Evangelische Kirche Höll
In einem leichten Bogen spannt sich eine Linie zwischen der Kirche Alttann (die ehemalige Burg der Herren von Tann, die späteren Waldburger) der evangelische Kirche Höll bis zum ehemaligen Schloss Neutann. Allerdings mit einem drastischen Gefälle hinab in die Schlucht, die die Wolfegger Ach aus dem Boden gegraben hat. Das macht einen Höhenunterschied von über 70 Meter aus, die sich recht steil gestalten. Daher geht es in Serpentinen hinab und auch das ist recht anstrengend beim Aufstieg.
Oberschwaben ist abseits der größeren Städte katholisch geprägt. Dass es dennoch beinahe überall eine evangelische Kirche gibt, ist vorwiegend eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts. In Wolfegg und Umgebung begann dies im Jahr 1869 und erreichte Alttann 1888. Auch Bergatreute und weitere Orte der näheren Umgebung zählen heute zu dieser Kirchengemeinde.
Die Kirche am Rande der tiefen Schlucht wurde 1925 zusammen mit einem Schulzimmer und einer Wohnung für den Lehrkörper erbaut. Die Finanzierung gelang durch Spenden und einer hohen Selbstbeteiligung. Den Bauplatz spendierte der Firmeninhaber Schwedler, von wo man die Spitze der weit oberhalb gelegenen katholischen Kirche sehen kann.
Der Anbau wurde 1949 zum Gemeindehaus umgewidmet. Die Wohnung bezog der Mesner. Das änderte sich 1964, als man ein Pfarrhaus in Alttann kaufte. Inzwischen gibt es auch Räumlichkeiten für Kinder und Jugendliche an dem Ort.
Sicherlich stolperte der eine oder die andere über den Titel „Evangelische Kirche Höll“. Man denkt selbstverständlich an die Hölle, die die Kirche propagiert. Und tatsächlich gibt es eine Verbindung dazu, aber rein philologisch.
Schon im altgermanischen existieren die Vorgänger des Wortes Höll. Es ist eine Bezeichnung für einen Spalt, ein schmaler Raum, wie es ihn in engen Tälern gibt. Daher gibt es nicht nur in dieser Gegend diesen Flurnamen.
Dieses Höll, im altgermanischen Hel, steht übrigens dem Himmel – ein offenes Feld – gegenüber.
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