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Gigelberg in Biberach | Mittelalterlicher Weißer Turm

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Der Gigelberg ist vor allem wegen vier Dingen bekannt: Märkte, das Schützenfest, wegen dem mittelalterlichen Turm und als Parkmöglichkeit in Biberach.

Weißer-Turm-Stadtpark-BiberachDer Gigelberg in Biberach an der Riß ist ein Berg, der direkt am Stadtkern liegt. Heute dient der Gigelberg für mehrere Belange und man hat einen wunderbaren Ausblick über die Stadt Biberach, die wie hier im Herbst gerne im Nebel versinkt. Vor allem auf der Schillerhöhe.

Geschichte Biberachs im Mittelalter

Fast Kreisrund zog sich das mittelalterliche Biberach, das im Jahr 1083 als Bibra bezeichnet wird.  Die Stadt hatte damals schon den breiten Marktplatz, weil es eine wichtige Station auf dem Weg nach Norden und Süden, als auch Osten und Westen war.

Man fand in Biberach alemannische Gräber, was auf eine lange Besiedlungsdauer hindeutet. Das damalige Zentrum war das Gebiet um die Kirche St. Martin.

Die Stadtbefestigung zog sich vom Weißen Turm zur Hochwacht und zum Gigelturm, welcher wohl aus dem 12. Jahrhundert stammt. Der Wehrgang war überdacht und selbstredend schützte eine Stadtmauer und ein Graben. Weitere Stadtmauerreste finden sich am Kappenzipfel, in der Schulstraße, an der Viehmarktstraße, beim Zepplinring, der hinteren Zwingergasse, über Ulmer-Tor und Bahnhofsstraße bis zum hinteren Alten Postplatz. Von da aus weiter über den Bismarckring zum Ehinger Tor und die Bismarckstraße weiter bis zur Glockengasse.

Der örtliche Adel ist ebenfalls im Jahr 1083 belegt, ein Herr von Bibra. Doch schon 1167 stirbt der Adel aus und der Kaiser übernimmt das Erbe, damals noch Friedrich I, genannt Barbarossa. Um 1140 bekommt Biberach, damals noch unter Herrschaft der Welfen, einen Markt und das damit zusammenhängende Recht. Wichtiger jedoch war die Münzerei, welche die Stadt 1190 bekommt.

Kurze Zeit später, 1220, wird Biberach zur Reichsstadt erhoben. Mit dem Ende der Welfen und dem Aufstieg der Staufer, gingen auch die Herrschaftsrechte über die Stadt Biberach an die Staufer. 1282 übernehmen die Habsburger (Österreich) das Recht, bestätigen aber die Privilegien der Bürger. Das Stadtrecht übernahm man 1312 von Ulm. Noch in diesem Jahrhundert erhält Biberach eigene Gerichtsbarkeit, Zollrecht, Pfanderwerbsrecht des Ammans und den Blutbann.

Ebenfalls im 13. Jahrhundert bekommt Biberach einen Rat, doch ein Gericht und einen Bürgermeister gibt es erst im 14. Jahrhundert. Als die Zünfte 1344 rebellieren, da der Rat vor allem durch Kaufleute belegt ist, wird 30 Jahre später eine Zunftverfassung erlassen, nach dem Vorbild von Ravensburg. Vor allem die Weber machten in der Stadt viel Geld. Sie verzögerten einige Jahrhunderte später auch die industrielle Revolution in der Stadt.

Um die Macht der Patrizier (Kaufleute) zu brechen, etabliert man den großen Rat 1401, doch deren Macht bleibt trotz Minderheit im Rat groß.

1365 wird die Vorstadt etabliert und in den Folgejahren bis 1419 wird die Kirche um etwa das Doppelte erweitert, um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden.

Auch im 16. Jahrhundert, nach der Reformation, ist der Rat ein Zankapfel. Denn der Kaiser (Karl V.) verfügte einen katholisch dominierten Rat, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Anhänger der Reformation waren. Erst mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, 1648, gibt es eine Parität.

Nach der Säkularisierung ging Biberach an Baden, drei Jahre später dann an Württemberg.

Freizeitliche Nutzung des Gigelberg in Biberach

Auf dem Gigelberg gibt es mehrere Gebäude, wie die älteren wie die Gigelberghalle aus dem Jahr 1895 und die Stadtbierhalle von 1890. Und der Weiße Turm, welcher aus dem Mittelalter stammt.

In der Nähe befinden sich Spielplätze, die auch gerne genutzt werden. Der Weg zum Berg hoch ist auch ein Naturlehrpfad, auf dem es Beschreibungen zu den Bäumen oder Schautafel über die Vögel gibt. Der Gigelberg wird auch gerne als kleiner Wanderweg oder als Joggingstrecke genutzt. Zudem gibt es einen kleinen Kräutergarten entlang des Wegs.

Besonders zum alljährlichen Biberacher Schützenfest drängen sich die Menschen auf diesem Berg, wo dann auch der Rummel und die Festzelte stehen.

Weißer Turm auf dem Gibelberg | Biberach in Oberschwaben

Der von weitem sichtbare Turm auf dem Gigelberg ist entsprechend seiner Farbe als Weißer Turm benannt. Er wurde von 1476 bis 1484 erbaut und war Teil der Stadtmauer. Die Stadtbefestigung von Biberach fiel erst 1837. Insgesamt 9 Etagen sind im Turm eingelassen, wobei zwei zu den Kellergewölben gehören. Der Turm ist 43 Meter hoch.

Einschusslöcher aus einem Angriff im Jahr 1633 wurden erst in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zugemacht und der Turm renoviert.

Manche glauben, im Weißen Turm in Biberach wurde der Schwarze Veri, ein Räuber, dessen Quartier in Weissenbronnen war, hier sein Ende fand. Er wurde geschnappt und an eine Eisenkette gelegt, als der Blitz einschlug, starb der bekannte Räuberhauptmann.

Tatsächlich war der Gefängnisturm jedoch der Ehinger Turm, der Siechturm. Der Schwarze Veri war in einem anderen Turm untergebracht als einige seiner Gefolgsleute, diese waren hier eingesperrt gewesen. Manchen von Ihnen gelang aus diesem Turm sogar die Flucht, das war aber ein dreiviertel Jahr nach dem Tod ihres Anführers.

Seit 1929 ist der Weiße Turm in Biberach der Sitz der örtlichen Pfadfinder.

Naherholungsgebiet | Gigelberg Biberach

1828 wurde der Gigelberg als Parkanlage gestaltet und ist seit dem ein Naherholungsgebiet. Außerdem kann man dort, wie erwähnt, immer gut parken, denn Platz ist genug. Neben der schönen Anlage gibt es hier auch den Hirschgraben, der einmal Teil der Stadtverteidigung war.

Übersicht des Biberacher Gigelbergs

Bilder zum Gigelberg und Weißen Turm in Biberach an der Riß


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