Das ehemalige ERBA-Gelände und seine Zeit als Industriefläche, in der hier noch Baumwolle gesponnen wurde.
Im Südwesten von Wangen, in der Nähe zum Fluss Argen, entsteht ein neues Quartier, die Neue Spinnerei, auf einer ehemaligen Industrieanlage. Im Jahr 2024 soll hier die Landesgartenschau stattfinden, wozu es zu einer Entsiegelung der Fläche und mehr Natur in der Umgebung kam. Der Charme des ehemaligen Industriegebietes ist aber noch erhalten geblieben. Das Gelände wird von vielen Interessierten begutachtet.
Bereits 1860 begann die Baumwollspinnerei Wangen ihre Geschichte. Der Grund für die Ortswahl hatte mit der Argen zu tun, die Strom per Wasserkraft bereitstellte. Noch heute ist das Konzept der Stromgewinnung durch die Wasserkraft der Argen virulent. Bei Beutelsau wird eine derartige Lage gerade instand gesetzt.
Zunächst wurde sie durch das Unternehmen Fopp & Co übernommen und später wurde die Anlage ein Teil der ERBA-Gruppe. Das Gebäude der “Neuen Spinnerei” entstand zwischen den Jahren 1900 und 1908. Das Carderie-Gebäude, wo die Baumwolle mittels Kardier- und Krempelmaschinen weiter gereinigt wurden, wurde zwischen 1909 und 1913 erweitert.
Die Anlage war ein eigenes kleines System mit eigener Infrastruktur. Es gab sogar ein Haus für die Frauen nach der Geburt (Wöchnerinnen), Lebensmittelgeschäfte und selbstverständlich wurden Wohnungen für Arbeiter*innen errichtet. Auch an die Nach-Arbeitszeit wurde gedacht, so wurde ein Heim für die Rentner*innen gebaut. Aus dieser Struktur erwuchs auch ein Vereinsleben, das bis heute aktiv ist.
Das Industriegelände war bis 1992 eine Arbeitsstätte. Heute befindet sich ein Parkhaus im Zentrum der Anlage. Das Areal ist im Besitz der Stadt Wangen.
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