Der Burgstall Ametshausen oder Schlüsselburg liegt in dem kleinen Ort Niedernzell.
Unweit der Wallfahrts- und Reiterprozessionskapelle St. Wendlin in Niedernzell liegt ein Burgstall, von dem heute kaum noch etwas zu erkennen ist.
Die Geschichte dieser Verteidigungs- und Repräsentationsanlage beginnt vermutlich im elften Jahrhundert. Die Herren von Ametshausen, über die nicht viel bekannt ist, erbauten die Burg. Daher ist der Burgstall noch heute unter diesem Namen bekannt. Vermutlich war die Burg das erste Gebäude in Niedernzell und das Dorf entstand dadurch.
Der ursprüngliche Adel, der die Burg erbauen ließ, könnte in Verbindung zu Amertshausen stehen. Der Ort, der 1275 noch als Amortshausen urkundlich in Erscheinung tritt, ist heute nicht mehr existent. Er lag im Rottal, südlich von Schwendi, und gehörte ebenfalls zum Besitz des Klosters Gutenzell. Ob und in welcher Beziehung der Adel zum Kloster stand, ist unbekannt. Gut möglich, dass die Burg zur Handelssicherung zwischen Schwendi und Ochsenhausen diente.
Später wurde der Herrschaftssitz von dem Adel Schlüsselberg übernommen, die in der Nähe weitere Burgen, wie Burg Schlüsselberg auf dem Schlossberg, unterhielten und aus deren Adel die Frauen hervorgingen, die das Kloster Gutenzell im 12. Jahrhundert gründeten.
Die Burg Ametshausen, damals schon Burg Schlüsselberg, wurde im 13. Jahrhundert zerstört. Dass man so wenig über diese Burg weiß, liegt auch am Feuer im Kloster Gutenzell im 14. Jahrhundert, das von einem Blitzschlag ausgelöst wurde. Damals wurden viele Urkunden über das Gebiet ein Raub der Flammen.
Heute kann man von der ehemaligen Burgstelle des gräflichen Adels von Schlüsselburg noch einen Graben in ovaler Form erkennen. Vermutlich war die gesamte Anlage oval. Möglicherweise ist das ein Hinweis auf eine Turmburg (Motte).
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