Burgberg Gebelberg bei Zußdorf

Westlich, fast schon außerhalb von Zußdorf, liegt ein kleiner Berg, auf dessen Spitze vor langer Zeit eine Burg stand.

Damit hatte der kleine Ort Zußdorf womöglich zwei Burgen, vielleicht war die Burg, um die es hier geht, eine Vorgängerburg oder eine Art Außenposten. Vielleicht war es auch ein alemannischer Bau, der den Franken zu Merowinger Zeit (vor den Karolingern) nicht gefallen hat und abgetragen wurde. Im 6. Jahrhundert übernehmen die Franken das Sagen in Oberschwaben. Zußdorf wird urkundlich 1192 erwähnt und hatte auch einen Adel, der im Dienst des Grafen von Heiligenberg stand.

Burg Gebelberg | Zußdorf

Der kleine Berg ist am Westausgang von Zußdorf, oberhalb des Zußdorfer Bachs. Dort im Wald liegt der mittelalterliche Burghügel, der auch Bergle genannt wird. So lautet auch der Straßenname “Am Bergle”. Zur einen Seite verläuft der Zußdorfer Bach und zur anderen Seite schützten weniger steile Abhänge des Rotachbeckens. Es gab wohl auch einen Graben, der heute aber nicht mehr auszumachen ist.

Das Bergle ist rund 40 Meter lang und überragt das Gelände um acht Meter. Oben befindet sich eine kleine Empore, die über zwei Meter hochsteht. Leider fand man aber bei Begehungen gar nichts von der Burg. Auch keine Mauerreste, was vermuten lässt, dass man hier wohl mit Holz baute (wie die Alemannen?).

Die Anlage sieht jedoch sehr nach einem Burgenbau aus. Schon das Oberamt Ravensburg schreibt, dass dort die Burg Gebelberg gewesen sein soll. Andere Namen finden sich aber auch, so gibt es die Bezeichnungen Gretengebel oder Zigeunerburg. Vielleicht ein Sitz der eingefallenen Ungarn im 10. Jahrhundert. Leider findet sich sonst gar nichts in den Quellen, was Raum für Spekulation bietet.

Der Bereich oberhalb des Gewässers ist mit Holzstegen und Geländern gesichert. Hier lohnt auch ein längerer Ausflug mit herrlichen Ausblicken und das mitten im Wald. Das Gelände ist stark bewachsen und der Weg dahin wird zuweilen von Blumentöpfen ausgewiesen, aber man folgt besser dem offiziellen Pfad, sonst muss man über einen privaten Rasen.

Entlang des Wegs laden Sitzbänke zum Verweilen ein und ermöglichen es, den Blick schweifen zu lassen. Außerdem findet man auf dem Weg ein Kriegsdenkmal in Form einer Maria. Zudem führen mehrere Wanderwege entlang des Bachs – ein lohnendes Ausflugsgebiet.

Wo war die Gebelberg-Burg?

  • Am Bergele
  • 88271 Wilhelmsdorf-Zußdorf
  • GPS: 47.848836, 9.4257759
Schwoable

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