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Burgstall Steegen bei Aulendorf

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Steegen ist vor allem wegen des Freibads bekannt, jedoch siedelten in unmittelbarer Nähe auch Ritter in ihrer Burg, die Herren von Steegen.

Steegen ist ein Teil von Aulendorf und dort findet sich auch das beliebte Freibad von Aulendorf, der Steeger See. Etwas oberhalb befindet sich die Ortschaft Steegen, wo einst die Burg stand. Auf dem höchsten Punkt sieht man noch eine leichte Erhebung hinter dem Hof am obersten Ende des Dorfes.

Burgstall Steegen

Geschichte der Ritter von Steegen

Die Ortschaft hat seinen Namen nicht von dem Adelsgeschlecht der Ritter von Stegen, woraus dann Steegen wurde. Der Ort war schon zum Ende des 11. Jahrhundert ein Siedlungsort, wann er genau gegründet wurde ist unbekannt. Aber beim Nahe gelegenen Ferienhof Tiergarten befand sich ein keltischer Grabhügel, der Heidenbühl. Im 11. Jahrhundert war Steegen im Besitz des Klosters Weingarten. Noch im 12. Jahrhundert (1153) bestätigte Kaiser Friedrich (I.) das Areal im Besitz des Klosters Weingarten, wo es schon eine Weile war.

Die Ritter von Steegen sind erst ab dem 13. Jahrhundert nachzuweisen. Sie waren offensichtlich Vasallen der Waldseer, was das schwarz-weiße Wappen und die Verbindungen zu Möllenbronn und derer von Hummertsried, mit denen sie wohl verwandt waren, bezeugt. Das Wappen derer von Steegen ist ein Schild mit drei Rosen und ist, wie das derer von Möllenbronn, ebenfalls in der Züricher Wappenrolle (Link dahin in dem Artikel über Möllenbronn) aufgeführt.

Der Weg (auf dieser alten Karte einsehbar) von Aulendorf nach Bad Waldsee führte damals vorbei am heutigen Ferienhof Tiergarten über Steegen nach „Thanhausen“ (Tannhausen). Übrigens eine schöne Wanderstrecke. Der See verblieb im Besitz derer von Königsegg.

Im Jahr 1268 wird der erste Steeger Ritter als Zeuge (seiner Schwester?) erwähnt, Konrad von Steegen, ehemals Konrad von Aulendorf-Seisenegg. Die wohl aus Österreich stammende Adelsfamilie hatte eine Stammburg in Seisenegg, welche ab dem frühen 14. Jahrhundert zum Besitz derer von Waldsee gehörte. Die Waldseer (Wallseer) sind ja bekanntlich im 14. Jahrhundert nach Österreich abgewandert. Dort gingen auch die Herren von Hummertsried hin, was Macht und Posten bedeutete. Die Herren von Steegen blieben aber in Oberschwaben, doch lange sollten sie nicht erhalten bleiben.

Als Zeugen dienten sie 1280 ebenfalls beim als Schenken Konrad und (dessen Sohn) Eberhard von Winterstetten. Sie verschenkten Reinstetten samt Leibeigenen ans Kloster Ochsenhausen und nochmal 1288 als Konrad Senior um seines Seelenheils seine Güter dem Kloster Salem übergibt.

Aus dem Jahr 1283 ist die Urkunde, die bestätigt, dass der Truchsess Eberhard von Waldburg das Gebiet Anharzwilaer bei Isny im Allgäu bekommt, der Bürge dafür ist der Neffe derer von Steegen, der Ritter von Möllenbronn (Muelibrunnen) und der Ammann von Winterstetten.

Ein weiterer Abkömmling derer von Steegen bezeugt dann noch 1293 dass derselbe Konrad von Winterstetten den Hof Attenhofen an das Kloster Baindt verschenkt.

Dies sei hier mal aufgeführt, da es von mir des Öfteren erwähnt aber nie konkretisiert wurde.

Im 14. Jahrhundert zeigt sich dann das Ende der Ritter von Steegen. Sie verkauften 1333 einen Hof an den Stift Bad Waldsee, wo es bis nach der Säkularisation, 1842, verblieb. 1342 wird der Ritter Hiltprand von Steegen ein Bürger in Ravensburg und zahlt dafür 40 Silbermark. Seine Schwester Agnes folgte 1378. 1360 wurde Christina von Steegen die Äbtissin (Cheffin) des Klosters in Baindt.

In Aulendorf, als auch in Österreich, stirbt das Geschlecht im 14. Jahrhundert aus. Völlig unklar ist, wann die Burg erbaut oder abgetragen wurde und zu welchem Zweck, respektive was mit den Steinen geschehen ist. Einzig durch die Urkunden und einigen alten Landkarten weiß man überhaupt davon.

Adresse des Burgstalls Steegen

  • Steegen 1
  • 88326 Aulendorf
  • GPS: 47.955188, 9.656715

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