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Hatzenturm Wolpertswende

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Der Hatzenturm ist ein Stück Geschichte in Oberschwaben. Der Hatzenturm ist der Rest einer mittelalterlichen Burganlage, vermutlich der Ritter von Hatto(nis).

Der Hatzenturm gehört zu den bekannteren Sehenswürdigkeiten in Oberschwaben und seine damalige Funktion ist umstritten, genau wie die Frage der Erbauer. Er ist einer von wohl vielen Turmburgen in dieser Art, die man im Hochmittelalter baute. Der Turm in Fronreute ist ebenfalls zu dieser Konstruktionskette zu zählen. Der Turm ist heute im Privatbesitz, kann aber besucht werden.

Mittelalterlicher Hatzenturm Wolpertswende

Geschichte des Hatzenturm bei Wolpertswende

Der Hatzenturm ist der Rest einer mittelalterlichen Burganlage, die im Jahr 1128 erbaut wurde. Noch im 19. Jahrhundert war die Burg noch weitgehend erhalten. Heute steht nur noch der Turm und einige Reste drumherum, die inzwischen von den Menschen „verbaut“ wurden.

Bewohnt wurde die Burg vermutlich von den Herren von Hatto, worraus Hatzen(turm) wurde. Sie waren entweder Ministerialien der Herrscher hier, denen von Fronhofen, die sich später von Königsegg nannten. Oder sie waren eine Seitenlinie der Herren von Fronhofen. Diese Adelsfamilie herrscht seit ca. 1200 über Wolpertswende und war wiederum Ministerialien der Welfen und dann der Staufer. Das Wort Minister bedeutet Diener.

1197 wird ein Bertholdus Hatto als Zeuge genannt, er wird dem Anwesen zugerechnet. Neben ihm waren unter anderen auch die Adligen von Waldburg, Tanne und Schmalegg. Damals ging es um eine Schenkung des Herzogs Phillipp von Schwaben an das Kloster Weißenau. Mit der Urkunde von 1289 bewohnt nachweislich eine Seitenlinie der Herren von Königsegg die Burg Hatzenturm. Ob es davor und danach dieselbe Familie war ist anzunehmen, aber nicht nachzuweisen.

Erst veräußerte man die Gerichtsbarkeit in Wolfpertswende, dazu gehörten drei Höfe, 21 Güter und 48 Leigeigene, für den Preis von 625 Pfund Pfennig. Dann folgte der Rest im Jahr 1419, da verkauften die Königsegger Wolpertswende, samt Hatzenburg, Weiher und Weiteres, an das Heilig-Geist-Spital in Ravensburg. Teils unter Vermittlung des Ravensburger Bürgers Heinz Weber.

Welfen, Staufer und die Hatzenturmburg

Wenn man die Stufen des Turms erklommen hat, breitet sich ein sensationellen Blick über das Schussental und den Altdorfer Wald. Bei gutem Wetter kann man den Ravensburger Mehlsack oder die Veitsburg ausmachen. Man kann ungefähr nachvollziehen, welche strategisch wichtige Position das ist. Mit Blick auf zumindest fünf, wohl aber mehr, solcher Burgen, hatte man einen guten Blick und eine ordentliche Verteidigungslinie etabliert – die fünf Burgen liegen auf einer Linie: Fronhofen, Danketsweiler, Hasenweiler und Zußdorf (bei Wilhelmsdorf).

Die Burg ist sehr stabil gebaut, sie besteht aus großen Findlingen und Steinen, die zu Quadern bearbeitet wurden. Die Wände messen eine Dicke von durchschnittlich 2,50 Meter.  Der Turm ist 15 Meter hoch, mißt 9 mal 9 Meter  und der urspründliche Eingang war im ersten Stock. Zur heutigen Besichtigung betritt man den Turm über das Erdgeschoss. Die Befestigung wurde durch Ringmauern und Pallisaden verstärkt.

Die Burg bestand damals aus mehr als nur dem Turm, wie erwähnt. Dieser mag noch höher gewesen sein. Zur Burg gehörte auch die Vorburg und mehreren Wirtschaftgebäuden. Die Burg steht zudem auf einem aufgeschüttetem Hügel. Die Burg war durch und durch auf Verteidigung ausgelegt und es gab auch einen konkreten Feind im 12. Jahrhundert.

Damals herrschten noch die Welfen mit Sitz in Altdorf, heute Weingarten, über das Schussental. Doch die Staufer hatten ihr Auge auf Thron geworfen und man bereitete sich vielleicht auf einen Ansturm vor. Durch die Türme in Sichtweite konnten Nachrichten durch Licht übertragen werden. Sollten die Staufer dann Ravensburg ins Visier nehmen, hätten sie die Burgenlinie in ihrem Rücken. Das ist jedoch nur eine These von Dietrich Walcher.

Der Grund für den Streit der beiden Häuser war die Frage des Throns, nach dem Tod Heinrichs VI. Nach 20 Jahren Scharmützel und Konflikten gewannen die Staufer mit Friedrich II. Vermutlich verlor die Burg dann ihre geographische Spitzenposition.

Adresse des Hatzenturm bei Wolpertswende

Der Turm ist zwar zur Besichtigung freigegeben, doch betritt man ihn auf eigene Gefahr. Die Öffnungen sind vergittert und Licht ist eingebaut. Geöffnet ist der Turm an Wochenenden von 10 Uhr bis 20 Uhr. Oder nach Termin mit der Familie Schulz nebenan, unter der Rufnummer: 07502 – 944499

  • Hatzenturm 34
  • 88284 Wolpertswende
  • GPS: 47.903554, 9.616126

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