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Sankt Michael und Georg Kirche Hohentengen

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Die Kirche von Hohentengen gehört zu den schönsten Kirchen im Stil der Neogotik und steht auf einer keltischen Kultstätte.

Turm Kirche HohentengenDie Sankt Michael und St. Georg Kirche in Hohentengen ist von Weitem sichtbar und dient bei Wanderungen in diesem Gebiet als Orientierungshilfe, sie steht auf dem Kugelberg auf 592 Metern Höhe. Vor allem das spitz zulaufende Dach und die Architektur, machen das Bauwerk zu einer Sehenswürdigkeit.

Von der Kultstätte bis zur Kirche | Kugelberg Hohentengen

Schon in der anfänglichen Bronzezeit (1700 v. C.) und auch die alten Kelten (700 v. C.) haben hier gesiedelt, in dem Gebiet das in Laufe der Geschichte einige Namen hatte, darunter Göge ab 1420 für Region und Diegen war der Ort. Zuvor war die Grafschaft Dienggau, wobei man Hohentengen als „Hauptstadt“ annehmen kann. Hier zwischen Donau und Ostrach hat es sich schon immer gut Leben lassen.

Gerade die Kelten haben nicht selten in Bergen und Erhebungen heilige Stätten gesehen, so auch beispielsweise der Bussen in der Nähe. Aber eben auch diese Anhöhe in Hohentengen. Welchem Gott der Platz gewidmet war ist unklar; einer archäologische Untersuchung steht ja die Kirche im Weg. Auch die Alamannen und die Franken siedelten an dem Kugelberg.

Das schon erwähnte Diengen war der ursprüngliche Name der Ortschaft, vermutlich ein Personenname. Der Ort wird 1247 erwähnt. 1268 genehmigt Bischof Eberhard von Konstanz einen Gebietstausch der Pfarrkirche Diengen mit dem Grafen Heinrich von Veringen.

Auch religiös war man gut gestellt, so gehörte Diengen zu den größten Dekanaten des Bischofs Konstanz und umfasste Mengen, Scheer, Bittelschieß, Königseggwald, Hoßkirch und weitere Ortschaften.

Doch das Gros in Hohentengen unterstand dem Grafen Mangold von Nellenburg. Dieser verkaufte dem König Rudolf von Habsburg die Grafschaft Dienggau und Ertigau im Jahr 1282. Der König, der erste Habsburger auf dem Königsthron, verleiht Hohentengen die Hohe Gerichtsbarkeit. Jetzt wird aus Diengen, Hohendiengen – Hohentengen. 1295 wird urkundlich eine Gerichtsbarkeit erwähnt, die unter einem Amman, später Landamman stand.

Die Oberhoheit über Hohentengen, wie in vielen anderen Teilen der Region, hat der Truchsess von Waldburg inne. So gibt es eine Erwähnung im Jahr 1682, dass ein Streit entbrannt ist zwischen dem Truchsess und Georg Lauter, sowie Michael Bendelin. Der Kern des Streits war das Patronat der Kirche Unlingen.

Schon im Jahre 1300 wird Hohentengen Teil der Grafschaft Friedberg. Als man 1500 den Blutbann erhielt, war man für die ganze Grafschaft Friedberg, inzwischen, -Scheer verantwortlich. Die Einkünfte aus den Pfarreien summierten sich in Hohentengen, so die Erwähnung dass 1572 die Kaplanei Wolfahrtsweiler nicht besetzt ist, so müssen die Leute nach Hohentengen und das bedeutet Einkünfte. Erst 1733 sollte Wolfahrtsweiler einen eigenen Pfarrer bekommen.

Im Bauernkrieg  hat Hohentengen eine besondere Rolle gespielt, hier akzeptierte man die Niederlage gegen den Bauernjörg (1525) nicht und organisierte die Hohentenger Rebellion im Jahr 1591, ebenfalls gegen den Adel, also den Truchsess von Waldburg. Daher war der Ort auch ein Zankapfel zwischen denen von Waldburg und dem Kaiser Leopold I, welcher 1682 den Hohentenger ein eigenes Wappen samt Brief und Siegel gegeben hatte. Damit ausgestattet wurde die Pfarrei Hohentengen recht großräumig.

Am 6. November 1682 verleiht der Kaiser Leopold I, ein Habsburger, Hohentengen die Würde. Das Wappen besteht aus einem aufrecht stehenden Löwen in gelb vor schwarzem Hintergrund, das Wappentier derer von Waldburg. Der Löwe hält ein Schild mit der österreichischen Fahne, damals schon seit zwei Jahren ein Lehen von Österreich an die Waldburger.

Hohentengen verliert an Macht.  Es wird 1706 als Austragungsort einer Schlägerei und 1774 wegen eines Gerichtsverfahren wegen der Steuer für den Kirchenbau durch die steuerbefreiten Grundbesitzer in Hohentengen und Günzkofen erwähnt. In dem Prozess wurde 1792 entschieden, dass der Verkauf von Ländereien für die Renovierung des Kirchendachs nicht zur Disposition stünde. Tatsächlich kauft man im Jahr 1846 noch Land dazu, damit der Pfarrer einen Pfarrgarten hat.

Zum Ende des 18. Jahrhundert ging es die Thurn und Taxis Familie und ab 1806 gehört es zu Württemberg.

Kirche in Hohentengen

Die Franken bauten hier erstmals um ungefähr 800 n. C. eine Kirche, welche mit einem Wall, Graben und Holzzaun befestigt war. Erstmals erwähnt wird sie als Pfarrei 1247 mit den noch heutigen Heiligen St. Michael und Georg. Das Patronat und damit die Fähigkeit aus dem Fegefeuer zu gelangen hatten die Herren von Hohentengen inne.

Im Jahr 1489 wurde ein gotische Kirche erbaut, doch von dieser Kirche ist heute nur noch ein Teil des  Turms erhalten. Die jetzige Kirche stammt aus dem 19. Jahrhundert, genauer zwischen den Jahren 1848 bis 1852. Sie wurde von Gottlieb Pfeilsticker aus Ravensburg geplant, welcher dem gotischen Stil treu blieb, was sich Neogotik nennt. Auch ein Sandsteinkreuz, westlich der Kirche, wurde etabliert.

Das Innere der Kirche wurde 1971 so eingerichtet, dass der Altar mehr im Zentrum und die Apsis im Hintergrund steht. Dekoriert ist das Gotteshaus nur wenig, mit Bildern und Figuren im barocken Stil.

Bilder der Kirche in Hohentengen

Adresse der Kirche St. Michael Hohentengen

  • Hauptstraße 1
  • 88367 Hohentengen
  • GPS: 48.02885,9.379566


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