Leer

Keltische Fischfanganlage bei Oggelshausen | Federsee

naturzeit.com - Jack Wolfskin Outdoorshop

Der Federsee hat seinen Namen von den Kelten und diese haben dort einen Fischfang betrieben.

Schon seit Jahrtausenden haben hier die Menschen Fische gefangen (wenn auch etwas südlich davon) und auch die Kelten haben hier im Federseemoor bei Oggelshausen beim Bruckgraben gefischt. Während die Pfahlsiedlung im Federsee langsam ihr Ende nahm – so um 1.000 bis 800 v. Chr. – und die Kelten ihren Siegeszug antraten, lagerte man hier im Frühjahr um zu Fischen.

Federsee Ried Oggelshausen

Federsee mit keltischem Ursprung

Der Federsee verdankt seinen Namen, wie so viele Gewässer in Oberschwaben den Kelten. Ihre Götter waren ursprünglich mit den Namen der Gewässer identisch. Sie nannten das Gebiet schlicht Moorgebiet, was auf keltisch vermutlich „pheder“ oder „feder“ hieß.

Die Kelten bauten eine Fischfangreuse, wie  man sie schon seit Jahrtausenden nutze. Vermutlich nur zur „Fischsaison“ waren die Hütten am See bewohnt. Das Grundkonstrukt einer Hütte wurde fast komplett erhalten ausgegraben. Sie hatte eine Fläche von sechs Quadratmetern. Andere Hütten waren 50 Meter lang. Die Anlage stand zu der Zeit auf Pfählen im ungefähr 2 Meter tiefen Wasser.

Fischfang-Methoden der Kelten am Federsee

Die Anlage, mit ihren Ausdehnungen von 300 Meter mal 100 Meter, befindet sich in der Bucht im Südosten des Federsees. An dieser Stelle floß früher ein Bach, der Federbach, doch heute verläuft alles in Kanälen.

Die Anlage bildete Trichtersysteme, sogenannte Reusen. Diese Reusen waren unter den Hütten angebracht und miteinander verbunden. Damit fing man den Fisch, vor allem Hecht, den man auch am Häufigsten aß. Man hat das herausgefunden, weil sie ihren Abfall einfach unter sich warfen und bei der Analyse des Sediments fand man neben Fisch, auch Vögel- und Wildtierknochen. Außerdem befanden sich Keramikstücke in der Erdschicht. Getreide hingegen gab es hier für die Fischer wohl nicht. Da Hecht im Frühjahr zumeist anzutreffen ist, war die Anlage nur im Frühjahr in Betrieb. Diese laichen im Frühjahr in der Bucht des Bachs und wandern hin und her, die Kelten haben sich einfach dazwischen gesetzt.

Ursprünglich waren die Reusen aus Haselsträngen, die zwischen Eschenpfosten gepresst wurden. Danach verfeinerte man die Technik und nutzte Bretter aus Buche und Eschen, die man in den sumpfigen Untergrund steckte. Möglicherweise nutzte man anfangs Netze an Eschenästen.

Die Untersuchungen der Bäume (dendrochronologische Untersuchung) bezeugt, dass diese um 700 v. Chr. gefällt wurde. Die Anlage war vermutlich zwischen 750 v.C. bis 620 v.C. im Hochbetrieb.

Es zeugt von einer gewissen industriellen Abfertigung, denn man hat soviel gefangenen Fisch als Handelsobjekt genutzt. Der Reichtum der Gegend rief schon immer Räuber auf den Plan, weswegen vermutlich auch die Wasserburg erbaut wurde. Das Hauptlager stand wohl da, wo nun die Stadt Bad Buchau liegt.

 

Über ein hundert Jahre lang funktionierte das System. Zwar gibt es noch heute Hecht im Federsee, doch vielleicht haben die Kelten damals den See überfischt und die Hecht-Quelle versiegte. Nach dieser Zeit siedelte man nicht mehr an dieser Stelle, aber das Moor blieb heilig und man huldigte ihm vermutlich noch über die Jahrhunderte danach.

Wasserstelle bei Oggelshausen

Wo ist die keltische Fischfanganlage im Federsee?

  • Bruckgraben
  • 88422 Bad Buchau-Oggelshausen
  • GPS-Daten: 48.08,9.632814 (!Vorsicht nicht betretbar! Moor!)
  • Station GPS-Daten: 48.080566,9.643222


Größere Kartenansicht

,

Trackbacks/Pingbacks

  1. Was aßen die Kelten und womit handelten sie? | Oberschwäbische Keltenstraße - 2. August 2014

    […] Beschreibung der keltischen Fischfanganlage bei Oggelshausen, findet man, dem Link […]

Schreibe einen Kommentar