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Keltenschanze & Burgstall bei Unteressendorf | Oberschwaben

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Oberhalb von Unteressendorf befindet sich ein Hochplateau auf welchem Scharben liegt. Im Wald davor ist eine Keltenschanze, und auch einige Grabhügel der Kelten wurden hier gefunden. Außerdem gibt es einen Burgstall, was bedeutet, dass hier einmal eine mittelalterliche Burg stand.

Entlang der vielbefahrenen B30 fahrend kommt man durch die Ortschaft Unteressendorf. Dort muss man den Berg hoch, aber nicht die geteerte Straße, sondern den Wanderweg, der hoch und zwar rechts hoch geht. Dort ist das sogenannte Waldstück „Brand“, hier sieht man nicht mehr viel von den Überresten der mittelalterlichen Burg oder von der keltischen Siedlung.

Hochplateau Scharben

Der Weg dort hoch ist eine schöne Wanderstrecke, wenngleich man 87 Meter auf knappe 700 Meter überwinden muss. Unteressendorf liegt auf 582 Meter und Scharben auf 669 Meter über Normalnull.

Was ist eine Keltenschanze? | Kurzerklärung

Lange Zeit hat man auf Grund der verschiedenen Funde gerätselt, was die sogenannten Keltenschanzen sind. Sie heißen auch Vierecksschanzen, wegen des rechtwinkeligen Konstruktion. Inzwischen glaubt die Keltologie, dass die Viereckschanze ein gewöhnlicher, umzäunter Hof war; wo vermutlich die örtlichen Herren gewohnt haben.

Burgstall und die Keltenschanze bei Scharben | Unteressendorf

Die Position ist auf einer der äußeren Alt-Endmoränen der Rißeiszeit, welche so ungefähr zwischen 200.000 bis 130.000 v. Chr. gewesen sein könnte. Denkbar, wenn es dafür auch keine Funde gibt, wäre auch eine Höhensiedlung, die zuvor vielleicht eine Wallanalage war, in der man sicherlich damals Landwirtschaft betrieben hatte, wenngleich das eine Behauptung ohne Funde ist. Auch heute noch lebt man hier auf dem Hochplateau von Landwirtschaft und auch heute ist hier ein wichtiger Handelsweg – die B30, das gut denkbar ebenfalls damals schon eine wichtige Route war. Das gilt aber nicht nur für die Zeit der Kelten, sondern auch für das Mittelalter. Aber auch hierzu gibt es neben den Wallanalgen kaum Funde.

Bekannt ist aber dass das Gebiet schon im frühen Mittelatler von den Alamannen bewohnt war, ihre Gräber fand man nordwestlich von Unteressendorf, sowie in Hochdorf oder Schweinhausen. Unteressendorf wird dann 797 als „Essindorf“ erstmals urkundlich erwähnt, damals wegen der Kirche St. Martin. Ebenfalls urkundlich erwähnt ist der Namensgeber der kleinen Ortschaft auf dem Hochplateau Ulrich Scharber. Damals gab es wohl eine mittelalterliche Burg, die im westlichen Teil, also in Richtung Unteressendorf lag. Es gibt eine Kante in Richtung Unteressendorf und ist eine knapp zwei Meter hohe Böschung, welche nach Scharben hin und leicht rundlich ist. Der Burgstall war in der Form eines Dreiecks.

Diese Keltenschanze liegt auf 653 Metern im Wald auf dem Bergplateau und hat eine Länge von ungefähr 50 Metern und ist ungefähr 20 Meter breit. Leider erkennt man nur noch wenig davon. Sie liegt wenige Meter östlich des Burgstalls.

  • GPS Daten: 48.004817, 9.782501


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