Burgstall Zollenreute

Die kleine Ortschaft Zollenreute hatte eine Burg im Mittelalter. Der Burgstall ist heute überbaut.

In Zollenreute bei Aulendorf gibt es eine Schlossstraße, das ist oftmals ein Indiz für ein ehemaliges Schloss oder eine frühere Burg. Und tatsächlich stand hier einst eine Burg, die der Herren von Zollenreute.

Gelände des Burgstalls Zollenreute

Das Areal ist heute nicht zugänglich, denn es befindet sich ein Haus auf dem privaten Areal. Von der Burg ist nichts mehr erhalten, nur noch Gräben und die Geländelage auf dem Sporn berichten von dem ehemaligen Rittersitz. Nach Nordwesten verläuft der Münchenreuter Bach und nach Nordosten gibt es einen relativ steilen Anstieg, welcher künstlich steiler gemacht wurde. Die Position ist ein Sporn. Für die Burg hat man Gräben angelegt, doch davon sieht man heute auch nichts mehr. Nur durch Lidar-Technik konnte man sich ein Bild der Burg machen. Die Burg hatte vermutlich die Maße 30 Meter auf 40 Meter und zudem eine 80 Meter lange Vorburg. Es war wohl eine relativ große Spornburg, die auch über eine Kapelle verfügte.

Adel und Geschichte der Burg Zollenreute

Die Burg zu Zollenreute wurde vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert erbaut, doch weiß man recht wenig darüber. Erst mit dem Burgherren-Wechsel erscheint eine urkundliche Erwähnung. Damals Zollunruti oder auch Zollenruetin verfügte über eine Mühle und Sägerei und wurde schon 1240 erwähnt. Der Name rührt von einer Person, die hier wohl gerodet hat (-reute), vielleicht der Ursprungsadel? Doch wird der Ort bis ins 20. Jahrhundert auch Schindelbach genannt.

Der Adel von Zollenreute ist im Ursprung unbekannt. Erst als die Herren von Hornstein, ein altes schwäbisches Adelsgeschlecht, die Burg übernahmen, weiß man von den dort lebenden Burgherren. Die von Hornstein waren eine Linie des Adelsgeschlechts, die zuvor Linie Hertenstein hieß. Da aber die verwandten Hornsteins ausgestorben waren, übernahm man deren Namen. Mit dem Umzug zum Ende des 16. Jahrhunderts nach Zollenreute nennen sie sich von und zu Horstein und Zollenreute. Eine Urkunde von 1596 wurde von einem Juncker Balthasar gesiegelt und 1605 war er Stellvertreter und Sprecher der Gemeinde Bingen vor Gericht, wobei es um das Aufsammeln von Äpfeln und Birnen ging.

Sie hatten die Hälfte der Ortschaft zu Lehen aus Österreich und zur Hälfte war es ihr Eigentum. Aber auch das Kloster Baindt, das Kloster Schussenried und das Kloster Weingarten hatten hier Ländereien. Ebenfalls hatten die Fürsten von Thurn und Taxis und die Herren von Göffingen beim Bussen (ab 1575) hier Lehen. Der Zehnte ging an die Geistlichkeit in Aulendorf.

Im Jahr 1693 wurde der Teil der Herren von und zu Hornstein und Zollenreute an die Kommende des Deutschordens in Altshausen verkauft. Aber die Burg war wohl schon zusehends verfallen. So gibt ein Verzeichnis aus dem Jahre 1681 darüber Auskunft, dass Burg Zollenreute ziemlich ramponiert war. Das Lehen ging fortan an die von Thurn und Taxis.

Im 18. Jahrhundert versuchte man eine Art Flurbereinigung, so wollte die Kommende Altshausen Zollenreute mit Gebieten im Bereich Friedberg-Scheer tauschen. Auch das Kloster Weingarten sollte Ländereien eintauschen.

Ab dem Jahr 1735 wurde die Burg abgetragen. Damals erhielt ein J. G. Funk die Genehmigung, auf dem Burgplatz ein Haus zu bauen. Drei Jahre später durfte er weitere Reste abtragen und das Areal bepflanzen. Dennoch waren noch bis 1829 Reste von der Mauer und die Gräben zu erkennen, so das Oberamtsbuch aus Saulgau. Die Burgkapelle war auch noch vorhanden, was nunmehr aber ein Wohnhaus ist. Inzwischen ist nichts von der alten Burg geblieben.

Wo war die Burg Zollenreute?

  • Schlossstraße 4
  • 88326 Aulendorf-Zollenreute
  • GPS: 47.929360, 9.638834
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