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Der Teufel auf der Hochzeit in Ertingen | Legende

Eine schwäbische Sage: Die Legende vom Teufel auf der Hochzeit in Ertingen.

Ein junges Mädchen aus Ertingen hatte sich schon in jungen Jahren dem Teufel verschrieben. Dafür half Luzifer ihr mit seiner ‘Schwarzen Kunst’ bei allerlei Dingen. Niemand in Ertingen wusste von der unheiligen Verbindung der beiden.

Sie schien nicht nur in ihren Taten Glück zu haben, auch mit ihrem Aussehen. Sie hatte eine schöne Gestalt und ein wunderschönes und helles Gesicht. So war das Mädchen immer sehr beliebt bei der Bevölkerung Ertingens und sie hatte auch viele Verehrer. Eines Tages erwählte sie ihren zukünftigen Gatten. Sie glaubte, den Richtigen gefunden zu haben.

Die Hochzeit war ein halbes Jahr später geplant, das ganze Dorf war anwesend. Als die Musikanten an jenem Abend die Musik der drei Ehrentänze spielten, gesellte sich ein Jäger in grün-rotem Gewand zu der Feier. Er trat in die Stube und verbeugte sich wie ein Edelmann vor der Braut.

Noch ehe es die Ehrengesellen begriffen, tanzte der unbekannte Jäger mit dem Mädchen. Zunächst ging es hofele, also langsam vonstatten. Doch die Musik wurde schneller. Den Musikanten ging fast die Luft aus, doch konnten sie nicht anders als schneller und schneller zu spielen. Sie spielten von einer bösen Macht getrieben, gezwungen immer schneller zu werden.

So tanzten auch der Jäger und die Braut immer schneller. Der Jäger wirbelte die Braut im Takt der teuflischen Musik und wurde selbst immer schneller. Die Braut konnte dem Tempo kaum noch folgen und so lag sie plötzlich bewusstlos in den Armen des Jägers. Die Töne des Trillers überschlugen sich, als der Jäger über die Tanzfläche hinwegflog und durch das Fenster hinausfuhr – die Braut in seinen Armen.

Jetzt erst wurde es dem einen oder anderen klar, es muss der Teufel gewesen sein, der die Braut holte. Noch eine Weile hörte man sie schluchzen und weinen, bis es plötzlich totenstill geworden war.

 

Schwoable

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