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Kirche in Mengen | Martinskirche

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In Mengen und im Umkreis gibt es einige alte Kirchen, die Kirche im Stadtzentrum ist die Martinskirche.

Martinskirche Mengen Das ursprüngliche Mengen, das ältere Mengen, ist das heutige Mengen-Ennetach, wo auch das Römermuseum auf die Geschichte der Gegend verweist. Mengen selbst entstand erst ab dem 12. Jahrhundert. Die zwei Ortschaften sind durch den Fluss Ablach getrennt.

Geschichte von Mengen

Die Geschichte der Ortschaft beginnt bereits zur Zeit der Kelten. Diese Kultur erbaute eine Burg auf dem Ennetacher Berg. Später bauten dort die Römer ihr Kastell. Der Grund dafür liegt an der Lage, die in der Antike verkehrsgünstig in der Nähe der Donau lag.

Erwähnt wird Mengen nach der Übernahme der fränkischen Herrschaft, nach dem Sieg über die Alemannen, erstmals im Jahr 819. Damals nannte man den Ort Maginga, im 11. Jahrhundert Maingen. Ab dem 12. Jahrhundert war das Dorf auf beiden Seiten der Ablach besiedelt.

Beim Missionsberg in Mengen fand man Reihengräber, was auf fränkische und alemannische Besiedlung verweist. Für Mengen wird ein Adel erstmals im Jahr 1172 erwähnt und diese sind bis ins 14. Jahrhundert nachweisbar. Doch gibt es keine Erkenntnisse über deren Macht in der Stadt, so glaubt man, sie hatten wohl auch keine.

Die Stadt wurde von einem Amman (Amtmann, also Quasi-Bürgermeister), so erklärt sich auch der Name der Stadt 1257: Vriemaeingen, also Freies Mengen. Es war daher vermutlich eine Reichsstadt, was die Menschen der Stadt wohl den Staufern zu verdanken haben. Doch ist nicht überliefert, wann dies geschah.

Schon 1276 übernahmen die Habsburger aus Österreich die Reichsstadt Mengen.  Mit diesem Herrscherhaus an der Seite bekam Mengen das Freiburger Stadtrecht, das Recht einen Markt abzuhalten und man war keinem Adel unterstellt, was vor allem die Gerichtsbarkeit betraf.

Der Amtmann wohnte wohl in einem Wohnturm, der urkundlich aber erst 1514 erwähnt wird.  Die Stadt wurde entlang der Kirche mit einer Stadtmauer befestigt. Genauer verlief sie über „Auf dem Hof“, entlang der Kirche, Fuchsstraße, Hauptstraße, Kirchplatz, Mittlere Straße, Schwarzadlerstraße, Wasserstraße und entlang der Wilhelmiterstraße.

Im Jahr 1384 wurde Mengen an den Truchsessen von Waldburg verpfändet, was ab 1454 zum Erbe der Truchsessen gehörte. Im Jahr 1464 wird Mengen und Mengen-Ennetach geteilt.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, im Jahr 1680, ging Mengen als eine Donaustadt an die Habsburger zurück. Dazu gehörten auch vier andere Städte, wie beispielsweise Munderkingen.

Geschichte der Kirche Mengen | Martinskirche

Das genaue Erbauungsjahr der katholischen Kirche ist nicht mehr bekannt, jedoch wird angenommen, sie entstand vor dem Jahr 1000, aus dem der Turm noch stammt; im 13. Jahrhundert wird sie erstmals erwähnt. Diese Kirche dürfte die älteste Kirche in Mengen und Ennetach sein.

Als Mengen eine freie Stadt wurde, wurde die Martinskirche von 1275 bis 1805 eine eigenständige Pfarrei. Mengen selbst wurde 819 erwähnt, da das Gebiet von Ennetach damals an das Kloster Buchau ging, das zu jener Zeit ein religiöses Zentrum darstellte. Daher wurde die Kirche in Ennetach schnell zur wichtigeren Kirche.

1303 wurde die Kirche von Herzog Friedrich von Österreich an die Wilhelmitern übergeben. Dieser Orden hatte im heutigen Deutschland unter 20 Klöster und ist heute auch nicht mehr existent.

Die Kirche hat ein romanisch-frühgotisches Anlitz, das zwischen 1400 und 1425 entstand. Doch man weiß auch, dass  schon die Kelten und/ oder Germanen hierin einen heiligen Ort sahen. Durch die Christianisierung wurde auf dem Gelände (vielleicht eine Lichtung?) ein Gotteshaus erbaut. Aus der Kapelle wurde eine Kirche, erbaut für Martin von Tours, dem die Kirche gewidmet ist.

Die Decke der Kirche könnte um 1530 konstruiert worden sein, also Jahre nach der Fertigstellung. Während des Dreißigjährigen Krieg wurde das Gotteshaus beschädigt und 1670 renoviert, dabei hat man das Gestühl im Kirchenschiff mit barocken Knorpel gestaltet.

Kirchenturm MengenDie Geschichte der Kirche ist auch mit dem Kloster in Mengen verknüpft, deren Mönche dort den Gottesdienst angehörten und ihrem Geschäft nachgingen. Die Kirche in Mengen selbst wechselte aber immer wieder ihren Besitzer, einmal zum Kloster Beuron (1276); wogegen die Mönche dekadenlang klagten und schließlich gewannen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Hochaltar aus dem früheren Kloster stammt. Doch der Großteil des Interieur der Kirche stammt aus der Zeit des ersten Weltkrieges.

1819 machte ein verheerender Brand das Gebäude unbrauchbar und es musste renoviert werden. Schon zuvor war das Gebäude baufällig geworden und die damaligen Herrschern wollten die Kirche, damals ein Salzlager, abreißen. Doch die Bevölkerung in Mengen, allen voran Gabriel von Steinberg, stellte sich dem entgegen und sie retteten die Kirche. Sie renovierten sie mit spätgotischen und barocken Stilen, wobei die nahegelegene Liebfrauenkirche mehr Barockes aufweist. Der Turm stammt aber von der ganz alten, romanischen Kirche.

Kunst und Ahnenforschung in Mengen | Martinskirche

Zu den bekannten Kunstwerken der Kirche gehören zwei Holzskulpturen, nämlich die der Heiligen Dorothea und des Heiligen Wendelins.

Für die Ahnenforscher ist diese Kirche besonders interessant, denn die Kirchengemeinde beherbergt einige alte Register, wie Taufbücher ab 1601, Ehedokumente ab 1689 und Totenverzeichnisse aus demselben Jahr. Wer nach seinen Wurzeln forscht, findet hier vielleicht einige Informationen.

Die Decke des Chorraums sind mit Holzkassetten gestaltet und farbig, detailreich bemalt. Ganz im barocken Stil hat man sich auf goldene Verschnörkelungen gestützt.

Heute ist vor allem auch das Storchennest eine Sehenswürdigkeit der Stadt Mengen in Oberschwaben.

Adresse der Martinskirche in Mengen


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