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Kelten & Mittelalter in Friesenhofen im Allgäu

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In der Nähe von Friesenhofen bei Leutkirch im Allgäu finden sich gleich zwei mögliche keltische oder mittelalterliche Burgställe und noch einiges mehr.

Im Allgäu finden sich sicherlich etliche Plätze auf denen eine Burg gepasst hätte, doch bei Friesenhofen gibt es zwei. Dabei kann man wohl davon ausgehen, dass schon die Kelten hier lebten.

Lippenbrand Friesenhofen Allgaeu

Keltische Hinterlassenschaften in Friesenhofen

Die beiden Burgplätze bei Friesenhofen unterscheidet man in die südliche und nördliche Schanze oder Burgstall. Da es keine archäologischen Untersuchungen auf den Bergen gibt, lässt sich nur spekulieren, ob hier Kelten vielleicht eine Fliehburg oder feste Burg errichteten.

In Richtung Urlau fanden sich im Urler Daas drei Gräber von Kelten, allerdings sind die Funde nirgends aufgeführt und auch das Aussehen ist unbeschrieben. Ich gehe davon aus, dass es Grabhügel wie der Hohmichele waren. Auch im Illertal bei Aichstetten befanden sich zwei Burgen der Kelten, sowie Grabhügel im Tal. Vielleicht ein spezielles Vorgehen, bei Tälern mit viel Verkehr. Viel Verkehr bedeutet jedoch auch viel Umsatz – also regierte hier wohl ein reicher keltischer, vielleicht sogar Fürst. Die Adelstitel wurden bei den Kelten nicht vererbt, sondern mussten sich mit Kampfesmut oder Geld erworben werden und entsprechen nicht dem mittelalterlichen Adel.

Die Funde bezeugen zwar keltische Anwesenheit, nicht aber deren Bautätigkeit auf den Bergen. Doch sind die beiden Positionen der Plätze gut, um das ganze Tal in beide Richtungen zu überwachen und nicht erst die Römer machten Isny zu einem handelstätigen Ort.

Die beiden Anlagen sind zudem recht ähnlich in ihrem Aufbau. Noch 1965 waren bei der nördlichen Schanze zwei Wälle und Gräben zu erkennen, welche dem heutigen Fußballplatz gewichen sind. Auf einer Länge von rund 70 Meter soll dieser Wall ungefähr 1,50 Meter hoch gewesen sein, dort ist heute die Mittellinie.

Die südliche Schanze Friesenhofen, bei der Straße Schwedenschanze, liegt in der Nähe der ehemaligen Kiesgrube, die an der Schanze geknabbert hat. Keiner der heutigen Wege führt direkt zu der Stelle, wo sehr vermutlich eine keltische Burg stand. Zwei bereits existierende Wälle wurden mit zwei weiteren zu einem Viereck vervollständigt. Die nachträglich hinzugefügten Wälle stammen vermutlich ebenfalls aus dem Dreißigjährigen Krieg. Der örtliche Historiker kann sich an dieser Stelle keine mittelalterliche Burg vorstellen.

Die beiden Anlagen hätten theoretisch im Mittelalter entstehen können, jedoch wurden sie vermutlich im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden genutzt, um sich zu verschanzen – woher auch der Name Schwedenschanze kommt. Diese Überarbeitung macht eine Zuweisung schwer, zumal man dort nie gegraben hat. Viele sogenannte Schwedenschanzen sind ursprünglich keltische Anlagen, da sich die Schweden diese Anlagen oftmals zu Nutze machten. Obwohl schon Karl der Große viele entfernen ließ, genau ob dieser Gefahr, dass sich dort jemand einnisten würde.

Friesenhofen im Mittelalter

Im Mittelalter wird der Ort im Jahr 1176 fassbar. Damals Friesinhofen genannt, verweist auf einen Personennamen. Die ältesten Siedlungsspuren sind aus dem 8. Jahrhundert. Die Bauern besitzen ihre Güter zwar selbst, jedoch fällt es über kurz oder lang unter die Herrschaft des Klosters Isny.

Vermutlich wurde nur die nördliche Anlage im Mittelalter umgebaut und als Burg genutzt. Denn es gibt auch einen hohen Adel für Friesenhofen, der im 12. Jahrhundert bekundet ist. Diese waren Ministeriale der Grafen von Veringen. Schon damals hatte das Kloster Isny hier Besitzungen, vermutlich Schenkungen aus der Familie von Friesenhofen.

Allerdings waren sie bei den Kaisern jener Zeit unbeliebt, stellten sie einen Heinrich von Friesenhofen auf eine sogenannte Proskriptionsliste, mit anderen Worten, er war Vogelfrei. Unklar ist, was aus den Edelfreien von Friesenhofen geworden ist.

In den Jahrhunderten danach werden die neuen von Friesenhofen, vermutlich die ehemaligen Maier, aber zu Geld kommen und sogar Ortsvorstand (Schultheiß).

Ab dem 15. Jahrhundert kommt es als Besitz zum Kloster Kempten. Eine enge Verbindung stand auch zum Schloss Trauchburg. Ab 1771 verödet der Ort allmählich, wo durch sich die Ortsteile Bachschwemme, Boschen, Bottentann, Friesenhofer Sägmühle und Speckenloch bilden. Seit 1806 gehört Friesenhofen zu Württemberg.

Wo sind die keltischen Burgställe?

  • Nördliche Schanze
  • Sportplatz Friesenhofen
  • Ebnatweg
  • 88299 Leutkirch im Allgäu – Friesenhofen
  • GPS: 47.760164, 10.075138

  • Südliche Schanze
  • Schwedenschanze
  • 88299 Leutkirch im Allgäu – Friesenhofen
  • GPS: 47.757686, 10.073699