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Hagnau: Burg, Kirche und der Adel

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Die Stadt Hagnau am Bodensee ist vor allem als Urlaubsort bekannt und der Ort bietet auch viel Geschichtliches.

Die Stadt Hagnau am Bodensee ist idyllisch zwischen Immenstaad und Meersburg, direkt am Bodensee, gelegen. Die Hanglage macht den Charme des Städtchens aus und einen guten Wein.

Kirche Hagnau

Kirche Hagnau am Bodensee

Geschichte des Ortes Hagnau am Bodensee

Erstmals erwähnt wird der Ort 1090, damals als Listung der vermeintlichen Besitztümer des Klosters Weingarten (damals Altdorf). Das Dokument, das von den Welfen stammen soll, wurde gefälscht um Ansprüche geltend zu machen. Die tatsächliche Ersterwähnung geschah 1153 durch ein Dokument des Kaisers, das den Besitz des Klosters bestätigt.

Die Besiedelung des Ortes am Bodensee kann man aber schon viel länger nachweisen, nicht ohne Grund macht man heute hier noch gerne Urlaub. Schon im elften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung war dem so, davon zeugen Pfahlbauten und die weltbekannten Funde aus Hagnau. Denn hier wurde eine Flöte aus Holz gefunden, die auf das Jahr 1050 v. C. bestimmt wurde. Das ist das älteste, europäische Musikinstrument aus Holz, das man je gefunden hat. Auch die Römer lebten an dem Platz, wovon eine Öllampe berichtet. Diese findet sich heutzutage im Museum im Überlingen.

Der Name des Ortes Hagnau kommt vermutlich von einem Alamannen namens Hagen – vermutlich ein Vasall von Gunzo, welche das Au hier zu Eigen hatte. Heute ist Hagnau unterteilt in die drei Ortsteile Unter-, Mittel- und Oberdorf. Im Frühmittelalter war aber der Küstenstreifen zu vermutlich woanders.

Im Hochmittelalter wird der Ort als Hagenovo geschrieben und zahlreiche Adelsfamilien nannten den Ort ihr Eigen. Der Ortsadel wird 1152 erwähnt, konkret wird der Heinrich von Hagnau als Zeuge für den Herzog Welfs VI. genannt. Später noch werden die Herren von Hangau erwähnt, darunter ein Ulrich von Hagnau im Jahr 1235. Bis zum 15. Jahrhundert sind sie zu fassen und gehen wurden vermutlich im Spätmittelalter in Markdorf zu Bürgern.

In den Jahren zwischen 1209 und 1324 kommen und gehen einige Lehensherren, darunter der Johanniter-Ordern, der einen burgartigen Hof von den Herren von Hagnau bekommen und ihn 1265 dem konstanzer Bischof übergibt. Der Grundbesitz und die Vogtrechte übten hier die Herren von Schmalegg und Ittendorf aus und ab 1371 die Erben von Hohenfels. Samt der Herrschaft Ittendorf verkaufte schließlich Burkhard von Ellerbach 1432 alles an das Kloster Weingarten.

Das Lehen von Weingarten ging ab 1434 an die Stadt Überlingen und das betraf das Steuer- und Militärrecht, sowie die niedere Gerichtsbarkeit (geringe Strafen verurteilen). Das Kloster Weingarten übernahm das aber faktisch und unterhielt hier auch eine Verwaltung.

Aber man verlieh das Vogtrecht auch an andere Klöster, wie das Kloster Einsiedeln im Jahr 1656. Schon zuvor kauften das Kloster Einsiedeln (Schweiz) die Grundherrschaft vom Kloster Salem ab, welche es für 100 Mark Silber 1285 von dem Hochstift Konstanz abgekauft hatten. Damals herrschte der Dreißigjährigen Krieg und die kaiserlichen Truppen bedrängten Hagnau. Das kostete auf beiden Seiten viel Geld und Überlingen musste daher recht günstige an das Kloster Einsiedeln verkaufen.

Viele unterhielten hier auch einen Hof, wozu auch das Kloster Schussenried oder das Kloster Irsee zählt. Ab 1693 gehört aber ansonsten alles hier dem Kloster Weingarten und das baute daher die Hofmeisterei, was heute als Rathaus dient.

Ab dem Jahr 1803 geht Hagnau an das Haus Nassau-Dillenburg und drei Jahre darauf an Baden. Im frühen 16. Jahrhundert wütete die Pest in Hagnau, was mit besonders vielen Toten einher ging. Seit dem Jahr 1964 heißt der Ort offiziell Hagnau am Bodensee.

Noch heute ziert das Wappen der Stadt ein Abtstab als Verweis auf die hochgeistliche Besitzlichkeit. Die Trauben für den Wein haben einen ruhenden Löwen abgelöst, ein Verweis auf die Welfen.

