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Kloster Bad Schussenried | Barockstraße Oberschwaben

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Das Kloster in Bad Schussenried ist eine Sehenswürdigkeit in Oberschwaben, dies verdankt das Kloster nicht nur den barocken Zügen, sondern vor allem dem prächtigen Bibliothekssaal des Klosters.

Das Kloster in Bad Schussenried ist ein Highlight auf der Barockstraße Oberschwabens. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen barocken Konvent, dessen Ursprünge sogar bis ins Mittelalter zurückgeht. Wenn man durch die Städt läuft, fällt das Kloster mit seinen weißen Prachtbauten recht schnell auf.

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Kloster in Bad Schussenried | Kloster und mehr

Auf dem Gelände, was früher einmal alles zu dem Kloster gehörte, sind heute mehrere Institutionen untergebracht. Unter anderem beherbergt das Gelände neben dem barocken Konventbau mit Bibliothekssaal:

  • Oberschwaben Tourismus GmbH
  • Mundartbibliothek
  • Klosterherberge
  • Kutschensammlung
  • St. Magnus-Kirche mit Klostermuseum

Geschichte des Klosters in Bad Schussenried

Das Kloster in Bad Schussenried wurde im Jahre 1183 gegründet und war ein Prämonstratenserkloster. Dies bedeutet man war Teil einer katholischen Ordensgemeinschaft, die aus selbstständigen Klöstern bestand. Gegründet wurde dieses Prämonstatens von Norbert von Xanten in Prémontré, daher auch der Name.

Der damalige Namen der Stadt war „Shuzenriet“ und ab 1150 ist ein Edelfreier mit Namen Konrad von Schussenried belegt. Deren Beziehungen reichten weit, vom Herzog Friedrich V. bis zum Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa. Im Jahr 1183 verstarb der Herr von Schussenried unverheiratet. Das Erbe, so wollte es Beringer und Konrad von Schussenried, sollte an den Prämonstatenserorden nach deren Tod gehen. Der erste Propst (Leiter) des Klosters wurde ein Friedrich aus Weißenau, obgleich es den Prämonstatensern von Rot an der Rot gestiftet wurde.

Die Stifter traten dem Orden nur bei und bekommen die Priesterweihe. Auch sie hätten die Leitung übernehmen können, dafür übernahm das Kloster das Wappen der Edelfreien. Die beiden Stifter starben nacheinander: 1188 Beringer und 1191 Konrad. Sie wurden in der Kirche beerdigt.

Zu jener Zeit stand dort nur eine kleine Kirche, wo heute der Bibliothekssaal ist. Dazu gehörten aber auch zwei Mühlen und Güter in der Umgebung. 1185 begann man mit dem Bau der Konventskirche, doch mit dem Tod der Stifter kommt es zu Erbstreitigkeiten.

Konrad von Wartenberg erhob Anspruch als Erbfolger und sprach eine Fehde aus. Es folgten die sogenannten Wartenbergischen Wirren, wobei der Konvent nach Weißenau flüchtete. Der damalige Propst Manegold bat den damaligen Papst Coelestin III. um Hilfe und dieser bestätigte in einem mittelalterlichen Rechtsakt die Stiftung – damit waren die Ansprüche des Konrads von Wartenberg nicht mehr haltbar. Mitgeholfen dabei hatte auch der Bischof von Konstanz, das der Vertrag zur Regelung im Jahr 1205 bezeugt. Erst jetzt konnte der Konvent zurück und den Bau des Klosters fortsetzen, der sich noch bis zur Zeit des Propsts Konrad II, der von 1248 bis 1223 lebte. Erst 1220 endeten die Streitigkeiten zwischen Wartenberg und dem Kloster vollends. Der Bau im Stil der Spätromanik wird Maria gewidmet, aber später, im 14. Jahrhundert, dann zusammen mit dem Heiligen Magnus, der vor allem im Allgäu verehrt wurde.

