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Dreifaltigkeitskirche in Ulm

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Die Dreifaltigkeitskirche in Ulm ist heute auch das Haus der Begegnung. Es ist das Überbleibsel des mittelalterlichen Dominikanerklosters.

Im 14. Jahrhundert entstand in Ulm ein Dominikanerkloster an der Stelle, an der heute die Dreifaltigkeitskirche steht.  Nach dem Zweiten Weltkrieg war es lange Zeit eine Ruine und in den 1980er Jahren hat man die Kirche wiederhergestellt.

Dreifaltigkeitskirche Ulm

Dreifaltigkeitskirche Ulm

Geschichte des Dominkaner Klosters in Ulm

Im Jahr 1281 erstanden die Dominikaner einen Garten hier und gründeten einen Konvent. Damals war das Areal noch außerhalb der Stadtmauern, genauer gesagt vor dem Diebstor (Osttor). Mehr über die Geschichte Ulms findet man im Artikel über das Ulmer Münster.

Wenig später begannen sie auf dem Gelände mit dem Bau eines Klosters. Die sogenannte Predigerkirche entstand und wurde zweifach geweiht: Zunächst das Basilika-Schiff 1305 und dann der Chor 1321, welcher vier Joche hatte und ein polygone Decke – ganz im Stil der Staufer. Inzwischen war das Gebäude innerhalb der Mauern.

Gemäß dem Namen wollte man Predigten halten, in Ulm und Umgebung, und unterhielt eine Lehranstalt, womit man ab dem 13. Jahrhundert offenbar auch einen guten Ruf genoss. Als Stifter für das Gotteshaus wird eine Frau Mechildis genannt und Stadtschreiber Krafft Senior.

In Süden an die Kirche angeschlossen, wurden die Seitengebäude errichtet. Ganz nach dem Regelment der Dominikaner. Und die Größe der ehemaligen Klosteranlage, lässt vermuten, dass der Konvent Einfluss hatte.

Ein bekannter Vertreter des Konzils war der Religionsmystiker Heinrich Suso, der 1366 in der Kirche beerdigt wurde. Jahrhunderte später, 1704, wollte man den Sarkophag bergen, doch dabei wurde es zerstört. Strittig ist, ob es vor der Reformationen auch einen Kult um diese Person im Kloster oder in Ulm gab. Ein weiterer Mönch des Ordens, der es zu Ruhm brachte, war Ludwig Fuchs und sein Schüler Felix Fabri (15. / 16. Jahrhundert). Letzerer war Historiograph und Schriftsteller des ausgehenden Mittelalters. Die Schule hatte weitere wichtige Persönlichkeiten in dieser Zeit hervorgebracht.

Ulm war von Beginn der Reformation an evangelisch und zunächst, schon 1465, waren die Mönche im Kloster ein Teil der Reformbewegung. Doch mit der Neuordnung 1531 wurde der Orden unter Druck gesetzt und schließlich verließen sie die Stadt. Zuvor hatten sie sich noch schriftlich beim Stadtrat beschwert hatten. Einige gingen nach Rottweil, andere verblieben in Ulm. Der Titel als Prior des Ulmer Konvents blieb bis ins 17. Jahrhundert erhalten. Das war zwar nicht mehr als ein Titel, womit man aber in Ulm Schadensersatz für das Klostergelände geltend machen konnte, denn das war inzwischen anderweitig genutzt worden.

Als Karl V., der Kaiser des Reichs, die Stadt besuchte, da die Trauerfeier für seine Schwägerin in Ulm stattfand, wurde die Kirche noch ein letztes Mal hergerichtet. In den folgenden Jahren jedoch verfiel das Gebäude zusehends. Das Dach fiel ein, nur der gotische Chor blieb zunächst verschont.

Kirche der Dreifaltigkeit in Ulm

Kurz vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, beauftragte der Ulmer Stadtrat den Meister Martin Banzenmacher (Buchmüller?) 1617 mit der Renovierung der Kirche. Der Chor sollte im Stil der Gotik verbleiben, aber die Basilika sollte im Stil des Renaissance neu gebaut werden.

Man sah einen Zwiebelturm vor und eine Kanzel an der Säule im nördlichen Teil. Im westlichen Teil wurde eine Empore installiert und es kam viel Stuck an die Decke und die Wände. Die Meister der Kanzel und des Altars im Stil des frühen Barock waren der Schreiner Hans Wörz und der Maler Hans Denzel. Die Figuren auf dem damaligen Altar schuf vermutlich Martin Buchmüller. Im Jahr 1640 bekam das Gotteshaus eine Orgel, die 1714 renoviert und 1857 ersetzt wurde.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Kirche oftmals für musikalische Events genutzt, da sie eine besondere Akustik gehabt haben soll. Bei einem Bombenangriff wurde die Kirche aber im Dezember 1944 zerstört. Jahrelang blieb die Kirche eine Ruine, wobei man in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts das Gebäude absicherte. Ein Wiederaufbau war zunächst nicht geplant und so wurde das zerbombte Haus zu einem Lager.

Ein Zwischenfall sorgte für die Renovierung, anfänglich nur des Turms. Denn 1975 fiel ein Brocken herab und traf ein Auto. Zwei Jahre später war der Turm renoviert und so begann man die Kirche neu aufzubauen – geistliches Begegnungszentrum. Es folgte die Sanierung der Fassade und des Innenraums, der neu gestaltet wurde.

Heute zeugt nichts mehr von der gotischen Kunst im Chor, dieser wurde komplett neu kreiert und der Saal erhielt eine zweite Etage. Seit 1984 ist es das Haus der Begegnung in der Dreifaltigkeitskirche. Von dem Kirchenbau ist heute noch ein bisschen erhalten, teils nur das Mauerwerk.

Innen Dreifaltigkeitskirche Ulm

Adresse der Dreifaltigkeitskirche


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One Response to Dreifaltigkeitskirche in Ulm

  1. B. Hummel 31. Juli 2016 at 13:07 #

    Der Ulmer Stadtbaumeister, der 1617-1621 die Hl. Dreifaltigkeitskirche neu erbaute hieß MARTIN BUCHMÜLLER nicht Banzenmacher. Die Gebrüder Leonhard und Martin Buchmüller wareb die Bauherren:
    siehe:
    Haid: Ulm mit seinem Gebiete,S.65: „den Bau der Kirche führten die zwei Brüder Buchmüller“

    Allgemeines Künstlerlexikon, oder: Kurze Nachricht von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Kunstgießer, Stahlschneider uu …, Band 2, Fünfter Abschnitt N-Q, Zürich 1810,S.1077:
    Die Gebrüder Martin und Leonhard Buchmiller oder Buchmüller führten von 1617 bis 1621 die H. Dreifaltigkeitskirche zu Ulm auf. Martin verfertigte auch 1618 für genannte Kirche die Kanzel, zwar nur von Holz, aber vortrefflich gearbeitet,

    Somit ist auch der Meister der Kanzel bekannt: MARTIN BUCHMÜLLER, von diesem finden sich weitere Werke: Chorgestühl, Seitentüren am Münster usw

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