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Blumeninsel Mainau

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Die Insel Mainau im Bodensee bietet ein barockes Schloss, verschiedene Rundwege und vor allem Blumen.

Die Insel Mainau im Bodensee ist vor allem wegen ihrer Blumenpracht bekannt und dafür kommen jedes Jahr mehr als 1,6 Millionen Menschen hier her. Und das ist durchaus lohnenswert! Es können prächtige Schnitte, Raritäten und Neuheiten an Blumen betrachtet werden. Es gibt große und alte Bäume, Rosen aller Art, Palmen und viele Tiere.

Taubenfigur aus Blumen Insel Mainau

Die Blumeninsel Mainau ist aber nicht nur für Botanikfans interessant, denn es gibt hier auch vieles für Kinder. Es gibt einen großen Kinderspielplatz mit einem Wasserbecken, Aktionen und natürlich die Natur. Der Spielplatz ist direkt am See, wo die Kinder mit Flößen rausfahren können. Ausgerüstet ist der Spielplatz auch mit Klettergerüsten und Hängebrücken. Nebenan gibt es für ein Entgelt einen Trockner, falls die Kinderkleidung vom Wasser in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Zur Stärkung findet sich auf dem weitläufigen Areal selbstredend ein Café, das Schlosscafé. Es gibt auch einen Biergarten und ein Restaurant. Das barocke Schloss des Deutschordens auf der Insel wird in einem anderen Beitrag behandelt.

Geschichte der Insel – Steinzeit, Kelten & Römer

Die Mainau war schon in der Steinzeit besiedelt und das ist wenig verwunderlich, wenn man das warme Klima bedenkt. Man fand am südlichen Ufer der Insel einige Hinterlassenschaften, darunter auch eine Axt. Die Siedlungen jener Tage waren denen der Pfahlbausiedlung in Unteruhldingen vermutlich sehr ähnlich. Auch aus der Bronzezeit fand man Siedlungsspuren von Menschen.

Zur Zeit der Kelten war die Mainau auch besiedelt, vermutet wird, dass die Insel im Herrschaftsgebiet der Helvetier lag. Allerdings gibt es hierzu bisher keine Funde.

Im Alpenfeldzug ab 15. v. C. soll die Insel von den Römern als Lager genutzt worden sein. Allerdings könnten auch andere Inseln im Bodensee, wie die Reichenau oder Lindau, gemeint sein. In den antiken Schriften wird erzählt, dass die Römer  eine kleine Schiffswerft für die Schlacht mit den Bodenseevölkern hier anfertigten. Auch wenn dafür Funde fehlen, scheint es durchaus plausibel.

Diese vermutete Seeschlacht fand im Jahr 15 v. C. statt und war Teil der Offensive der Römer, um die Alpen, den Bodenseeraum und später bis zur Donau vorzudringen. Die beiden römischen Feldherren Drusus und Tiberius, hohe Römer und teils mit dem Kaiser Augustus verwandt, eroberten die Alpen und kamen bis zum Bodensee. Auf dem Bodensee musste man offenbar die Kelten, konkret: die Vindelici, besiegen. Unter der Leitung von Tiberius ließ man Schiffe bauen, die zum Transport dienen sollten. Offenbar haben die Vindeliker die Römer herausgefordert, was die Römer in einer Schlacht unterdrückten. Allerdings schreibt der Propagandist Roms, dass sie die Schiffe bauten und den Bodensee überquerten – ohne einen Zwischenfall zu erwähnen. Daher ist fraglich ob es diese Schlacht überhaupt gab.

Die Insel war aber vermutlich permanent besiedelt, was eine Erwähnung im zweiten nachchristlichen Jahrhundert nahelegt. Im Jahr 242 wird der Adel der Insel genannt, welche im Auftrag der Bischöfe arbeiteten (Ministeriale,. bzw. Ritter).

Nach den Römern übernahmen die Alemannen das Areal und später das Kloster Reichenau. Es war ein Geschenk des alemannischen Herren von Maienowe, was den Namen Mainau erklärt, im Jahr 724 an das Kloster. Die von Maienowe existierten noch bis ins 13. Jahrhundert.

Warum entstand hier eine Blumeninsel?

Der hier lebende Adel bewohnte bis ins 20. Jahrhundert die idyllische Insel. Die humanistische Gesinnung der Inhabenden und die Entwicklung zu einer Blumeninsel begann in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts mit der Ablehnung der Atombombe und setzte sich in den 60er Jahren mit der „Grünen Charta“ fort. Dies war ein Manifest für den Naturschutz, den auch der Bundespräsident unterzeichnete.

Im Dezember 1974 stifteten das Grafenpaar Lennart und Sonja Bernadotte die Insel Mainau in die Lennart-Bernadotte-Stiftung. Das Motto war: „Gärtnern um des Menschen und um der Natur willen“. Neben der Natur soll sich die Stiftung auch der  Wissenschaft widmen. Im Laufe der Zeit entstand ein kommerzieller Betrieb. Ab 1991 hieß das hier tätige Unternehmen „Blumeninsel Mainau GmbH“ und inzwischen ist es schlicht die „Mainau GmbH“.

Die Insel Mainau hat 1998 das erste Öko-Zertifikat der EU erhalten, wenn man dazu auch etwas nachhalf und die Brennerei umdeklarierte. Im Jahr 1999 gab es auf der Mainau, auf Grund von Naturkatastrophen, sehr viele Schäden, die man heute aber nicht mehr sieht. Im Jahr 2004 starb der Stifter und die Stifterin folgte ihm vier Jahre später.