Dazu trug wohl auch das Protektoriat von 1211 des neuen Papstes bei, Innozenz III. Damit konnte das Kloster auch weitere Ländereien erwerben, so beispielsweise der Zellerhof zwischen den Jahren 1224 und 1253. Weitere Ortschaften gehen in Besitz des Klosters über, wie Kürnbach, Laimbach, Schwaigfurt, Kleinwinnaden oder Sattenbeuren und weitere. Um des eigenen Seelenheils Willen, erwarb man zudem das Patronatsrecht weiterer Kirchen und damit viele Fürbitten für die Flucht aus dem Fegefeuer. Und zwar nicht wenige: Winterstettendorf (1308), Reichenbach (1337), Eggmannsried (1349), Steinhausen-Muttensweiler (1363), Oggelshausen (1365), Stafflangen (1388), Eggatsweiler (1391), Allmannsweiler (1392), Otterswang (1420), Attenweiler (1427), Eberhardzell (1456) und Michelwinnaden (1754). Und Geld bekam man durch die Zollfreiheit im Jahr 1227.

Es entsteht ein innerer Kampf der Geistlichen zwischen ihrem Gelübde der Armut und der Entwicklung der Landwirtschaft und damit des Anhäufens von Geld. Wie in vielen Orden, wird auch bei den Prämonstatensers der Sittenverfall einkehren.

Ebenfalls für das 13. Jahrhundert wird ein niederer Adel, also Ritter, in Bad Schussenried verortet – genauer zwischen 1240 und 1264. Der Ritter von Schussenried lebte wohl auf einer abgegangenen Burg, südlich des Klosters. Damit hängt wohl auch zusammen, dass das Kloster fortan Vogteirechte, also richterliche Gewalt, inne hatte. Der Ritter sollte wohl bei der Durchsetzung helfen.

Das inzwischen recht ansehnliche Gotteshaus „Unserer Frau und Sankt Magnus“ wurde zur Abtei erhoben und 1440 wird ein Abt ernannt, Konrad V. Das Kloster hatte nun auch einen Kreuzgang, der mit einem Dach aus Holz bestand und ein romanischer Rundbogen eines Portals führt zu den Räumen des Konvents. Das Erfolgsrezept funktionierte und der neue Schutzherr ab 1452 war einer der Mächtigsten seiner Zeit, der Truchsess von Waldburg. Und auch die Georgsritter sollten Schutz bieten, diese aber waren vor allem mit der Abwehr der Türken in Österreich beschäftigt. In den kommenden Dekaden erhält das Kloster Reichsfreiheit und unterstand nur noch dem Kaiser selbst, der zu jener Zeit ein österreichischer Habsburger war: Albrecht II. von Habsburg. Zudem befähigte er das Kloster Schussenried zur Hohen Gerichtsbarkeit.

Dieser enorme Machtzufluss drückte sich noch im 15. Jahrhundert aus. Schon 1482 errichtet Abt Heinricht Österreicher einen Eingang im Stil eines Schlosses vor der westlichen Fassade. Im selben Jahr entsteht im Nordflügel des Kreuzgangs eine Bibliothek. Der Prämonstratenserorden war ein bekannter Vervielfältigerorden von Büchern im Mittelalter.

Ab dem Jahr 1493 wird richtig umgebaut und zwar im Stil der Gotik. Die Kirche wurde umgebaut und der Turm der Kirche wurde 1493 erhöht. Zudem wurde ein neuer Chorraum gebaut. 1497 wird das Langhaus der Kirche mit dem Kreuzgang verbunden. 1982 wurde ein spätgotisches Fresko entdeckt, darauf ist aus dem späten 15. Jahrhundert die Gründungsgeschichte des Klosters dargestellt. Auch im Inneren wurde investiert, so ließt man zwischen  1498 und 1501 sieben neue Altäre anfertigen, künstlerisch wertvoll mit Tafelbildern von unter anderen Bernhard Strigel.

Der Abt von Schussenried war inzwischen so mächtig, dass er Teil des Reichstags war und ab 1538 gehörte man sogar dem privilgierten Schwäbischen Prälatenkollegium an, der 1512 gegründet wurde und sich mit der Steuereintreibung und dem Reichstag beschäftigte. Zu den Gründungsmitgliedern zählte man neben Schussenried die Klöster Salem, Weingarten, Elchingen, Ochsenhausen, Rot, Weißenau und Marchtal.

