbeitsruhe und einen Feierabend. Ihr Wunder war denn die Auflehnung gegen die Samstagsarbeit. Sie hob ihre Sichel und sie blieb in der Luft. Aber nicht nur deshalb ist sie eine der Bauernheiligen, sie soll auch die Ernte und das Vieh schützen.
Der heilige Wendelin, dargestellt mit Schaf und Hirtenschippe, entsagte dem Reichtum und lebte ein Einsiedlerleben in den Vogesen. Auch er gilt als Schutzpatron der Bauern, Hirten und Schäfer. Er soll auch vor Seuchen schützen und die Ernte mehren.
Der heilige Sebastian, von Pfeilen getroffen, ist in der Umgebung häufiger anzutreffen. Der römische Märtyrer musste zweimal mit dem Tod ringen und gilt als Schutzheiliger gegen Pestilenzen und Viehseuchen.
Ihnen ist auch gemein, dass sie nahe am Volk standen und sich für Ärmere oder Benachteiligte eingesetzt haben.
Wo befindet sich die St. Sebastianskapelle Mittelurbach?
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