Burg oder Burghof bei der Kirche in Hagnau

Der Ortsadel hatte, wie oben erwähnt, seinen Sitz in dem Ort. Das dürften vornehmlich die Ministerialien gewesen sein. Wo deren Sitz war, ist nicht abschließend geklärt. Einerseits gibt es Hinweise für einen möglichen Burgbau auf der heutigen Wilhelmshöhe oder früher Burgstall, aber auch andere Orte werden dafür gehandelt. Manche gehen gar von drei Burgställen im Gebiet von Hagnau aus.

So nennt der Volksmund die Stelle am See immernoch Burg. Hier fanden sich auch die Pfahlbauten. Denkbar ist eine kontinuierliche – von den Kelten bis zum Mittelalter – burgliche Überwachung der Stelle. Denn immer schon führte ein Handelsweg entlang des Bodensees und diesen zu kontrollieren bedeutete vermutlich immer schon ein erträgliches Einkommen. Aber die Forschungen dazu, sind noch nicht abgeschlossen.

In den Urkunden finden sich aber immer wieder Hinweise, dass neben der Kirche eine Burg gestanden haben soll. Der später zum Pfegehof Salem erklärte Bereich, soll ursprünglich eine Turmburg der Ritter von Hagnau gewesen sein. Doch fehlen bisher die Funde für eine Turmburg aus dem 12. Jahrhundert.

Die Vorstellung referiert vermutlich auf die ungewöhnlich großen Bukkelquadern, die man heute noch sehen kann. Vor allem im Südteil des Gebäudes erkennt man die bis zu vier Meter hohe Steine im Erdgeschoss und diese stammen aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Die Mauern sind 1,80 stark und sind an den Ecken mit Findlingsmauerwerk untermauert. Die Steine sind nur grob behauen und mal quer mal längs eingesetzt worden. Das Ziegelkonstrukt ist aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Der Konstanz von Bischof (von Waldburg) kaufte es von den Johannitern ab, welche es vermutlich dem Ortsadel abgekauft hatten. Das war vermutlich schon im 13. Jahrhundert. Damals war nicht von einer Burg, sondern von einem Hof in Hagnau die Rede. Es deutet vieles darauf hin, dass es eben keine Burg war, sondern ein aus Steinen gefertigtes Haus. Das war im Mittelalter nicht üblich und die Steine vor allem für Burgen gedacht. Vor allem aber konnten sich nur Adelige das leisten und so könnte hier der Sitz des Adels gewesen sein, wenn es auch eher keine Burg war.

Ab dem Jahr 1285 wird aus dem Adelssitz der Pfleghof des Klosters Salem, wo die Verwaltung ihren Sitz hatte. Im späten 16. Jahrhundert entsteht an der Stelle das Amtshaus. Im Jahr 1568 hat man dafür wohl auch die Steine des Vorgängerbaus genutzt, bzw. die stabilen Mauern mit einbezogen. Das sind über elf Meter in der Länge. Seit 1804 und zwar bis heute ist es ein Wohnhaus.

Der Oberbau ist ein Fachwerkbau und verfügt über einen Stufengiebel und ist von einem Walmdach gegrenzt, das noch aus dem 16. Jahrhundert stammt. Das Wappen des Abts von Salem von Kaisersberger ist auch noch zu sehen, wie das Rundbogenportal aus Sandstein auf der Westseite. Ein seitliche angebrachtes Wappenrelief verweist ebenfalls auf das Kloster Salem und einen anderen Abt.

Kirche St. Johann Baptist in Hagnau

Die Epochen, die der Ort gesehen hat, lassen sich auch an der Kirche erkennen. Das Gotteshaus in Hagnau am Bodensee ist dem Täufer Johannes gewidmet.

Der Chorseitenturm der Kirche ist im Stil der Romanik geprägt und stellt den ältesten Teil dar. Der Chor ist im Stil der Spätgotik gefertigt und der Barock zog 1742 im Kirchenschiff ein. Der Chorbogen und das Gewölbe ist im Stil der Neogotik im 20. Jahrhundert entstanden. Die Bemalung ist aber aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Der Kirchhof verfügt über eine Kapelle, samt Statue des Heiligen Wendelin, und es gibt eine Lourdesgrotte, wie es im 19. Jahrhundert Mode war.

Die Kirche wird erstmal 1225 erwähnt, als der Ort von den Johannitern gekauft wurde. Sie tauschten es 1260 gegen das Patronat, das an Konstanz ging. Abgekauft haben sie die Kirche von dem Adel. 1347 erfolgte die Inkorporation durch Konstanz und der Weg von der Eigen- zur Pfarrkirche erfolgte erst 1564.

Wo befindet sich die Kirche St. Johannes der Täufer?

  • Kirchweg
  • 88709 Hagnau am Bodensee
  • GPS: 47.675049,9.319714

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