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Burg, Schloss & Kloster Brandenburg an der Iller

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Heute ist es ein Neubau und ein Seminar- und Gotteshaus: Das Kloster Brandenburg bei Regglisweiler an der Iller.

Wenn man das Kloster Brandenburg mit seinem Namen erblickt fragt man sich automatisch, warum Brandenburg? Ist das nicht in Preußen? Dieses Brandenburg nicht und es hat erstaunlicherweise nichts mit dem Brandenburg um Berlin zu tun.

Kloster Brandenburg SChild

Geschichte Brandenburg & Regglisweiler 

Hier siedelten mit Sicherheit auch Kelten in der Nähe, doch fand man bisher nur wenig davon. Eine Wasserquelle, die im 16. Jahrhundert in den Urkunden Erwähnung findet, könnte aber auch für die Kelten bereits ein Heiligtum dargestellt haben.

Heute sind die beiden Ortschaften, Brandenburg und Regglisweiler, zusammengewachsen – doch das war nicht immer so. Brandenburg hieß vor Jahrhunderten noch Brandenburch, 1239 wird es so erwähnt. Es referiert auf einen Personennamen. So gab es auch einen Adel mit dem Titel von Brandenburg aus Schwaben (die Preußen sind ja auch ursprünglich Hohenzollern).

Doch diese von Brandenburg waren, spätestens ab 1240, Verwandte der Grafen von Kirchberg an der Iller, wo man auch keltische Überbleibsel fand. Die von Brandenburg heirateten auch in der Familie, so gibt es eine Bitturkunde von 1290, dass der Papst die Ehe zwischen dem Grafen Hartmann von Brandenburg mit Lugar, der Tochter des Markgrafen Heinrich von Brandenburg für gültig zu erklären. Zusammen mit seinem Bruder Otto von Brandenburg schenken die Grafen viel Land an das Kloster Heggbach. 1280 tauschen sie Dietenheim gegen Bergheim mit dem Kloster Mödingen. Doch Erbenlos starben die von Brandenburg zu Beginn des 14. Jahrhundert aus.

Nun übernahmen die Habsburger Brandenburg. Friedrich III von Habsburg, auch der Schöne genannt, kämpfte jener Zeit um Bayern und brauchte Geld. 1313 verpfändete er Brandenburg (und Reggisweiler) an die Familie von Ellerbach. Die von Ellerbach wiederum verkauften 1446 Brandenburg (und Reggisweiler) nach Ulm. Von dort aus ging es 1481 an die von Rechberg. Doch diese Adelsfamilie starb auch aus und so kam Brandenburg im Jahr 1539 an die Kaufmannsfamilie Fugger. Anton Fugger kaufte es für 90.000 Gulden; eine beträchtliche Summe. Eine Linie der Fugger nannte sich bis 1820 von Dietenheim-Brandenburg, doch auch sie starb aus.

Die Geschichte von Regglisweiler beginnt ebenfalls im 13. Jahrhundert und hängt eng mit der Entwicklung von Brandenburg zusammen. Es wird 1273 als Regnolfsweiler und 1275 als Reclinswiler erwähnt, wobei „wiler“ darauf hindeutet, dass es erst später entstand als beispielsweise Brandenburg. Es leitet sich ebenfalls von einem Namen ab.

Urkundlich fassbar wird der Adel 1273 erwähnt: Ulrich und Alberg von Regglisweiler (Regnolfsweiler). Sie bekamen das Lehen von den Grafen von Brandenburg. Sie hatten in Regglisweiler auch eine Burg, von der der Teufelsgraben als Zeuge der Wehrhaftigkeit Auskunft gibt.

Im 19. Jahrhundert gehen alle Ortschaften zuerst an Bayern, ab 1810 an Württemberg.

Burg & Schloss Brandenburg / Iller

Wo heute das Kloster steht, stand im Mittelalter eine Burg, danach ein Schloss und erst seit 1925 ist es ein Kloster. Da alles überbaut ist, gibt es nur wenig Hinweise auf die Burg.

Man weiß nicht wie sie aussah oder wie groß sie war. Da sie aber einem Grafen gehörte, dürfte sie groß gewesen sein. Die Gesamtburg dürfte mehr Areal eingenommen haben, als das heutige Kloster. Ob die von Brandenburg immer dieselben waren ist unklar, auch ob vielleicht der Besitzerwechsel eine bauliche Veränderung mit sich brachte.

Man weiß jedoch wann und wieso die Burg von Brandenburg zerstört wurde. Im Städtekrieg 1387 hatten die Ulmer die Burg zerstört. Von der ehemaligen Burg zeugt heute nur noch ein Halsgraben (Graben zwischen Burg und Vorburg).

Es ist unklar ob die Steine der Burg als Baumaterial genutzt wurden oder ob überhaupt noch etwas stand, als die Fugger auf dem Platz ein Schloss erbauten. Sie jedenfalls erbauten ein Sommerschloss  mit angeschlossenem Badehaus.

Kloster Brandenburg / Iller

Kloster Brandenburg Iller

Im Jahre 1925 wird aus dem Schloss das Kloster, später das Mutterhaus der Immakulataschwestern vom Seraphischen Apostolat. Es war ein Gelübde, das für die Gründung eines Klosters zu Beginn des 20. Jahrhundert ausschlaggebend war.

Der Franziskanermönch Rochus Schamoni gelob ein Frauenkloster zu Ehren der Virginen (Unbefleckt) Empfängnis zu errichten. Dafür kaufte er 1927 das Schloss und wählte 1929 eine Mutter Oberin: Maria Theresia Hecht. Sie gründete im Jahr 1933 den Orden der Gemeinschaft. Sie fühlen sich der sozialen Arbeit verpflichtet. So gründete man noch in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts Schulen für Behinderte in Zußdorf. Das nahegelegene Seniorenpflegeheim St. Maria wurde ebenfalls von diesem Kloster ins Leben gerufen.

Heute ist das Kloster aber nicht nur ein Ort der Besinnung und der sozialen Arbeit, hier gibt es auch mietbare Seminarräume mit moderner Technik und Internetanbindung. Zudem Freizeitangebote in Regglisweiler und im Kloster, wie ein Klavier, einen Kinderspielplatz, ein Kneippbecken, Wassersport, Theater oder Tischtennis. Es gibt viel Natur um das Areal und nahegelegene Wanderwege.

Der Speisesaal, aka Refektorium, hat Platz für ca. 100 Personen und insgesamt bietet das Kloster fünf Seminarräume. Zudem kann man sich hier auch ein Zimmer im Gästehaus mieten, teils mit Balkon und zumeist ohne Fernseher. Es gibt 42 Zimmer und je nach dem kostet eines mit Halbpension zwischen 31 Euro und 76 Euro. Es gibt auch Doppelzimmer ohne Bad!

Das Hotel soll barrierefrei sein und man kann mit Kreditkarte zahlen. Außerdem gibt es natürlich ein Restaurant, das für Hausgäste von 8 Uhr bis 19 Uhr geöffnet ist und für 80 Personen Platz bietet.

Wo ist das Kloster Brandenburg?

  • Am Schlossberg 3
  • 89165 Dietenheim – Regglisweiler
  • Homepage

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