Blumen & Pflanzen auf der Insel Mainau

Die Mainau im Überlinger See (ein Teil des Bodensees) hat ungefähr 45 Hektar Fläche. Das warme Klima hier ermöglicht die Ansiedlung der Pflanzen, auch aus südlichen Gefilden. Die Durchschnittstemperatur geht im Winter kaum unter Null Grad und liegt im August bei ca. 25 Grad.

Wenn man zur Insel will kommt man am Besten mit einem Reisebus oder mit dem Rad. Es gibt zwar einen großen Parkplatz, aber da kann man zuweilen auch mal lange suchen. Allerdings gibt es Personen, die einem den Weg weisen. Und es gibt natürlich die Schiffsanreise. Nach dem Eintritt geht man eine Brücke entlang, auf der man schon ein gutes Bild der Insel bekommt. Kurz darauf erblickt man die ersten Büsche, die in Tierform (Blumenfiguren) beschnitten sind und mit verschiedenen Gewächsen bunt erstrahlen.

Ab März darf man auf der Mainau das neue Blumenjahr begrüßen und es gibt jedes Jahr viel zu sehen. Den Beginn macht die Orchideenschau, diese botanische Ausstellung von mehr als 3.000 Expemplaren findet im Palmenhaus statt, welches 1993 gebaut wurde. Die ganze Insel erwacht im Frühling und so gibt es natürlich hier schon früh die Vorboten, wie Krokusse und Schneeglöckchen. Zudem kann man über die rund 400 verschiedenen Sorten Tulpen und weitere Knollengewächse staunen.

Im Sommer sind auf der Mainau vor allem von den Rosen zu sehen. Diese Blume gibt es in über 1.000 Formen, was zu dem barocken Gartenanlage passt. Im Anschluss kommen die Südfrüchte, wie Orangen, Limetten, Zitronen und dererlei mehr. Außerdem gibt es eine beträchtliche Anzahl von Dahlien. Eine Ecke ist auch den Kakteen der Welt gewidmet.

Staudenpflanzen dürfen selbstredend ebenfalls nicht fehlen. Diese findet man bei den Weinhängen. Von den Staudenblühern gibt es rund 800 verschiedene Arten. Und es gibt Primeln, Stiefmütterchen, mehr als 150 Duftplanzen oder Vergissmeinnicht. Außerdem gibt es ganz viele Kräuter, die man mit ihren Namen versehen, schick hergerichtet hat. Es gibt auf dem Plan über 50 Anlaufpunkte, darunter der Kräutergarten, die Metasequioa-Allee, der Insektengarten, der Energiepavillon, die Flühlingsallee, die Viktoria-Linde, die Mediterranen Terrassen mit Brunnen, der Rhododendronweg, der Ufergarten und vieles vieles mehr.

Vor dem Schloss kann man Mammutbäume entdecken, wenn man den Blick etwas zurück nimmt. Die Bäume waren 1952 nur 70 Zentimeter hoch und stammen aus China. Die Bäume aus Kalifornien ließ der König Württembergs 1864 hier pflanzen. Außerdem gibt es auf der Insel Zedernholz, Sequoia- und Tulpenbäume.

Neben der Flora, darf man auf der Mainau auf auf die Fauna gespannt sein. Denn bei den Zitrusfrüchten gibt es beispielsweise das Schmetterlingshaus. Hierin ist ein besonderes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit, was den Schmetterlingen gut tut. Zudem gibt es einen Streichelzoo mit Ponys und Ziegen, die man nicht füttern soll. Auch Pfauen kann man dort erblicken.

Die Idee hier ist es auch, dass man den Fachleuten, bei der Arbeit zuschauen kann. Das Konzept läuft unter dem Titel „Gläserne Floristik“. Und es gibt etliche kulturelle Veranstaltungen auf der Insel, auf die ich ebenfalls gesondert eingehen werde. So viel vor ab: Es gibt hier die Mainauer Jugendspiele und die Mainau war Auslöser für das Kulturuferprojekt rund um den Bodensee. Im Sommer lockt das Open-Air Filmfestival.


Wo, wann, was?

Der Parkplatz vor der Insel kostet fünf Euro, nur im Winter ist das Parken kostenlos. Die Fährpreise für die An- und Abreise kosten je nach Ausgangsort zwischen 30 Euro und 45 Euro. Die Insel ist im Großen und Ganzen barrierefrei, das ist auf dem Plan gekennzeichnet, den man am Eingang erhält. Hunde sind erlaubt, aber nur an der Leine.

Die Insel kann von Sonnenaufgang bis -Untergang, von Mitte März bis Ende Oktober, besucht werden, das Schmetterlingshaus ist aber nur von 10 Uhr bis 17 Uhr offen. Der Eintritt kostet 19 Euro pro Erwachsenem. Die Familie zahlt 39 Euro. Kinder kommen gratis rein.

Feste auf der Insel sind im Juni das Mittsommerfest, im September/Oktober gibt es im Palmenhaus Ausstellungen, der Mainau Apfeltag und das gräfliche Schlossfest im September. Im November gibt es hier eine Hochzeitsmesse.

  • 78465 Insel Mainau
  • Telefon: 07531 – 3030

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