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Burgstall Bittelschieß bei Krauchenwies

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Der Burgstall Bittelschieß bei Krauchenwies ist eine der zwei Burgen des mittelalterlichen Adels, welcher die Geschicke des Ortes lange prägte.

Die Ortschaft Bittelschieß gehört zu Krauchenwies, südlich von Sigmaringen. Der hohe Adel, der hier im Mittelalter herrschte, baute zwei Burgen in der Gegend: Burgstall Bittelschieß, der in diesem Artikel behandelt wird, sowie die sogenannte Ruine Bittelschieß, die nordöstlich von Sigmaringen liegt.

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Antike Geschichte von Bittelschieß

Der Name der Ortschaft kann verschiedene Bedeutungen haben. Zum einen kann Bittel von einem Personennamen herrühren, wie dies öfter in Oberschwaben der Fall war, oder es bezieht sich auf einen unerfahrenen Richter im mittelalterlichen Gericht, das aus zwölf Richtern bestand. Eine dritte Variante bezieht sich auf das Wort selbst, das für einen Freien steht. Und Schieß, da ist man sich wohl einig, deutet auf die landschaftliche Gestaltung und Lage, was mit einem spitzen Winkel zu tun hat. Und tatsächlich springt ein Teil des Bergplateaus hervor, wenn man es von oben betrachtet. Ein Dokument erwähnt 1083 den Ort als Butelsciez.

Doch schon in der Antike haben sich die Menschen hier angesiedelt, ja genau – die Kelten haben hier schon gelebt. Davon zeugen Grabhügel um die Stadt, die aus der Hallstattzeit (750 v. C. bis 450 v. C.) stammen. Darin fanden sich Gürtel, Fibeln und Schmuck. Und die Kelten haben hier auch eine Burg errichtetet, doch der Kiesabbau reduziert die Möglichkeit daran zu forschen. Eine weitere keltische Höhenburg wurde ebenfalls in der Gegend ausgemacht – die Hünaburg in Richtung Glashütte. Möglich ist, dass hier auch die erste Burg der Herren von Bittelschieß stand.

Und auch die Römer haben hier ihre Straße entlang geführt, die Pfullendorf mit Mengen verband. In Mengen stand ein Kastell der Römer. Die Straße führte in den ersten beiden Jahrhunderten nach Christus durch den Ort, wo sich eine andere römische Straße kreuzte, und an der noch zu entstehenden mittelalterlichen Burg vorbei. Da die Römer ihre Toten an der Straße außerhalb der Ortschaften vergruben, fand man auch deren Überreste in der Nähe. Eine andere Erklärung für den Friedhof ist ein Gefecht der Römer mit den Germanen, das in Otterswang vermutet.

Bittelschießer Adel und Burg im Mittelalter

Wie schon beschrieben gibt es zwei Burgen mit Namen Bittelschieß, die vom selben Adel errichtet wurden, wobei die zweite Burg, Ruine Bittelschieß, 12 Kilometer entfernt nördlich von Sigmaringen stand. In Bittelschieß selbst gab es aber noch eine weitere antike Burg, neben dem Burgstall Bittelschieß – die Hünaburg, wie schon erwähnt.

Die erste Erwähnung von Bittelschieß erfolgt mit Berthold von Bittelschieß im Jahr 1083 und seinem gleichnamigen Nachfahren 1212. Die Burg muss zu diesem Zeitpunkt bereits gestanden haben.  Sie waren Edelfreie und sind bis ins 15. Jahrhundert in den Urkunden erwähnt. Vor allem aber im 13. Jahrhundert macht der Adel von sich reden, davon zeugen einige Urkunden dieser Zeit.

Im Jahr 1245 wird die Burg Bittelschieß erwähnt, wobei auch das Dorf zum ersten Mal erwähnt wird; die Kirchenerstnennung erfolgte erst 1263. Ebenfalls 1245 übernimmt der Bischof von Konstanz das Lehen über Dorf und Burg Bittelschieß. Im selben Jahr verkaufen die Herren von Bittelschieß Deutwang an die von Tanne. Doch der Umzug der Herren von Bittelschieß, vermutlich schon im Jahrhundert zuvor, brachte kein Glück, sie starben im 15. Jahrhundert aus. Der letzte der Sippe wird 1466 genannt, Ulrich von Bittelschieß.

Die Burg war zwar gut gesichert, aber ob mancher Funde denkt man, dass sie eher schlichter Natur war. Es ist unbekannt, wann sie errichtet wurde und wie sie aussah, und ebenso wann sie abging. Aber der Bau muss bereits im Mittelalter sein Ende gefunden haben, schon 1250 wird sie als Burgstall bezeichnet. Die Reste verschwanden mit dem Kiesabbau an dieser Stelle.

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Das Erbe der Herren von Bittelschieß traten die Herren von Bodman (später Hohenbodman) an, doch man verkaufte die Burg im Jahr 1429 an die Famliie Gremlich von Jungingen, welche es 1465 kurzzeitig an die Herren von Reischach übergaben. Bei Erbstreitereien innerhalb der Gremlichs gewann der Bischof von Konstanz, der als Lehnsherr eingetragen war; er bekommt zum Ende des 16. Jahrhunderts die Hälfte des Ortes.

Auch das kommende Jahrhundert sorgte in Bittelschieß für Zank. So gab es Streit mit Göggingen ob des Viehtriebs, was mit Angriffen einherging. Der Wald dazwischen gehörte aber der Grafschaft Sigmaringen. Das Lehen vergab der Bischof 1658 an Johann Häffner aus Pfullendorf, der sich in der bayrischen Armee verdingte. Zwei Jahre später wird ein Junker Fenkher erwähnt. Die Familie Häffner verkauft ihren Anteil 1751 an den Edelfreien von Adelsheim, der sich dann von Bittelschieß nannte. Er sah seine Aufgabe in dem Aufbau der Kirche, was an fehlendem Geld scheiterte. Erst zum Ende der Dekade erfolgt ein barocker Kleinbau.

Im Jahr 1786 geht das Dorf an das Haus Hohenzollern-Sigmaringen, wo es bis zur Säkularisierung bleibt.

Wo befindet sich der Burgstall Bittelschieß?

  • Am Gipfele
  • 72505 Krauchenwies
  • GPS: 47.998333°, 9.234167°

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