Auch wenn nun vor allem Bürgerliche und Bauern, vor allem aus den Städten, den Konvent zusammensetzen, wird man ab 1512 von allen Gerichten befreit und bekam für alle Länderein die Hohe Gerichtsbarkeit mit Ausnahme von Tod- und Morddelikten. Der Vorstand war der Vogt (ab 1568, zuvor Ammann) der danach vom Amtmann und dann vom Rat abgelöst wurde. 1513 erbaute man eigens dafür ein Gerichtshaus. Die Zahl der Geistlichen stieg auf um die 20 zuzüglich der Newbies, den Novizen. Bildung wurde groß geschrieben, aber man nahm auch die Beichte in anderen Gemeinden ab.

Im 30jährigen Krieg (1618 bis 1848) wurden Teile des Klosters verwüstet und im 18. Jahrhundert von Jakob Emele unter dem Bauherrn Abt Magnus Kleber renoviert. Damit erhielt das Kloster seine barocken Züge. Um 1700 wurde nur ein kleines Klösterle erbaut, das in den Jahren zwischen 1750 und 1763 barockisiert wurde. Auch in umliegenden Dörfern wurden neue Kirchen erbaut, so in Stafflangen oder Otterswang.

Die Kirche der Abtei entstand in ihrer jetzigen Form in den Jahren 1715 bis 1747. Das Gefängnis wird 1758 ersetzt. Bis zur Säkularisierung erhöhte sich die Anzahl der Chorherren auf 30. Zunächst ging es an die Reichsgrafen Sternberg-Manderscheid, der dort auch wohnte, und dann 1835 an Württemberg, nach dem man alles Wertvolle verkauft hatte. In Nachspiel werden einige Gebäude abgebrochen.

Der Ort entwickelte sich mit der Burg, respektive dem Kloster. Das Attribut „Bad“ Schussenried, bekommt die Stadt im Jahr 1966.

Sehenswürdigkeiten des Klosters in Bad Schussenried

Dazu gehört vor allem der Bibiliothekssaal, welcher im Stil des Rokoko zwischen 1752 und 1763 gebaut wurde. Dieser Raum an sich ist eine Sehenswürdigkeit. Die Verzierungen und Malereien des Raums stellen die Vorstellung der Welt der damaligen Zeit dar. An der Decke ist ein Bild des Chorherrn Caspar Mohr, der versuchte zu fliegen, was dort abgebildet ist.

Auch das barocke Chorgestühl der Kirche St. Magnus ist ein Hingucker. Das Konstrukt ist mit vielen Verzierungen geschnitzt worden. Der Künstler war Georg Anton Machein, der sich 1717 daran machte.

Interessant ist auch das Museum des Klosters, das über 800 Jahre Geschichte bietet. Zu den Exponaten gehören Skulpturen, liturgische Geräte, Bücher und Reliquien und natürlich auch Bilder der barocken Zeit. Außerdem ist es ein Ort an dem es immer wieder Ausstellungen gibt.

Das Kloster bietet Führungen für 2 Euro und für 50 Cent mehr kann man auch das Chorgestühl mit Führung sehen. Ohne Führung kostet der Eintritt zum Museum 1,50 Euro.

Öffnungszeiten und Führungen durch das Kloster Bad Schussenried

Zwischen April und Oktober sind die Öffnungszeiten für den barocken Konventbau des Klosters Bad Schussenried:

  • Dienstag bis Freitag 10 Uhr bis 14 Uhr und 14 Uhr bis 17 Uhr
  • Samstags, sowie Sonn- und Feiertags von 10 Uhr durchgehend bis 17 Uhr

Von November bis März ist der Konventbau nur am Wochenende und an Feiertagen geöffnet und dann von

  • 13 Uhr bis 17 Uhr.
  • Zu Weihnachten und an Neujahr ist es geschlossen.

Adresse des barocken Klosters in Oberschwaben

  • Neues Kloster 1
  • 88427 Bad Schussenried
  • Telefon: 07583 – 9269140
  • Homepage


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