Leer

St. Blasius Kirche Ehingen | Oberschwäbische Barockstraße

SH Sicherheit 550x70

Ehingen hat ein paar Kirchen, die St. Blasius Kirche in Ehingen lässt sich einfach am Spitzturm erkennen. Der Turm der Kirche gehört zum Wahrzeichen der Stadt und außerdem zu den höchsten Barockkirchtürmen in Oberschwaben.

Zusammen mit der Liebfrauenkirche, der Herz-Jesu-Kirche und der St. Blasius, sind die drei Gotteshäuser, die wichtigsten der Stadt Ehingen. Die St. Blasius Kirche ist ebenfalls eine Station auf der Oberschwäbischen Barockstraße. Die Kirche liegt erhöht im Zentrum der Stadt, unweit des Marktplatzes.

St Blasius Ehingen

Blasius, genauer Blasius von Sebaste, ist ein Märtyr-Heiliger der Christen aus dem 2. und 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Er verübte Wunder, starb für seinen Glauben und wird zumeist mit gekreuzten Kerzen in der Hand dargestellt. Das auf eine Legende zurückgeht, wonach ihm unter anderem eine Kerze geschenkt wurde, nachdem er mittels Gebet das Tier einer Frau zurück brachte, das ein Wolf riß.

Geschichte von Ehingen im Mittelalter

Ehingen wird im Jahr 760 erstmals erwähnt, wobei es damals Cachinga hieß. Schon 27 Jahre später hieß die Ortschaft dann Heinigen. Ab dem 10. Jahrhundert sagte man Ehinga. Der Name, so glaubt man, rührt von einer Person her. Schon früh waren die Franken und dem merowingischen Königshaus hier her gekommen. Davon zeugen auch  Reihengrabfelder westlich und nördlich von Ehingen. Der  fränkischen Gebietsstruktur nach lag Ehingen im Muntricheshuntare.

Das Areal gehörte schon bald zum Grafen von Berg, dessen Burg wohl in der Nähe der Kirche gestanden haben muss. Die Ministerale des Grafen von Berg waren die Ritter von Ehingen, welche vom 12. Jahrhundert bis ins 13. Jahrhundert belegt sind. Zu dieser Zeit werden die Einwohnenden der Stadt zur Cives und ein Amman (Amtmann) wird erwähnt. Außerdem erhält Ehingen mehr Rechte, so wird man 1379 Ehingen von anderen Gerichten befreien, doch dauerte es noch bis 1434 bis man die Blutgerichtsbarkeit bekommt. Die anderen Gerichtsbarkeiten bekam man 1568.

1343 wird Ehingen, zusammen mit Berg und Schelklingen, nach Österreich an die Habsburger verkauft. Noch vom selben Jahrhundert an, wird Ehingen und andere Ortschaften des Öfteren verpfändet. Bis im Jahr 1568 die Stadt Pfullendorf den Pfand auslöste.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, im Jahr 1680, werden die Ortschaften von einer Pfandschaft zu einem Lehen.

Geschichte und Kunst der Stadtpfarrkirche St. Blasius

Die Kirche hat im Laufe ihrer Geschichte einige Wandel erfahren. So soll sie schon im Jahr 1182 gestanden haben. Im Jahr 1339 wurde sie dem heiligen Blasius geweiht. Auch dem Theodul von Sitten ist die Kirche geweiht, er ist auch Schutzpatron von Ehingen. Ab 1343 war das Patronat bei den Habsburgern, das bedeutet, der Pfarrer sprach Fürbitten für die Adelsfamilie, womit sie dem katholischen Glauben nach, aus dem Fegefeuer kommen können. Es war aus deren Sicht also eine wichtige Investition für das Leben nach dem Tod.

Die Umbauten im Mittelalter sieht man auch an der ehemaligen Friedhofsmauer, ein Indiz, dass die Kirche einmal als Burg diente. Von der ursprünglichen Kirche aus dem 12. und 13. Jahrhundert ist noch der Unterbau des Turms, damals auch als Wehrturm eingesetzt. Aber so wie er heute aussieht, sieht er erst seit dem Jahr 1958 aus, bevor er schon mal im Jahr 1888 umgestaltet wurde.

Ursprünglich war die Kirche im Stil der Gotik gestaltet, eine Hallenkirche – eine bestimmte Form des Kirchenbaus. Am Fenster des Turms kann man, mit den hochgezogenen Rahmen und den Verschnörkelungen, noch gotischen Rückstände erkennen. Im Jahr 1517 wurde das Kirchenschiff vergrößert, man brauchte wohl mehr Platz auf Grund der größeren Menschenmenge. Das geschah noch öfters.

Barocke Kirche und Kunstwerke | St. Blasius Ehingen

1689 begann man den Umbau der Kirche hin zum Barock, zunächst der Saalraum und den Rest bis zum Jahr 1738. Doch das Gotteshaus war im Jahr 1749 von einem Brand betroffen, der die ganze Stadt ergriff. Damals musste der Chor erneuert wurde, womit der Künstler Francesco Antonio Bagnato beauftragt wurde, der auch beim Schloss Altshausen Hand anlegte.

Das Deckengemälde mit dem Szenario des letzten Abendmahls stammt von dem Künstler Joseph Ignaz Appiani. Der barocke Stuck der Kirche ist ein Régence-Stuck, ein seltener Vorläufer des Rokoko. Die Kanzel der Kirche ist aus dem Jahr 1704 und wird von vier Evangelisten geprägt.

Vor allem aber die Altäre aus der Zeit der Renaissance in der Kirche sind über die Grenzen der Stadt bekannt. Unter den Altären ist vor allem der Winckelhofer-Altar von 1517. Der Altar ist nach dem Spender, Hieronymus Winckelhofer, benannt, der auch in der Kirche begraben liegt. Er war im 13. Jahrhundert Teil des Ehinger Adels, sie stellten u.a. den Bürgermeister und Äbte.

Die anderen Altäre sind der Verkündigungs-, Marienkrönungs- und Auferstehungsaltar, die etwa 400 Jahre alt sind. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1915.

In jeder Fensterbucht befindet sich weitere Nebenaltäre und es gibt einige Grabmäler in der Kirche, die durch alte Steine gekennzeichnet sind.

Und viele, viele weitere kleine und große Details kann man in der Kirche entdecken, wenn man sich umschaut. Ein echter Geheimtipp in Oberschwaben!

Adresse der Stadtpfarrkirche St. Blasius in Ehingen

,

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar