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Nagelburg Kümmerazhofen bei Bad Waldsee

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Selbstverständlich gab es auch in der Nähe von Kümmerazhofen bei Bad Waldsee eine mittelalterliche Burg.

Westlich der Ortschaft Kümmerazhofen, südlich von Reute, liegt der Ort, wo einst eine Burg stand. Auf einer Anhöhe über dem Zusammenfluss von Schussen und Durlesbach thronten im Mittelalter die Herren von Kümmerazhofen.

Burgstall Kuemmerazhofen

Damals hieß die Ortschaft allerdings Kunigebretshoven. Erwähnt werden die Herren und ihre Burg in der Chronik von Ravensburg: Die Herren von Kunigebretshoven und die Nagelburg.

Heute liegt der Ort hinter einem Feld, ist aber durch einen Feldweg erreichbar. Unterwegs, in der Kurve vor dem Burgstall, findet sich auch eine Sitzbank mit der Aufschrift „Ruhebank von und für I.L. und all die andern die Müde sind vom Wandern.“

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Burgstall Nagelburg Kümmerazhofen

Wann die Burg erbaut wurde ist unbekannt, auch der Name Nagelburg ist nicht bestätigt. Ein Chroniker des 20. Jahrhunderts nannte es die Nagelburg, jedoch gab er keine Quelle an. Vielleicht wußte es damals noch jemand der älteren Generation. Es ist anzunehmen dass die Tobelmühle weiter unten damals schon zur Burg gehörte. Vielleicht im 13. Jahrhundert erbaut, damals gab es eine Burgenbau-Welle.

Die Ritter von Kümmerazhofen waren wohl Ministerialien, also im Dienstverhältnis mit den Herren von Königsegg, vormals Herren von Fronreute. Sie übergaben das Areal samt Kümmerazhofen, der Mühle und Waldgrundstücken in Richtung Magenhaus an das Kloster Waldsee. Mit den Worten „Zwing und Bann“, was soviel bedeutet, wie das gesamte Recht, samt Rechtsprechung ging auf das Kloster Waldsee über. Das war im Jahr 1357, allerdings ging es schon 1367 an das Kloster Weingarten. Diese hatten noch weitere Besitzungen in der Ortschaft.

Im Jahr 1357 gingen einige Grundstücke in dem Gebiet an das Augustinerkloster (damals: Ordo Eremitarum Sancti Augustini OESA) Waldsee. Dieser Orden litt zur Zeit des Verkaufs der Güter an das Kloster Weingarten unter dem sogenannten „abendländischen Schizma“. Zwischen den Jahren 1378 bis 1417 gab es zwei Päpste. Dann sollte es sogar mal zwischenzeitlich drei Päpste geben, doch nur einer sollte bleiben. Das wurde auf den Konzil in Konstanz geregelt.

Die Burgstelle ist stark bewachsen und kaum zugänglich. Leider sieht man auch nichts mehr von der Burg oder einer Anlage. Hier hatte man lange Zeit Kies abgebaut und damit alle Hinweise zerstört. Dennoch lohnt der Weg, denn unweit ist ja das Schussental und die Tobelmühle. Da geht es dann ordentlich bergab und auf einem etwas schotterigen Weg.

Wann die Burg abging ist unklar. Jedoch war es häufig so, dass die Ritter zu Bürgern beispielsweise in Ravensburg wurden und ihre Besitzungen einfach verfielen oder zum Bau von zumeist Kirchen benutzt wurden, wie beispielsweise in Schmalegg. Die Burg von Minsterialien waren zumeist sogenannte „Motten“, also Turmburgen, wie es auch der Hatzenturm ist oder die Burg Neu-Waldsee war.

Die Kapelle in Kümmerazhofen wurde übrigens im 16. Jahrhundert gekauft und zwar nicht vom Kloster Waldsee, sondern von der Stiftskirche Bad Waldsee.

Wo ist der Burgstall Nagelburg?

  • Kümmerazhofen
  • 88339 Bad Waldsee
  • GPS: 47.900998,9.681792

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