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Museum der Brotkultur in Ulm

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In Ulm gibt es das erste Museum zum Thema Brot – das ehemalige Deutsche Brotmuseum ist heute das Museum der Brotkultur im Ulmer Salzstadel.

Brot ist ja das Grundnahrungsmittel schlechthin in unseren Breiten, neben den Kässpätzle selbstverständlich.  Schon 1955 wurde das Museum als Deutsches Brotmuseum (an einer anderen Stelle) gegründet. Es war das erste seiner Art auf der ganzen Welt. Heute finden dort auch viele Veranstaltungen statt.

Museum der Brotkultur Salzstadel

Museum der Brotkultur im Ulmer Salzstadel

Der Gründer Willy Eiselen sammelte zusammen mit seinem Sohn, Hermann Eiselen, Backgegenstände und Wissen zum Thema. Der Anstoß, so der Gründer, war das Erscheinen des Buchs 6.000 Jahre Brot in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Beide Gründer sind inzwischen verstorben und das Museum wird von der Eiselen-Stiftung verwaltet. Seit 2002 ist es im Ulmer Salzstadel, unweit des Ulmer Münsters.

In dem Museum finden sich Sonder- und Dauerausstellungen. Zu den über 700 ausgestellten Gegenständen zählen auch Kunstwerke. Insgesamt lagert das Museum 18.000 Objekte. In der Ausstellung wird im Erdgeschoss eine Backstube auf dem Stand um 1900 erfahrbar. Die Fläche der Ausstellung umfasst insgesamt 1.150 Quadratmeter, die auf drei Etagen verteilt sind.

Die Räume sind thematisch aufgesplittet in:

  • Getreide und Getreideanbau (Erste Etage)
  • Technikgeschichte des Mahlens und Backens mit dem dafür nötigen Inventar, samt Öfen und Karren
  • Geschichte des Back- und Mahlhandwerks in den Zünften, auch in privaten Haushalten
  • Kulturelle und religiöse Bedeutung des Brots in der weltweiten Geschichte und der Mangel an Lebensmitteln. Hierzu gibt es auch Kunstwerke. (Zweite Etage)

Darüber hinaus beheimatet das Museum Münzen, Figuren, Grabbeigaben, Kult- und Kunstobjekte. Auch die Bildende Kunst ist mit Gemälden, wie Stilleben, Zeichnungen und historischen Bildern, vertreten. Dazu gehören Kunstschaffende, wie Pieter Brueghel der Jüngere, Jan Flegel, Frans Francken, Ernst Barlach, Max Beckmann, Georg Grosz, Käthe Kollwitz und sogar Pablo Picasso. Und eine Mumie aus Ägypten ist ebenfalls zu bestaunen.

Auch Landkarten und Hunger-Wanderbewegungen, Postkarten und Werbungen sind Teil der Ausstellung. Geschichtlich interessant sind auch alte Urkunden, Rechnungen und Bücher. Alles hat mit dem Brot, respektive Hunger, zu tun.

Eine umfassende Bibliothek des Museum verfügt über ungefähr 6.000 Bücher – selbstverständlich zum Thema Brot. Die Fachbereiche der Bücherei teilen sich in Landwirtschaftsgeschichte und -politik, Mühlen in der Geschichte, Kultur des Brots, die Geschichte der Ernährung, des Hungers, sowie Kunst und Brot. Die Nutzung bedarf der Anmeldung.

In der Ausstellung zu Mensch und Brot in der zweiten Etage geht es im Besonderen ebenfalls um den Hunger. Das Museum engagiert sich im Kampf gegen den weltweiten Hunger, dem derzeit immer noch 800 Millionen Menschen ausgesetzt sind (Angaben des Museums); auch mit Forschungsprojekten.

Führungen durch das Museum

Man kann das Museum mit einem Audio-Guide oder in einer Führung erforschen. Der Audio-Guide ist kostenlos und in verschiedenen Sprachen erhältlich. Eine Audioführung ist speziell für Kinder zugeschnitten.

Es gibt Führungen für Familien und Erwachsene, in verschiedenen Gruppengrößen und Themen. Die Führung für Erwachsene dauert rund eine Stunde (pro Thema). Zu erwähnen sei noch eine Führung für Sehbeinträchtigte, welche barrierefrei gestaltet ist.

Für die Kleinsten gibt es nicht nur Führungen, man kann auch seinen Geburtstag dort feiern. Zu hohen Feiertagen und anderen Terminen gibt es die Backaktionen, Backen lernen für Kinder bis 12 Jahre. An Weihnachten gibt es die Springele-Form-Aktionen.

Die Erwachsenenführung kostet 50 Euro exklusive Eintritt. Die Führung für Familien, 30 Euro, die Führungen in anderen Sprachen kosten 60 Euro, jeweils inklusive Eintritt. Der Geburtstag im Museum kostet 75 Euro.

Ulmer Salzstadel im Stil der Renaissance

Erbaut wurde das Gebäude im Stil der Renaissance im Jahr 1592 von den Baumeistern Caspar Schmid und Matthäus Gaiser. Das Portal schuf der Steinmetz Claus Bauhofer. Tatsächlich hat das Gebäude heute immer noch den Charme der Renaissance, da es im wesentlichen nie verändert wurde.

Der Grund für den Bau des Gebäudes war die Lagerung von vor allem Salz, aber nicht nur. Mit dem Ausbau der Stadt Ulm als militärischer Stützpunkt diente das Salzstadel bald als Munitions- und Waffenlager. Ein anderes Lager in Ulm dieser Tage befand sich im „Neuen Bau“, wo heute die Polizei untergebracht ist.

Renaissance Bau Salzstadel Ulm

Adresse des Museums für Brotkultur im Salzstadel Ulm

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One Response to Museum der Brotkultur in Ulm

  1. Familie Huber 14. Oktober 2015 at 21:16 #

    Vielen Dank für die nette Führung. Unsere Familie hat den Aufenthalt bei Euch sehr genossen. Wir werden die Ausstellung definitiv weiter empfehlen!

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