Ellwangen & Kirche St. Kilian und Ursula

Der kleine Ort Ellwangen hat eine recht große neoromanische Kirche, St. Kilian und Ursula – Teil der Geschichte der Ortschaft.

Die Ortschaft und die ursprüngliche Kirche an diesem Ort dürften wohl zu selben Zeit entstanden sein. Ellwangen entstand im Hochmittelalter und gehört heute zu Rot an der Rot.

Geschichte Ellwangen

Ellwangen liegt in einer Mulde am Ursprung des Ölbachs und dessen Tal. Die Position war für den Namen verantwortlich. Ellwangen steht für ein leicht abfallendes (el oder später elch) Fleckchen Erde, also wang.

Erstmals erwähnt wird der Ort im selben Jahr wie die Kirche, 1275. Welcher Adel hier seinen Sitz hatte, ist unklar. Doch gab es ein Schlösschen, das im 17. Jahrhundert erwähnt wurde, wo zuvor wohl ein Adel seine Burg hatte.

Die Herrschaft übten die Grafen von Landau aus. Ob die unbekannten Herren von Ellwangen es von denen als Lehen hatten, oder die von Landau die von Ellwangen beerbt haben, geht aus den Urkunden nicht hervor.

Das Lehen über das Dorf ging im Jahr 1300 an den Schenken Konrad von Winterstetten-Otterswang über. Die Oberhoheit ging in diesem Jahrhundert noch an die die Österreicher (Habsburger). Mit dem Untergang derer von Winterstetten ging die Ortschaft an die Verwandtschaft: Die Truchsessen von Waldburg erhielten es, wie so oft, als mannserbliche Inhabung; was bedeutet, solange es einen männlichen Erben gibt, bleibt es in deren Besitz.

Im 15. Jahrhundert führte es dazu, dass Ellwangen zum Haus Waldburg-Wolfegg gehörte. Sie etablierten einen Ammann und ab 1699 gab es auch einen Gerichtsammann (Ammann steht für Amtmann). Die Höfe Tristolz, Eulental und Pfaffenried, sowie Löhlis waren damals bereits existent. Ebenfalls im 15. Jahrhundert entstanden Mühlen und Handwerk in Ellwangen.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde es durch die Linien derer von Waldburg durch gereicht, von denen Wolfeggern an Waldburg-Zeil und später an Waldburg-Zeil-Wurach. Im 18. Jahrhundert verödet der Ort und bleibt bis 1809 unbewohnt.

Kirche St. Kilian & Ursula in Ellwangen

Eine Kirche bedeutete ein Patronatsrecht, also beteten die dortigen Geistlichen für dessen Seele, der sie stiftete. Dieses Recht, so steht es in den Urkunden, ging von den Grafen von Landau an die Habsburger über. Diese schenkten die Kirche und damit das Patronatsrecht 1467 an die Universität Freiburg.

Als die Herren von Waldburg an der Macht waren, stifteten sie das Patronat dem Kloster Wolfegg. Dort verblieb die Kirche bis 1775, als es wieder eine eigene Pfarrei wurde.

Die ursprüngliche Kirche dürfte im Stil der Gotik errichtet worden sein und wurde im Zuge des Barocks modernisiert. Der Chor stammt von der Architektur her noch aus dieser Zeit. Jedoch ist davon fast nichts mehr zu erkennen. Der älteste Teil des Gotteshauses ist der Turm, welcher im Kern noch vom Ursprungsbau stammt.

Die heutige Kirche wurde in den Jahren von 1862 bis 1864 erbaut. Der Stil der Zeit war der Historismus, konkret handelt es sich um den Stil der Neo-Romanik. In den 30er Jahren des letzten Jahrhundert entfernte man die Bemalung und etablierte Fresken des Künstlers Blepp, der auch die Kreuzwegstationen schuf. Der heutige Chor in seiner Form entstand 1985.

In der Kirche vertreten finden sich unter anderem Darstellungen der zwölf Heiligen: Agnes, Franz von Sales, Don Bosco, Petrus Canisius, Bonifatius, Paulus, Elisabeth, Konrad von Parzham, Wendelin, Albertus Magnus, Kilian und Augustinus.

Ein Altarbild zeigt die Muttergottes mit Ellwangen im Hintergrund und die Flügelblätter des Altars zeigen das Martyrium der Heiligen Ursula, sowie Opfer des Ersten Weltkriegs. Aus spätgotischer Zeit stammen die Holzbildnisse, die in Memmingen geschaffen wurden. Aus dem 17. Jahrhundert ist die Figur des Heiligen Sebastian und die Gruppe von Anna und Maria.

Die Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen und seit 1950 gibt es wieder ein ordentliches Geläut mit sechs Glocken. Die Orgel von 1865 von C. Weigle wurde 1953 durch die Orgel der Gebrüder Reiser ersetzt.

Zum Kirchengelände gehört auch das Pfarrhaus aus dem Jahre  1731, das in den 1960er Jahren renoviert und umgebaut wurde.

Wo ist die Kirche in Ellwangen?

  • Biberacher Straße 5
  • 88430 Rot an der Rot
  • GPS: 47.974929, 9.939477

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