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Burgruine Rechtenstein | Donautal Oberschwaben

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Die einstige Burg in Rechtenstein ist nunmehr eine Ruine, welche aber ob des Bergfrieds noch besuchbar ist.

Burgfried RechtensteinDirekt an der Donau liegt das kleine Örtchen Rechtenstein, zwischen Riedlingen und Munderkingen, östlich von Zwiefalten und im Südwesten liegt Obermarchtal. Rechtenstein liegt auf dem Donau-Radweg und bietet einige Hingucker!

Burgruine Rechtenstein | Oberschwaben

Auf der Anhöhe liegt die ehemalige Burg Rechtenstein mit Blick auf die Donau und das Donautal. Diese Höhenburgruine liegt auf einer Höhe von  550 Metern (ü NN) und es bedarf einiger Anstrengungen den Höhenunterschied zu bewältigen, doch das lohnt zweifelsohne. Von der ehemaligen Burg Stain ist nur der Turm, also der Bergfried erhalten. Diesen kann man besuchen, doch das Gelände ist teils in Privatbesitz.

Zu den besten Zeiten war der Sitz der Herren von Stain eine Doppelburg, mit Zugängen vom Tal, als Neben-, und in der Höhe als Hauptzugang. Den Nebenzugänge darf man als Wanderer nutzen, um emporzusteigen, welcher vom Ort aus ausgeschildert ist.

Die Vorburg, als der östliche Teil, ist verschwunden. Ursprünglich bestand die verschollene Vorburg aus drei Bereichen und war mittels Türme überwachbar. Die ehemaligen Burganlagen sind nun private Wohnräume. Die Zugbrücke der Burg, die aus der Vorburg entsprang und sich über den Halsgraben erstreckte, ist durch die Toransätze heute noch zu vermuten.

Der Graben selbst ist heute der Grenzbereich zu den privaten Grundstücken. Im frühen Mittelalter war der Graben von Mauern gesäumt, worüber sich die Zugbrücke erstreckte. Heute ist der Graben teils aufgeschüttet, so hatte man die Brücke entfernt.

Die Burg war in ihrer Bauform in Ost und West aufgeteilt. Die Vorburg war der östliche Teil und war größer, als der westliche Teil, dessen Überreste teils noch zu sehen sind. Im westlichen Bereich lagen der Turm, das Palais (ein Saal für repräsentative Zwecke), sowie eine barocke Kapelle. Doch von diesen Anlagen sind nur noch Teile, wie die Grundmauern des Palais. Die Kapelle wurde durch die jetztige Kirche ersetzt.

Im Inneren des Turms, das einzig zu besichtende Gebäude der Ruine Rechtenstein, kann man sich durch Tafeln und Anschauungsobjekte ein Bild der früheren Burg machen und natürlich einen sensationellen Blick über das Donautal in Oberschwaben. Weitere Relikte aus dem Mittelalter finden sich an den Wänden der umliegenden, privaten Gebäude.

Geschichte der Burg Rechtenstein | Burg der Herren von Stain

Die Burg entstand im 12. Jahrhundert und die Herren der Burg, waren die von Stains, die man im 922 amtlich erwähnte, wo man die Burg mit den Herren von Stain in Verbindung bringen kann. Es war der Heinrich von Stain. Sein Sohn wird sich 992 mit den Bauern gegen den Adel wenden, genauso wie 1150 ein anderer von Stain gegen den Hochadel – beide Male unterlagen sie.

Frühere Erwähnungen wie 728 sind nicht gesichert. Die Burg selbst wird urkundlich erst im Jahr 1331 erwähnt. Damals war es der Berthold vom Stain. Da es aber einige Stains gab, gab sich Berthold von Stain den Beinamen Rechtenstein, woraus der heute Orstname kommt.

1348 wurde die Burg ausgebaut und eine Doppelburg entstand, doch im selben Jahr gab es wohl ein Erdbeben, was Teile der Burg einstürzen ließ. Diese Teile wurden schnell wieder aufgebaut. Die Burg war geteilt in die von Stain und von Rechtenstein, im Jahr 1390 geht die Burg an die Burg „Reichenstein“. In der Folge wird die Kappelle gebaut.

Die von Reichensteins verkaufen Teile des Orts und der Burg im Jahr 1410 an den Grafen von Württemberg, der es später wiederum an die Herren von Stein [sic!] übergibt. 1421 werden die Herren von Stain, Reichenstein und Rechtenstein zu den von Stains vereint. 1440 wird Elisabeth die Burgherrin, da Wolf von Stain kinderlos ist. Er stirbt 1446 und damit endet diese Linie der von Stains.

1554 tritt ein anderer Stain das Erbe an: Bernhard von Stain aus Emerkingen. Er vereint die Burgteile per Ankauf und bekommt als Lohn vier Jahre später das Stadtrecht. Durch Kriege in Spanien, Italien und während des Dreißigjährigen Kriegs verschulden sich die Herren von Stain so sehr, dass 1704 der Burgherr Franz Puppelin in die Schweiz floh.

Der letzte Herr von Stain, Heinrich-Ferndinand von Stain, ist zwischen 1721 und 1739 der Burgherr, er vollendet die Barockkirche der Stadt und verkauft nach und nach die Burg wieder.

1721 bis 1739 wird Heinrich-Ferdinand vom Stain als Burgherr auf Rechtenstein erwähnt. Während seiner Herrschaft begannen die Bauarbeiten zur Barockkirche, wofür er die Kappelle abreißen ließ.

Auch diese Linie der Famile starb 1739 aus und zum Ende des 18. Jahrhundert wurden Bereiche der Burg verkauft und mit der Säkularisation 1806 ging die Burg an das Königreich Württemberg. Zuletzt stand sie leer und verfiel.

Letztlich kam es im Jahr 1817 zum Ende der Burg: Alles bis auf den Turm wurde abgerissen; der Turm war aber noch bis 1900 mit einem Turmwächter besetzt, der vor Feuer warnen sollte.

Adresse der Burgruine Rechtenstein

  • Burg Rechtenstein
  • 89611 Rechtenstein ‎
  • Telefon: 07375 – 244 (Rathaus Rechtenstein)
  • GPS: 48.241086,9.546083

Den Schlüssel für die Besichtigung hat die Familie Dreher, die man über den freizugänglichen Burghof erreichen kann. Der Eintritt ist kostenlos.


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